Von wegen Oma-Rad: Dieser Carbon-Tiefeinsteiger hat DJIs Wunder-Motor mit 1000-Watt-Turbo!

Steppenwolf Transterra Easy 9.0 im Test
Carbon-Tiefeinsteiger mit DJI-Antrieb!

ArtikeldatumVeröffentlicht am 11.10.2026
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Die Kultmarke Steppenwolf ist zurück – und schickt mit dem Transterra Easy den schicken Zwilling des kürzlich getesteten Sport-Modells ins Rennen. Carbon-Rahmen mit tiefem Einstieg, gleicher fetter 800-Wh-Akku, gleiche Enviolo-Nabenschaltung – aber diesmal als eleganter Tiefeinsteiger in verführerischem Rosé. Statt des brandneuen M2S-Power-Motors arbeitet im Easy der Vorgänger DJI Avinox M1 mit bis zu 120 Nm und 1.000 Watt Spitzenleistung. Klingt nach weniger? Spoiler: Im Alltag merkt man den Unterschied kaum. Dazu rollt das Easy auf 28‑, statt 29-Zoll-Reifen – was es sogar einen Tick spritziger macht. Für 5.199 Euro bekommt man also Carbon, DJI-Power und Tiefeinsteiger-Komfort in einem Paket. Ob das aufgeht oder ob der stolze Preis am Ende mehr verspricht, als das Rad hält? Das klären wir im ausführlichen Test. Übrigens: Hier haben wir weitere E-Bikes ab fairen 900 Euro in der Test-Zusammenfassung.

Moritz Schwertner, Redakteur BikeX
Moritz Schwertner
BikeX-Redakteur und E-Bike-Experte

Kurz & knapp: Steppenwolf Transterra Easy 9.0

  • klassisches Trekking-Rad mit Carbon-Rahmen
  • 120 mm Federweg, Rahmengröße M oder L
  • gemessene 25,9 kg schwer (Größe M)
  • Angetrieben von Avinox M1 (bis zu 120 Nm) …
  • … kombiniert mit einem nicht entnehmbaren 800-Wh-Akku ...
  • ... und einer Enviolo-Nabenschaltung
  • Preis: ab 4499 Euro (Baureihe), 5199 Euro (Testrad)

Steppenwolf Transterra Easy 9.0: Tiefeinsteiger mit richtig Pfeffer!

Steppenwolf Transterra Easy 9.0 Tiefeinsteiger im harten Alltagstest!
Moritz Schwertner

Reden wir nicht lange um den heißen Brei herum: Auch der vermeintlich betagte DJI Avinox M1 im Steppenwolf Transterra Easy schiebt, als gäbe es kein Morgen mehr. In allen Unterstützungsstufen liefert er seine bis zu 120 Newtonmeter und bis zu 1.000 Watt Spitzenleistung so seidig-smooth ab, dass es eine wahre Wonne ist. Und dann gibt es da noch den Turbo-Modus. Per Knopfdruck zündest du quasi den Afterburner: Für 30 Sekunden schießt der Avinox alles durch den Riemen, was er hat. Das Ergebnis? Selbst unser Benchmark-Anstieg mit satten 15 Prozent Steigung wird zur mühelosen Fingerübung. In diesem Modus lässt das Transterra sämtliche Mitbewerber-Antriebe schlicht und ergreifend stehen. Gut dabei: Die Kraftentfaltung bleibt selbst im Turbo-Modus jederzeit kontrollierbar und berechenbar – hier hat DJI wirklich ganze Arbeit geleistet.

Insgesamt – und das muss man so deutlich sagen – muss sich Platzhirsch Bosch an dieser Front warm anziehen. Das Steppenwolf Transterra Easy ist unser zweites DJI-Trekking-Rad im Test, das erste mit dem M1 – und der Antrieb ist mehr als vielversprechend. Einziger Wermutstropfen: Zur Dauerhaltbarkeit können wir, anders als bei den seit Jahren etablierten Schwaben-Antrieben, noch keinerlei Langzeit-Rückmeldung geben. Das wird die Zeit zeigen müssen.

Etwas schade finden wir hingegen die Akku-Integration: Der dicke 800-Wattstunden-Energiespeicher sitzt fix im Rahmen – eine einfach zugängliche Klappe zum werkzeuglosen Entnehmen, wie man es in der E-Bike-Welt mittlerweile eigentlich gewohnt ist, sucht man leider vergebens. Wer in einer Mietwohnung im dritten Stock ohne Aufzug wohnt und den Akku zum Laden mit nach oben nehmen möchte, schaut in die Röhre. Übrigens: Welcher Akku zu dir passt, und welche Reichweiten realistisch sind, sagen wir dir hier.

Das Infotainment-Paket verdient eine differenzierte Betrachtung: Das kleine OLED-Display ist kontrastreich, auch bei Sonneneinstrahlung hervorragend ablesbar und reagiert sogar auf Touch-Gesten – soweit, so gut. Allerdings wirken manche Infoseiten etwas arg verschachtelt und nicht immer intuitiv aufgebaut. Man muss sich ein wenig einarbeiten, bis man die gewünschten Informationen auf Anhieb findet. Als Alternative stehen zwei Armaturen mit je zwei Schaltern zur Verfügung, über die sich die wichtigsten Funktionen ebenfalls steuern lassen

Ausstattung: guter Tourenstandard

Steppenwolf Transterra Easy 9.0 Tiefeinsteiger im harten Alltagstest!
Moritz Schwertner

Das unbestrittene Highlight des Transterra Easy ist zweifelsohne sein Carbon-Rahmen. Nahtlos gefertigt, toll verarbeitet und in dem bereits erwähnten, wunderschönen Rosé-Ton äußerst wertig lackiert – hier bekommt man schon rein optisch einen Eindruck davon, wo ein Teil des Kaufpreises hingeflossen ist. Und leicht ist das Ganze obendrein: Auf unserer Redaktionswaage zeigte die Anzeige bei der Rahmengröße M mit klobigen Testpedalen gute 25,9 Kilogramm an. Wohlgemerkt: mit dem dicken 800-Wattstunden-Akku an Bord. Das ist nach heutigen Maßstäben ein absolut konkurrenzfähiger Wert für ein vollausgestattetes Trekking-E-Bike – und für einen Tiefeinsteiger geradezu bemerkenswert.

Weniger euphorisch betrachten wir die Ausstattung im Verhältnis zum aufgerufenen Preis von 5.199 Euro. Shimano liefert Bremsen aus der klassenlosen MT-Serie zu, immerhin mit Vierkolben-Sätteln, was wir ausdrücklich begrüßen. Allerdings verbaut Steppenwolf trotz der möglichen 120 Newtonmeter und 1.000 Watt Spitzenleistung lediglich kleine 180-Millimeter-Bremsscheiben. Das funktioniert im Alltag zwar ordentlich, aber besonders schwere Fahrer mit Ambitionen am Berg und/oder ordentlich Zuladung im Gepäck sollten über ein Upgrade auf größere Scheiben nachdenken. Immerhin: Die zulässige Zuladung fällt mit rund 115 Kilogramm gut aus – umso mehr ein Grund, die Bremsen im Zweifel aufzurüsten.

Der Rest der Ausstattung bewegt sich auf gutem, solidem Tourenniveau: Schwalbe-Reifen in 28 Zoll sorgen für ordentlichen Grip und Pannenschutz, ein starkes Litemove-Licht mit 110 Lux macht die Nacht zum Tag, und tadellose Spritzschützer halten bei Schmuddelwetter die ärgste Gischt vom Fahrer fern. Dass Steppenwolf sogar an eine Vario-Sattelstütze mit integrierter Federung gedacht hat, verdient ein Extralob – das ist im Trekking-Segment keineswegs selbstverständlich und ein echtes Komfort-Plus. Die Kraftübertragung übernimmt ein wartungsarmer Gates-Carbon-Drive-Riemen, der in Kombination mit der Enviolo-Nabenschaltung einen pflegeleichten und robusten Antriebsstrang ergibt. Kein Kettenschmieren, kein Schaltauge-Verbiegen, kein Ärger. Einfach draufsetzen und losfahren.

Etwas zwiegespalten sind wir bei der verbauten RockShox Judy: Zwar lässt sich die Federgabel per Luftkammer auf das individuelle Fahrergewicht einstellen, was grundsätzlich positiv ist. Allerdings fallen die 32-Millimeter-Standrohre für E-Bike-Verhältnisse eher schmal aus. In der Praxis zeigt sich die Gabel dadurch etwas soft – für ein Rad mit dieser Motorleistung und dem potenziellen Einsatzspektrum hätten wir uns einen Tick mehr Steifigkeit gewünscht.

Im Alltag gefahren: Steppenwolf Transterra Easy 9.0

Steppenwolf Transterra Easy 9.0 Tiefeinsteiger im harten Alltagstest!
Moritz Schwertner

Fahrerisch kann man dem Transterra Easy allein des DJI-Antriebs wegen kaum etwas vorwerfen. Lautstärke, Power, Laufkultur – hier hagelt es durch die Bank Bestnoten. Auch der Avinox M1 – und das können wir nicht oft genug betonen – ist schlicht und ergreifend ein Erlebnis, das man erfahren haben muss, um es zu glauben. Dass es mit dem M2S im Sport-Schwestermodell mittlerweile einen noch stärkeren Nachfolger gibt, schmälert die Qualitäten des M1 nicht im Geringsten. Im Gegenteil: Wer nicht zwingend die allerletzten Prozente an Spitzenleistung braucht, bekommt hier immer noch einen der besten E-Bike-Motoren auf dem Markt. Dazu hält der mächtige 800-Wattstunden-Akku Saft für wirklich lange Touren vor – ein Pluspunkt, den man bei Tagestouren oder ambitionierten Pendelstrecken gar nicht hoch genug einschätzen kann.

Dank der bequemen Sitzposition geht das auch locker und ohne schmerzenden Rücken über viele Kilometer. Der tiefe Einstieg macht dabei nicht nur das Auf- und Absteigen zum Kinderspiel, sondern sorgt auch bei spontanen Stopps an der roten Ampel oder dem unvermeidlichen Bäckerei-Halt für entspanntes Ankommen und Losfahren. Im Vergleich zum Sport-Modell fühlt sich das Easy auf seinen 28-Zoll-Reifen vielleicht einen Ticken spritziger und wendiger an – ein Hauch mehr Agilität, der im Stadtverkehr durchaus willkommen ist. Wer allerdings beide Modelle nicht direkt nebeneinander fährt, wird den Unterschied natürlich nicht bemerken.

Im Alltag funktioniert auch die Shimano-Bremse tadellos – unsere Empfehlung, für den Fall der Fälle auf größere Scheiben aufzurüsten, bleibt dennoch bestehen. Besser einmal zu viel Bremspower haben als einmal zu wenig, besonders wenn das Gepäck für den Wochenendtrip die Zuladung nach oben treibt. Die Enviolo-Nabenschaltung in der "Heavy Duty"-Variante passt in unseren Augen ebenfalls hervorragend ins Gesamtkonzept: Kombiniert mit der gewaltigen Motorleistung und dem Gates-Riemenantrieb ergibt sich ein tadelloser, langlebiger und vor allem wartungsarmer Alltagsbegleiter.

Etwas zwiegespalten sind wir beim Thema Preis-Leistung. 5.199 Euro sind – auch für einen Carbon-Rahmen, den Avinox-Motor und die Enviolo-Schaltung – ein Wort. Die Ausstattung ist gut, keine Frage, aber an manchen Stellen – Stichwort Bremsscheibengröße und Federgabel-Steifigkeit – hätten wir bei diesem Preispunkt etwas mehr erwartet. Andererseits: Der Carbon-Rahmen mit tiefem Einstieg ist in dieser Preisklasse nach wie vor eine echte Seltenheit, und der DJI-Antrieb spielt in einer eigenen Liga. Wer diese beiden Alleinstellungsmerkmale zu schätzen weiß, bekommt ein überzeugendes Trekking-E-Bike, das im Alltag einfach Spaß macht.

👍 Das gefällt

  • hervorragender Motor, mindestens auf Augenhöhe mit Bosch CX Gen 5
  • großer, reichweitenstarker Akku
  • robuste, gut funktionierende Nabenschaltung mit prima Bandbreite
  • gute Alltagsausstattung
  • schöner Tiefeinsteiger-Carbon-Rahmen

👎 Das weniger

  • trotz guter Ausstattung kein Schnäppchen
  • kleine Bremsen trotz hoher möglicher Zuladung
  • Akku kann nicht werkzeuglos entnommen werden
  • nur zwei Rahmengrößen

💗 Das perfekte Rad für ...

  • … alle, die einen komfortablen Tiefeinsteiger mit kompromissloser Motorleistung suchen und dabei nicht auf einen leichten, edlen Carbon-Rahmen verzichten wollen.