Wer die Freiheit auf Schotter sucht, braucht heute kein Vermögen mehr auszugeben. In der vielseitigen Preisklasse bis 3000 Euro zeigen die Hersteller, was technisch machbar ist. Ob elektronische Funkschaltung, feinstes Carbon oder gar eine echte Federgabel – die Ausstattung der aktuellen Adventure- und Allround-Gravelbikes hat ein neues Level erreicht. Wir stellen dir vier extrem spannende Konzepte von Stevens, BH Bikes, Merida und Koga vor, die Lust auf das nächste Abenteuer machen.

Seit vielen Jahren fahre ich mit großer Leidenschaft bei jeder Gelegenheit mit dem Gravelbike oder dem Rennrad. Ob es die Schotter-Hausrunde ist, die Ausfahrt mit dem Radsportverein oder episch lange Touren bei Ultracycling-Events – meist kommen so am Jahresende um die 14.000 Kilometer zusammen.
Auch als Redakteur, wo immer wieder neue Räder aller Art getestet werden, lassen sich spannende Entwicklungen ausmachen. Herauszufinden, wo der Mehrwert liegt, sich Räder vom Vorgänger unterscheiden oder neue Produkte auszuprobieren und sie der Leserin und dem Leser verständlich vorzustellen, sind mein Ansporn, dem ich mit viel Begeisterung nachkomme. Denn auch als Redakteur bin ich genauso ein Verbraucher, wie jeder andere und möchte selbst möglichst alles über neue Produkte zu unserem liebsten Hobby erfahren.
Hightech-Features erobern die Mittelklasse
Wer ein Gravelbike für Alltagswege, Bikepacking und knackige Schotter-Touren sucht, findet im Bereich bis 3000 Euro einen perfekten Markt vor. Die Hersteller zeigen hier besonders viel Kreativität, um verschiedene Fahrertypen glücklich zu machen. Das Resultat ist erstaunlich: Wir sehen in dieser Liga mittlerweile Features, die vor Kurzem teils nur wesentlich teureren Rädern vorbehalten waren. Wie unterschiedlich die Ansätze der Marken ausfallen, zeigt unser Blick auf vier aktuelle Modelle.
Vier spannende Adventure/Allround-Gravelbikes
Übersicht👉 Stevens Gavere Pro
👉 BH Bikes GravelX Alu 1.8
👉 Merida Mission 4000
👉 Koga Colmaro Extreme Turtle Green
Stevens Gavere Pro

Stevens Gavere Pro: viel Gravelbike zum fairen Preis.
Norddeutsche Bodenständigkeit trifft auf modernste Technik: Stevens zeigt mit dem Gavere Pro, wie ein modernes Alu-Topmodell aussehen kann. Mit einer elektronischen Sram-Schaltung und zahlreichen Montageösen ausgestattet, präsentiert es sich als ideales Adventure-Bike. Auf dem Trail wirkt das Hamburger Gravelbike insgesamt ausgesprochen lebendig und agil.
⚙️ Stevens Gavere Pro / 💰 2549 Euro
- Rahmen: Aluminium
- Schaltung: Sram Apex XPLR AXS
- Reifen: Schwalbe G-One R, 45 mm
- Reifenfreiheit: bis zu 50 mm
BH Bikes GravelX Alu 1.8

BH Bikes GravelX Alu 1.8: Die Optik ist nicht alles, aber an diesem Gravelbike sticht sie heraus.
BH Bikes rückt bei seinem überarbeiteten GravelX Alu den Komfort und die Optik in den Fokus. Der Rahmen besticht durch aufwendig verschliffene Schweißnähte, die stark an edles Carbon erinnern. Das Modell 1.8 kommt für 2.400 Euro mit einer mechanischen 12-fach GRX-Gruppe. Egal ob Straße oder Waldautobahn: Das Bike ist auf ein sehr kontrolliertes Handling und viel Fahrkomfort ausgelegt.
⚙️ BH Bikes GravelX Alu 1.8 / 💰 2499 Euro
- Rahmen: Aluminium (mit UDH-Schaltauge)
- Schaltung: Shimano GRX820 (2 × 12-fach mechanisch)
- Laufräder: Vision Team 30 Alu (aero-optimiert)
- Reifenfreiheit: bis zu 45 mm
Merida Mission 4000

Merida Mission 4000: sorgte bei seiner Vorstellung für Aufsehen.
Dass eine exzellente Basis nicht sündhaft teuer sein muss, beweist Merida mit dem Mission 4000. Für faire 2.299 Euro nutzt es exakt denselben Carbon-Rahmen wie das 9.000 Euro teure Topmodell der Profis. Auch wenn die günstigeren Anbauteile die absolute Race-Spritzigkeit etwas zähmen, präsentiert sich das Bike als unglaublich schneller Allrounder und tolle Basis für spätere Up-Dates.
⚙️ Merida Mission 4000 / 💰 2299 Euro
- Rahmen: Carbon
- Schaltung: Shimano GRX (2-fach)
- Gewicht: 9,8 kg
- Reifenfreiheit: max. 40 mm
Koga Colmaro Extreme Turtle Green

Das Koga Colmaro Extreme ist ein spannender Grenzgänger. Sein Markenzeichen: die Suntour-Federgabel mit 40 mm Federweg. Die robuste Rahmenform und die dicken Reifen machen klar, dass hier durchaus Bikepacking und grobes Gelände rufen dürfen. Das Überraschende an diesem Konzept: Das Mehrgewicht der Gabel stört kaum, das Bike lässt sich erstaunlich agil über den Schotter manövrieren.
⚙️ Koga Colmaro Extreme /💰 2499 Euro
- Rahmen: Aluminium
- Gabel: Suntour GVX32 Federgabel (40 mm)
- Schaltung: Shimano GRX (2x12-fach)
Ratgeber: Darauf kannst du in dieser Preisklasse achten
- Rahmenmaterial – Alu vs. Carbon: Das Merida beweist, dass es für unter 2.500 Euro exzellente Carbon-Rahmen gibt. Alu-Modelle (wie von BH Bikes und Stevens) nutzen das Budget hingegen, um bei der Schaltung (elektronisch) oder aerodynamischen Laufrädern zu punkten.
- Schaltung – Kabel oder Funk: Mechanische Gruppen wie die Shimano GRX sind extrem robust und auf Abenteuern leicht zu reparieren. Mit Modellen wie dem Stevens Gavere Pro erhältst du in dieser Preisklasse aber bereits die kabellose Sram AXS-Zukunft.
- Das Extra an Dämpfung: Das Koga Colmaro Extreme verdeutlicht, dass 40 mm Federweg auf Wurzeltrails ein echter Segen sind. Wer vorwiegend glatte Schotterpisten fährt, dem reicht oft eine breite Reifenfreiheit (wie die 50 mm beim Stevens), um über den Reifendruck genug Dämpfung aufzubauen.





