Kein Platz im Wohnmobil? Dieses Falt-E-Bike ist die Lösung – aber es hat seinen Preis.

Victoria Fylgran 7 im Test
So gut ist das Sport-Klapprad mit Bosch-Power!

ArtikeldatumVeröffentlicht am 12.07.2026
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Kompakte, falt- beziehungsweise klappbare E-Bikes liegen hoch im Trend – hier haben wir viele weitere Modelle im Test. Kein Wunder: Sie versprechen maximale Flexibilität für Pendler und Camper, die wenig Platz haben. Victoria schickt mit dem Fylgran 7 ein voll ausgestattetes Falt-E-Bike mit dem sportlichen Bosch-Performance-SX-Motor ins Rennen. Ein Leichtgewicht ist es mit über 25 Kilo nicht, der Preis von 3999 Euro ist ebenfalls eine Ansage. Doch kann das Konzept im Alltag überzeugen? Unser Test klärt auf. Übrigens: Hier haben wir weitere E-Bikes ab fairen 900 Euro in der Test-Zusammenfassung.

Moritz Schwertner, Redakteur BikeX
Moritz Schwertner
BikeX-Redakteur und E-Bike-Experte

Kurz & knapp: Victoria Fylgran 7

  • Klapp-E-Bike mit Vollausstattung und Alurahmen
  • One-Size-Rahmen (ohne Größenempfehlung)
  • gemessene 25,5 kg schwer, 120 kg zulässiges Systemgewicht
  • Angetrieben von Boschs Sport-Aggregat SX (60 Nm) …
  • … kombiniert mit einem entnehmbaren 400-Wattstunden-Akku
  • 5-Gang-Shimano-Nexus-Nabenschaltung
  • Preis: 3999 Euro

Victoria Fylgran 7: Alurahmen mit SX-Antrieb!

Victoria Fylgran 7 im Test!
Moritz Schwertner

Mit dem Fylgran 7 wagt sich Victoria an den Spagat zwischen praktischem Klapprad und voll ausgestattetem E-Bike. Die Basis dafür bildet ein sauber verarbeiteter Aluminiumrahmen, der nicht nur einen cleveren Faltmechanismus recht gekonnt versteckt, sondern auch Boschs sportlichen Performance Line SX-Motor beherbergt. Wie üblich kommt beim SX-Antrieb ein – nach heutigen Maßstäben eher kleiner – 400-Wattstunden-Akku zum Einsatz, gesteuert wird das Fylgran per LED-Remote, ein Display gibt es nicht. Die Kombination aus voller Ausstattung und Elektrifizierung hat jedoch ihren Preis auf der Waage: Mit gewogenen 25,5 Kilogramm ist das Fylgran kein Leichtgewicht, das man mal eben in den fünften Stock trägt – für ein E-Faltrad dieser Klasse ist der Wert aber typisch. Die spannende Frage für unseren Test: Fällt das im Alltag sprichwörtlich negativ ins Gewicht, oder überwiegt die Flexibilität? Übrigens: Welcher Akku zu dir passt, und welche Reichweiten realistisch sind, sagen wir dir hier.

Ausstattung: kein High-End, aber wertig

Victoria Fylgran 7 im Test!
Moritz Schwertner

Die Ausstattung passt schon einmal: Shimano liefert mit der Nexus eine 5-Gang-Nabenschaltung und mit der MT200 bekannt einfache, aber gute Bremsen, wenn auch mit 180/160mm Scheibendurchmesser eher kleine Scheiben. Gripstarke Schwalbe-Super-Moto-X-Gummis, Selle-Royal-Sattel und weitere Anbauteile bekannter Markenhersteller. Bei der Schaltung setzt Victoria auf eine bewährte und wartungsarme Kombination: Die Shimano-Nexus-5-Gang-Nabe wird über einen Drehgriff bedient und überträgt die Kraft via Gates-Riemen – eine saubere und langlebige Lösung.

Die 20-Zoll-Laufräder sind auf robusten Mach1 "Kargo L" Felgen aufgebaut und mit den voluminösen Schwalbe Super Moto-X Reifen bestückt, die für Komfort und guten Grip stehen. Die Kontaktpunkte sind durchdacht gewählt: Lenker und Sattelstütze stammen von Ergotec, der Sattel von Selle Royal. Die Vollausstattung für den Alltagseinsatz umfasst Curana-Schutzbleche, einen MIK-HD-Gepäckträger, eine AXA-Lichtanlage mit 45 Lux, ein Büchel-Rücklicht sowie ein Abus-Rahmenschloss für schnelle Stopps.

Im Alltag gefahren: Victoria Fylgran 7

Aufgesattelt und losgependelt – unser Parcours besteht heute aus einer kurzen City-Tour mit anschließender Bahnfahrt. Losgerollt merkt man gleich die ungemein wendigen 20-Zoll-Gummis – die breiten Schwalbe Super Moto-X rollen toll, geizen dabei aber weder mit Grip noch sonderlich mit Geradeauslauf. Klar: Ausgewachsene E‑Bikes fahren stoischer geradeaus, können dafür aber nicht zusammenfalten – irgendeinen Kompromiss gibt es halt immer. Dazu passt die absolut perfekt schaltende Shimano-Nexus-Schaltung mit ihren fünf Gängen. Gesteuert über den einfachen Revoshift-Drehgriff, reicht die Bandbreite in der Stadt und auf kleinen, nicht zu hügeligen Touren dicke aus. In Kombination mit dem quasi wartungsfreien Gates-Riemen ist das System ein kompromissloser und im Unterhalt spottbilliger Dauerläufer.

Ein wenig unentschlossen sind wir beim Antrieb: Der SX von Bosch ist mit seinen 60 Newtonmetern ein richtig tolles, leises und leichtes Aggregat, belohnt den Fahrer aber erst bei hohen Kadenzen ab 80 Kurbelumdrehungen und mehr mit voller Power. Wer etwa den kraftvollen CX-Motor gewohnt ist, wird zunächst ob der Leistung enttäuscht sein, da dieser untertourig signifikant mehr schiebt. Dafür ist der SX sparsam: Der 400-Wattstunden-Akku reicht bei sportlicher Eigenleistung locker für weite Touren. Im reinen Campingplatzbetrieb würden wir realistisch mit rund 30 Kilometern rechnen, im urbanen Stop-and-Go gerne auch 10 bis 15 Kilometer mehr.

Ansonsten passt der Rest: Die berühmt-berüchtigte Shimano MT200 macht mit ihrer 180-/160-mm-Scheibenkombination sang- und klanglos ihre Bremsarbeit – zuverlässig, aber nicht überragend. Die Lichtanlage von AXA ist mit 45 Lux klassen- und preisgerecht hell, aber keine Stadionbeleuchtung. Großes Lob gibt's dagegen für den satt arbeitenden Faltmechanismus. Ein, zwei Mal geübt, schon geht das Ganze easy von der Hand. Aber: Ein klassisches Faltrad à la Brompton ist auch das Fylgran nicht, alleine des satten Gewichts von 25,5 Kilo wegen. Auch fällt das Faltmaß mit 87 × 79 × 41 (L × H × B) nicht rekordverdächtig aus. Damit ist es aber nicht alleine – Klassenkameraden von Cube, Tern & Co. sind allesamt gewichtsseitig auf einem ähnlichen Level.

👍 Das gefällt

  • perfekt verarbeitet
  • gut bedienbarer Faltmechanismus
  • sportiver, kleiner und leiser Antrieb
  • völlig ausreichend dimensionierter Akku

👎 Das weniger

  • Motor fordert für Power-Output hohe Trittfrequenzen
  • mit 25,5 Kilo auch für die Klasse nicht leicht
  • kein Schnäppchen

💗 Das perfekte Rad für ...

  • … Stadt-Pendler mit wenig Platz oder Camper mit kleiner Wohnmobilgarage

Fazit