Bei Hitze mit Baselayer? Das bringt die Extra-Schicht beim Rennradfahren!

Es gibt keine dummen Fragen!
Bei Hitze mit Baselayer? Warum das eine gute Idee ist!

ArtikeldatumVeröffentlicht am 11.07.2026
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Ein Baselayer im Sommer.
Foto: GripGrab

Baselayer an heißen Tagen: Ja oder nein? Diese Frage spaltet sogar die sonst so einvernehmliche ROADBIKE-Redaktion. Auf den ersten Blick klingt die Idee widersinnig: Während sich die Leute allerorten die Klamotten vom Leib reißen, sollen Rennradfahrerinnen und Rennradfahrer eine zusätzliche Schicht anziehen?

Das sagen die Experten

Wir von ROADBIKE haben bei den Experten aus der Industrie nachgefragt: "Gerade an heißen Tagen kann ein sehr leichter Baselayer einen spürbaren Unterschied machen", antwortet Löffler. Dank des speziellen Materials nimmt das Baselayer den Schweiß direkt von der Haut auf und leitet ihn in die nächste Bekleidungsschicht – in der Regel das Jersey -, wo die Feuchtigkeit großflächig an die Umgebungsluft abgegeben werden kann.

"Genau dieser Verdunstungsprozess unterstützt die natürliche Kühlung des Körpers und sorgt für ein angenehm trockenes Körperklima", sagt Löffler. Dieser Effekt funktioniere mit dem Baselayer deutlich besser als mit einem Trikot allein. Das Material des Unterhemds, meist Polypropylen, selbst speichert keine Feuchtigkeit, sondern leitet sie direkt weiter. Deshalb trocknet das Material auch schneller, sodass man beispielsweise auf Abfahrten nicht so leicht auskühlt.

Kurz&knapp: Die Vorteile eines Baselayers im Sommer

  • Feuchtigkeitstransport: Die Haut bleibt trockener
  • Kühlung: Dank der größeren Oberfläche kann mehr Schweiß verdunsten, was effektiv besser kühlt
  • Schutz: Das Baselayer verringert die Reibung und Irritationen auf der Haut

"Ohne Baselayer bleibt Schweiß häufiger direkt auf der Haut oder sammelt sich punktuell im Trikot. Das kann sich schneller klamm anfühlen und die Temperaturregulierung beeinträchtigen. Ein sehr leichter, luftiger Baselayer verbessert den Feuchtigkeitstransport und unterstützt das Trikot dabei, seine Funktion optimal zu erfüllen", betont Löffler.

Zudem bleibe dank des Unterhemds die Haut trockener, und diese reguliere die Körpertemperatur effizienter als nasse Haut. Der Kühleffekt durch Gegenwind auf Schweißhaut könne außerdem zu Muskelverkrampfungen führen – ein trockenes Unterhemd reduziert dieses Risiko. Einzig an Tagen jenseits der 30 °C und kurzen, intensiven Einheiten ohne lange Abfahrten könne auch ein normales Trikot ohne zusätzliches Baselayer ausreichen.

Auch der italienische Hersteller Santini betont den Sinn eines Sommer-Baselayers: "Unsere Baselayer bestehen aus offenporigen Mesh-Geweben, die eine freie Luftzirkulation auf der Haut ermöglichen. Das Ergebnis ist ein Mikroklima zwischen Körper und Trikot, das kontinuierlich belüftet wird – selbst bei intensiven Belastungen, wenn die Körpertemperatur ihren Höhepunkt erreicht."

Außerdem gebe es noch einen weiteren Vorteil des Baselayers, jenseits des Kühlungseffekts: Schutz. "Eine gut sitzende Funktionsunterwäsche reduziert den direkten Kontakt zwischen Haut und Trikot und verringert Reibung und Hautirritationen auf langen Fahrten nahezu vollständig. Eine einfache Schicht, die auch im Sommer ihren Platz verdient – nicht nur im Winter."

Wichtig dabei: Das Unternehmd sollte eng anliegend, aber nicht einengend sitzen, betont Santini. Es sollte nah auf der Haut sitzen, um Feuchtigkeit effektiv abzuleiten, ohne Atmung oder Bewegung einzuschränken: "Denk an eine zweite Haut, nicht an Kompressionskleidung." Wenn sich der Stoff beim Vorbeugen spanne, solle man eine größere Größe wählen.