Stevens Gavere Pro im Test: Was taugt das Alu-Gravelbike mit Funk-Schaltung?

Test: Stevens Gavere Pro Gravelbike
Wie Stevens Top Alu-Modell auf Schotter auftrumpft

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ArtikeldatumVeröffentlicht am 09.05.2026
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Die Hamburger Fahrradmarke ist bekannt für hanseatische Bodenständigkeit und sportliche Leidenschaft auf zwei Rädern. Seit der Gründung in Hamburg hat sich der Hersteller vom spezialisierten Fahrradfachhandel-Umfeld zu einer festen Größe im Performance-Segment entwickelt – mit Fokus auf Qualität, Alltagstauglichkeit und Rennsport-DNA.

Besonders sichtbar wird das in den Disziplinen, die in den vergangenen Jahren einen echten Boom erlebt haben: Cyclocross und Gravel. Während Cyclocross bei Stevens seit 2005 (sogar mit eigenem Racing Team) fest zur sportlichen Identität gehört – schnell, direkt, kompromisslos für kurze, intensive Rennen im Dreck –, steht das Gravelbike bekanntlich für die moderne Freiheit zwischen Straße und Offroad: lange Touren, wechselnde Untergründe, Abenteuer vor der Haustür. Und hier kommt nun das Stevens Gavere Pro ins Spiel, welches wir zum Test gebeten haben. Woher der Name stammt? Er ist angelehnt an das traditionsreiche UCI-Weltcuprennen Cyclocross Gavere in Belgien.

Kurz & knapp: Stevens Gavere Pro

  • Rahmenmaterial: Aluminium
  • Schaltung: Sram Apex XPLR AXS 1by, 40T x 11-44T
  • Laufräder: DT Swiss G1800 Spline
  • Reifen: Schwalbe G-One R, 45 mm
  • Gewicht: 10,07 kg / Größe 51
  • Preis: 2549 Euro
Stevens Gavere Pro
Thomas Terbeck

Das steckt hinter dem Gavere Pro

Positioniert als Top-Modell bei den Gravelbikes mit Aluminium-Rahmen, kommt das Schotter-Bike mit der elektronischen Einstiegs-Schaltgruppe Sram Apex AXS als 1×12, DT Swiss-G-1800 Spline-Laufrädern und mit 45 mm Schwalbe G-One R-Bereifung um die Ecke.

Specs sind nicht alles, wichtig ist auch zu wissen, wofür das Bike denn gedacht ist: So präsentieren die Hamburger das Gavere Pro dann auch als waschechtes Adventure-Bike. Der neu entwickelte Aluminium-Rahmen wartet entsprechend dazu mit vielen Montageösen für Bikepackingtaschen, Cages oder Schutzbleche auf, die sich zudem auch an der Full-Carbon-Gabel finden lassen. Zeitgemäß und für ein Plus an Komfort auf langen Strecken soll ebenfalls die große Reifenfreiheit von bis zu 50 mm sorgen. Damit ist alles angerichtet, auf geht’s zum Test auf die Schotterpisten.

Schotterpisten-Check

Ein erster Blick auf den Rahmen offenbart säuberlich verschliffene Schweißnähte am Oberrohr und am Ansatz der Sitzstreben. Deutlich wird der Alu-Rahmen erst auf dem zweiten Blick. So lassen sich die Schweißraupen an der Brücke der Sitzstreben, unterhalb des Tretlagers oder am Ausfallende deutlicher erkennen. Ungewöhnlich an einem Gravelbike fallen die Montageösen für einen Seitenständer an den Kettenstreben auf, machen das Bike jedoch auch für den Alltagseinsatz fit. Und: Die Gabel besitzt eine verdeckte Gewindebohrung für die Steckachse. Das ergibt einen cleanen Look. Eher selten in einem Testbericht zu finden ist die folgende Notiz: auffällig sorgsam gewickeltes Lenkerband, das zudem auch einen prima Grip bietet.

Die aufrechte Sitzposition weist den Weg des Gaveres: komfortorientiertes Graveln, ohne sich zu verspannen, statt aerodynamisches Ballern. Der äußerst kurze Vorbau irritiert zunächst, rechnet man dadurch doch zunächst mit einem nervöseren Handling des Bikes. Ein Trugschluss, wie sich herausstellt, und in der Praxis verbuchen wir das am Ende unter dem Punkt "angenehmes, agiles" Fahrverhalten. Dazu passt, dass das Gavere Pro schnell auf Geschwindigkeit kommt. Ihren Anteil daran haben die flinken Schwalbe G-One R Pneus mit 45 mm, obwohl die Laufräder zwar rundherum solide und robust sind, dennoch eher aus dem unterem Regalfach stammen und keine Leichtgewichte sind. Dafür gibt es einen nicht zu hörenden Freilauf an Bord. Klingel nicht vergessen! Für unseren Testfahrer mit 171 cm Größe und 62,5 cm Armlänge wirkt das Gravelbike insgesamt ausgesprochen lebendig. Prima.

Mit der Sram-Apex-XPLR-AXS-Schaltgruppe macht Stevens den Weg frei für einen kostengünstigen Einstieg ins elektronische Schalten. So zeigt diese sich in Feld und Flur tadellos, die Materialanmutung in der Klasse bezeichnen wir als solide. Gut zu wissen: Sram-Komponenten sind oftmals untereinander austauschbar, sodass später bei Bedarf aus den hochwertigeren Schaltgruppen leichtere Komponenten wie Kassette und Kettenblatt schnell ausgetauscht werden können.

Die Übersetzung geht mit 40er-Kettenblatt und 11-44er-Kassette auch für hügeliges und bergisches Gelände klar und zeichnet sich im flachen Gelände mit guter Geschwindigkeit und Vorwärtstrieb aus. Wem dennoch der viel zitierte Rettungsanker fehlt, hat mit einem möglichen 38er Kettenblatt eine gute Option.