Aus der Traum vom High-Performance-Antrieb aus Zuffenhausen: Porsche zieht den Stecker bei seinem E-Bike-Projekt. Was als ambitionierter Einstieg in den boomenden E-Bike-Markt gedacht war, endet nun abrupt. Im Rahmen einer "strategischen Neuausrichtung" – ein schönes Wort für "wir machen jetzt nur noch, was wir wirklich können" – stampft der Sportwagenbauer seine Tochtergesellschaft Porsche eBike Performance GmbH ein.

Als BikeX-Redakteur nehme ich beinahe wöchentlich neue E-Bikes unter die Lupe: Vom stylishen City-Flitzer über Trekking-Räder bis hin zu sportlichen E-MTBs ist die Bandbreite wirklich gewaltig. Neugierig geworden? Alle getesteten Räder findest du hier in der Übersicht!
Bei meinen ausgiebigen Testfahrten prüfe ich nicht nur Zahlen und Daten, sondern vor allen Dingen, ob ein Bike im Alltag wirklich funktioniert: Wie fährt es sich im Feierabendverkehr, mit Einkaufstasche am Gepäckträger oder auf matschigen Waldwegen? Ich höre aufs Motorgeräusch, spüre, was der Rahmen macht – und freue mich natürlich, wenn mich ein Bike einfach grinsend vom Hof rollen lässt.
Mein Tipp? Richtig gute E-Bikes erkennt man daran, dass man gar nicht mehr darüber nachdenkt, ob es überhaupt einen Motor hat. Sondern nur, wie viel Spaß es gerade macht.
Viel Spaß beim Lesen!
Kurz & knapp: Porsche schließt seine E-Bike-Sparte
- Was? Die Porsche eBike Performance GmbH wird eingestellt.
- Warum? Offiziell wegen "fundamental veränderter Marktbedingungen" und der strategischen Konzentration auf das automobile Kerngeschäft.
- Wer ist betroffen? Rund 360 Mitarbeiter an den Standorten Ottobrunn und Zagreb.
- Was war der Plan? Die Entwicklung und der weltweite Vertrieb von Hochleistungs-E-Bike-Antriebssystemen.
Porsche-Aus: schwierige Marktbedingungen
Als offiziellen Grund nennt man in der Konzernzentrale "fundamental veränderte Marktbedingungen für E-Bike-Antriebssysteme". Was genau sich da so fundamental geändert hat, dass man lieber die Notbremse zieht, als weiterzumachen, lässt die Mitteilung offen. Offenbar war der Markt für hochgezüchtete E-Bike-Antriebe doch nicht so einfach zu erobern, wie man es sich vorgestellt hatte.
Die Entscheidung ist Teil eines größeren Aufräumprogramms. Neben der E-Bike-Sparte müssen auch eine Batteriezellen-Firma und ein Software-Entwickler dran glauben. Der Vorstandsvorsitzende spricht von "schmerzhaften Einschnitten", um sich wieder auf das "Kerngeschäft" zu konzentrieren. Und das sind nun mal Autos, nicht E‑Bikes. Für rund 360 Mitarbeiter in Ottobrunn und Zagreb bedeutet es das Aus.
Unser Kommentar
Auch die E-Bike-Eigenmarke scheiterte bereits
Im Zuge des einstigen Fahrrad-Booms gründete Porsche gemeinsam mit der Pon Holding (Cannondale, Focus) das Joint Venture P2 E-Bike GmbH. Ziel war die Entwicklung eines eigenständigen High-End‑E-Mountainbikes unter der Marke Porsche, das vermutlich mit einem neuen hauseigenen Motor ausgestattet werden sollte. Das Projekt war bereits weit fortgeschritten: Ein Entwicklerteam arbeitete an dem Rad, ein Prototyp wurde gesichtet, Rahmendesigns waren registriert und erst kurz vor dem Aus wurden Marketing-Experten abgeworben. Dennoch wurde das Vorhaben Mitte 2025 abrupt und für die Mitarbeiter überraschend gestoppt. Das stille Ende des Projekts, begleitet von einer sehr zurückhaltenden Kommunikation, steht sinnbildlich für die Ernüchterung in der gesamten Branche: Nach dem Goldrausch der Corona-Jahre ziehen sich branchenfremde Investoren nun aus Engagements zurück, die nicht mehr die erhoffte Rendite versprechen. Die Chance auf ein prestigeträchtiges Porsche-Superbike ist damit vorerst vertan. Die exklusive Recherche findest du im folgenden Artikel:





