Das Rad wird nicht neu erfunden. Auch nicht von den Ingenieuren der italienischen Motorsport-Marke. Aber vielleicht die Bremse?Nachdem man bislang nur Prototypen an den Bikes der Specialized-Downhill-Profis sah, kommt mit der GR-Pro nun die erste Brembo-Serienbremse. Das System soll nicht nur stark verzögern, sondern vor allem kontrollierbar sein. "Eine extrem starke Bremse, die schwer zu dosieren ist, schadet dem Selbstvertrauen", so das Statement der Italiener.
Kurz & knapp: Brembo GR-Pro
- Erste Serien MTB-Bremse der Motorsport-Legende Brembo
- Ziel ist maximale Dosierbarkeit und Kontrolle, nicht nur rohe Bremskraft
- 3-fache Hebel-Einstellung (Übersetzungsverhältnis, Hebelweite, Druckpunkt)
- Vierkolben-Sattel nutzt einen Polymer-Isolator gegen Hitze
- die 2,3 mm dicken Scheiben haben ein spezielles Speichen-Layout für mehr Stabilität.
- ein Set (ohne Scheiben) soll ca. 800 Euro kosten und ist ab Juli 2026 erhältlich.

Mehr Einstellbarkeit geht kaum: Die Gebereinheit verfügt über Anpassungsoptionen für Druckpunkt, Übersetzungsverhältnis und Hebelreichweite.
Maximale Einstellbarkeit am Hebel
Der geschmiedete Geberzylinder bietet drei separate Verstellmöglichkeiten – eine Stufe mehr als der Marktstandard. Ein exzentrischer Mechanismus verändert den Angriffspunkt der Verbindung zum Kolben am Hebel und so dessen Übersetzungsverhältnis. Per 3-mm-Inbus wählt man zwischen drei Stufen: Soft (langer Hebelweg, leichtgängig), Medium und Hard (kurzer Hebelweg, direkter Druckpunkt). Der Leerweg des Hebels und die Lage des Druckpunkts kann in sieben Positionen justiert werden, von sehr frühem bis zu späterem Zupacken der Bremsbeläge. Zudem kann die Hebelweite über einen Bereich von 30 Millimetern an die Handgröße und individuelle Vorlieben angepasst werden. Hierzu stehen 40 Klick-Positionen zur Auswahl.
Innovative Technik an Sattel und Scheibe
Der zweiteilige geschmiedete Sattel beherbergt vier 18 Millimeter starke Kolben und ist mit faserverstärktem Polymer ausgekleidet, um diese zu isolieren. Durch Kontakt mit der Belagplatte reduziert der Isolator die Wärmeleitung, was ein stabileres Bremsverhalten verspricht.
Die 2,3-mm-Edelstahl-Scheibe zeigt ein Motorrad-Speichenlayout. Während handelsübliche Bike-Bremsscheiben in Fahrtrichtung zeigen und die Speichen mit Stauchung belasten, verlaufen die Brembo-Speichen umgekehrt und werden mit Zug belastet. Dies soll die thermische Festigkeit und Steifigkeit verbessern. Das eigens entwickelte Mineralöl mit niedriger Viskosität verspricht stabilere Leistung über den gesamten Temperaturbereich.

Umgekehrt zu Standard-Discs werden die Speichen der Brembos mit Zug statt mit Druck belastet.
Erster Test: Brembo GR-Pro
Auf den Trails in Massa Marittima konnten wir die Brembo-Bremse testen. Die Schraube fürs Übersetzungsverhältnis sitzt schwer erreichbar hinter dem Hebel. Bereits im Stand ist der Unterschied zwischen Soft, Medium und Hard spürbar. Wir entschieden uns für die mittlere Einstellung der Hebelübersetzung mit kurzem Leerweg. Sie bietet ein angenehmes Verhältnis aus Druckpunkt, Leerweg und Standfestigkeit. Bei der weichen Einstellung ist der Druckpunkt-Einsteller schnell in der kürzesten Position. Hier wären mehr Klicks wünschenswert. Die Beläge überzeugten durch Biss und feine Dosierbarkeit. Druckpunktwandern oder Ausfälle traten nicht auf. Eine abschließende Beurteilung der Hitzebeständigkeit war auf den überwiegend flachen Trails noch nicht möglich.
Preis und Verfügbarkeit
Ein Set aus zwei Bremsen und Zubehör, jedoch ohne Bremsscheiben, wird etwa 800 Euro kosten und soll ab Juli 2026 in Europa erhältlich sein.











