Gabel am E-Gravelbike? Warum dieser Verrat für viele die beste Idee des Jahres sein könnte

Bulls Machete EVO SX 2 im Test
Das ideale Gravelbike für jeden Einsatzzweck?

ArtikeldatumVeröffentlicht am 21.06.2026
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Vollgas für die Schotter-Tour: Mit dem Machete Evo hat die ZEG-Marke Bulls ein richtig leichtes, gefedertes E-Gravelbike mit Boschs supersportlichem SX-Motor frisch im Programm. Ob es auf der Hausrunde und beim Bikepacking überzeugen kann? Das zeigt der Test des rund 6000 Euro teuren Carbon-E-Bikes! Übrigens: Hier haben wir weitere E-Bikes ab fairen 900 Euro in der Test-Zusammenfassung.

Moritz Schwertner, Redakteur BikeX
Moritz Schwertner
BikeX-Redakteur und E-Bike-Experte

Kurz & knapp: Bulls Machete EVO SX 2

  • E-Gravelbike mit integriertem Front- und Rücklicht ...
  • ... und 60-mm-Federgabel von Rock Shox
  • Carbon-Rahmen (S bis XL)
  • gemessene 16,32 kg leicht, 135 kg zulässiges Systemgewicht
  • Angetrieben von Bosch Performance Line SX (60 Nm) ...
  • ... kombiniert mit einem entnehmbaren 400-Wattstunden-Akku
  • 13‑fach-Sram-Elektro-Kettenschaltung
  • Preis: 5999 Euro (Modellreihe ab 4999 Euro)

Bulls Machete EVO SX 2: Carbon, wohin man blickt!

Bulls Machete EVO SX 2 im harten Alltagstest!
Moritz Schwertner

Das Erste, was am Machete Evo auffällt, ist der schön geformte Carbon-Rahmen. Und quasi mitten drin, leider aber auch kaum zu übersehen, sitzt Boschs Zwergen-Aggregat, der SX-Motor. Seine 60 Newtonmeter klingen im Zeitalter der Drehmoment-Monster nicht nach viel. Aber packt das mal in ein leichtes Gesamtpaket wie dieses, und die Sache sieht ganz anders aus. Wichtig zu wissen: Der SX ist kein Sänftenträger, er versteht sich eher als Sparringspartner. Er will gefordert werden, verlangt nach einer hohen Trittfrequenz und belohnt dich erst dann mit ordentlich Schub. Im Gravel-Alltag funktioniert das für mich wunderbar und fühlt sich herrlich sportlich an. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass wer vom dicken CX-Motor kommt, sich umgewöhnen muss – hier kommt die Power nicht von unten heraus, sondern muss mit eigener Muskelkraft (mit)erarbeitet werden.

Und der Akku? Der entnehmbare, nach heutigen Maßstäben eher kleine 400-Wattstunden-Speicher muss niemanden stressen. Touren um die 100 Kilometer mit deutlich über 1000 Höhenmetern sind im etwas unrund abgestimmten Eco-Modus locker drin, im Tour-Modus kam ich bei ähnlichen Höhenmetern auf rund 80 Kilometer. Wer mehr will, packt sich Boschs Range-Extender mit 250 Wattstunden dran, Problem gelöst. Übrigens: Welcher Akku zu dir passt, und welche Reichweiten realistisch sind, sagen wir dir hier.

Ausstattung: richtig edel, richtig leicht

Bulls Machete EVO SX 2 im harten Alltagstest!
Moritz Schwertner

Logo: 6000 Euro sind eine Menge Holz, aber bei Bulls kriegt man dafür auch was geboten. Die Gravel-Puristen unter euch werden bei der RockShox-Federgabel vermutlich kurz Schnappatmung bekommen, ist das schließlich Verrat an der reinen Lehre. Aber regt euch nicht zu früh auf: Mit 60 Millimetern Federweg sind wir noch meilenweit von MTB-Federwegen von heute entfernt. Cool dabei: Die Gabel bügelt grobes Gerümpel weg und lässt sich für den Sprint per Lockout an der Krone fix stilllegen. Passt also.

Auch sonst kommt den Preis angemessen nur feine Ware zum Einsatz: Die Carbon-Laufräder kommen von Kulthersteller Mavic, Sram spendiert eine knackige, elektrische 13-fach-Schaltung mit einem 46-Zähne-Rettungsring für die ganz fiesen Rampen. Dazu gibt's Bremsen mit 160-mm-Scheiben, die für den Gravel-Einsatz völlig ausreichen. Mein persönliches Highlight ist aber die Lichtanlage. Im Lenker ist ein Frontlicht versteckt und in den Kettenstreben leuchten zwei Rücklichter so hell, dass dich keiner übersieht. Dank MonkeyLink-Schnittstelle wäre sogar noch mehr Zubehör drin – an unserem Testbike war eine SP-Connect-Handyhalterung verbaut.

Im Alltag gefahren: Bulls Machete EVO SX 2

Feierabend, ab aufs Rad! Das Machete serviert eine eher tourenorientierte Sitzposition, man sitzt super im Rad integriert und fühlt sich sofort wohl. Was mich echt positiv überrascht hat, waren die Sram-Bremsen. Die Stopper sind mittlerweile extrem temperaturstabil, brauchen kaum Handkraft und sind dabei flüsterleise – das war bei älteren Force-Gruppen definitiv nicht immer so. Auch die Gabel macht ihren Job, filtert vor allem grobe Schläge spürbar raus und entlastet so auf langen Etappen spürbar Arm- und Rumpfmuskulatur.

Ansonsten ist das Machete Evo erfreulich unauffällig – und das meine ich absolut positiv. Es tut genau das, was es soll, und zwar verdammt gut. Die Sram-Elektroschaltung schaltet gewohnt knackig, der SX-Motor powert bei entsprechender Drehzahl wie der große Bruder CX, und das geringe Gewicht von 16 Kilo macht sich in jedem Antritt und jeder Kurve bemerkbar. Und zu mäkeln? Habe ich an dieser Stelle höchstens an dem eben noch gelobten Frontlicht: Wer, wie ich, gerne mit Vorbauhalterung samt Computer fährt, der strahlt sein teures Garmin von unten an. Aber ansonsten ist das Machete Evo ein echt gelungenes, vergleichsweise leichtes E-Gravelbike. Auch wenn Bulls sich das etwas kosten lässt.

👍 Das gefällt

  • für den Preis ausgesprochen wertig ausgesprochen
  • toller, sportiver Motor
  • gut ansprechende, komfortable Federgabel
  • alles in allem sehr leicht

👎 Das weniger

  • Frontlichtplatzierung für Rad-Computer ungünstig platziert
  • für Bikepacker zu wenig Anschraubpunkte

💗 Das perfekte Rad für ...

  • … sportliche Gravelbiker, die gerne über sich hinauswachsen wollen

Fazit