Besser als der Caracal Race? Das kann der neue Hutchinson Touareg Race GS Gravel-Reifen

Test: Schneller Gravel-Reifen
Hutchinson Touareg Race GS im Härtetest

Inhalt von
ArtikeldatumVeröffentlicht am 27.06.2026
Als Favorit speichern
Hutchinson Touareg Race GS,Gravelreifen,Gravel Racing,Halde Haniel,Schotterberg,Reifen
Foto: Thomas Terbeck

Die Franzosen haben zuletzt mit den Semi-Slick Gravel Race-Reifen Caracal Race in 40 mm und 45 mm für Furore gesorgt, bieten sie doch einen ähnlichen Rollwiderstand wie "normale" Rennradreifen. Kein Wunder, dass man sie häufig bei Gravel-Rennen im Einsatz sieht. Wie gut sie performen, konnten wir in unserem Gravelreifen-Test sehen.

Hutchinson Touareg Race GS – die Erweiterung des Race-Portfolios

Wie es "Semi-Slick" ausdrückt, bieten die wieselflinken Caracal Race wenig Grip bei feuchtem Untergrund, lediglich an den Rändern ist der Reifen profiliert. Diese Lücke möchte der neue Touareg Race GS nun schließen, ohne allzu große Kompromisse bei Geschwindigkeit und Performance einbüßen zu müssen. Auch die Pannensicherheit wurde optimiert. Dafür sorgen soll die neue Gummimischung, die SwiftEasy-Karkasse und das GridSkin-Schutznetz an den Seitenwänden.

Fizik Kudo,Expertenbox
Thomas Terbeck
Redakteur BikeX / ROADBIKE / GRAVELBIKE

Interessant sind die Preise, denn den Touareg gibt es in zwei Versionen. Der Touareg Race kostet 59,99 Euro und kommt ohne GridSkin, der Touareg Race GS kostet 64,99 Euro und hat das zusätzliche Schutznetz mit an Bord. Preis und Daten hin oder her: "Grau is' im Leben alle Theorie – aber entscheidend is' auf'm Platz!" sagte einst Fußballer und Trainer Alfred "Adi" Preißler von Borussia Dortmund. Und damit hat er recht. Schauen wir uns den Race-Reifen im Feldeinsatz an.

Hutchinson Touareg Race,Gravel-Reifen,Seitenansicht
JEREMY CARDOS0
Fizik Kudo,Expertenbox
Thomas Terbeck
Redakteur BikeX / ROADBIKE / GRAVELBIKE

Gesammelte Testeindrücke auf rund 400 Kilometern

Ich gestehe, auch für mich ist der Caracal Race eine bevorzugte Wahl, wenn es um Dampf auf den Schotterpisten geht. Die gefühlte Leichtigkeit und der geringe Rollwiderstand sind "erfahrbar" – und machen enormen Spaß. Dennoch gibt es Situationen auf leicht feuchtem Untergrund, in denen der Reifen, besonders bei Kurvenfahrten, an seine Grenzen kommt.

Als sich mir die Gelegenheit bot, den neuen Touareg Race GS zu testen, war ich gespannt, aber skeptisch. Der Reifen ist mit kleinen, dicht nebeneinanderliegenden Stollennoppen ausgerüstet. Gelingt ihm damit die Gratwanderung zwischen geringem Rollwiderstand und erhöhtem Grip?

Hutchinson Touareg Race GS,Gravel Reife,Test,Halde,Fahrer
Thomas Terbeck

Mit 4 g mehr auf der Waage (570 g zu 566 g) gibt es gewichtstechnisch kaum einen relevanten Unterschied. Das Aufziehen auf die Felge (Oquo RP 50 LTD) gelingt schnell und werkzeuglos. Der 45 mm breite Reifen verträgt maximal 3,5 bar. In meiner persönlichen Komfortzone im Test habe ich den Pneus 1,8 bis 2 bar gegönnt.

Los geht’s von der Haustür. Dass der Reifen durch das Profil einen seichten Sound auf der Straße produziert, fällt zwar auf, ist aber nicht unangenehm. Sehr positiv fällt das Rollverhalten auf. Der Rollwiderstand ist zwar minimal höher, liegt aber gefühlt so dicht am Caracal Race, dass man es auf Asphalt ordentlich krachen lassen und jeden Rennradfahrer überraschen kann.

Hutchinson Touareg Race GS,Gravelreifen,Gravel Racing,Profil mit verklemmten Steinchen.
Thomas Terbeck

Interessant wird es auf dem Terrain, für das der Touareg Race GS gemacht ist: Schotter. Deshalb geht es in die wilde Zone zwischen Feld, Wald und Wiese, über Stock und Stein und auf rasante Trails. Der Hutchinson Touareg Race GS liefert ab. Satte Kurvenlagen nimmt der Pneu mit Wohlwollen und schießt derart behände über Kies- und Waldwege, dass es eine wahre Freude ist. Unterschiede beim Fahrverhalten bei hohen Geschwindigkeiten gegenüber dem Caracal Race sind, wenn überhaupt, nur marginal zu verzeichnen. Racen? Kann er. Sehr überzeugend.

Die Stollen krallen sich weit in den Boden, sodass in jeder Lage ein sehr gutes Sicherheitsgefühl herrscht. Selbst Sandpassagen bewältigt er bemerkenswert souverän. Wer noch mehr Grip benötigt, regelt den Reifendruck bei einem Tubeless-Setup weiter herunter. Nachteil der engmaschigen Stollen: die Selbstreinigung. Oft bleiben kleine Steinchen zwischen den Noppen hängen. Nach der Ausfahrt sollte man das Profil daher stets kurz checken und verklemmte Steinchen entfernen.

Thema Pannenschutz: Die bisherigen rund 400 Kilometer mit Asphalt, Feldwegen, Wurzel-Trails, Schotterwegen mit fiesen spitzen Steinchen oder grobem Gravel konnten ihm nichts anhaben. Gefahren wurde mit TPU-Schlauch.

Hutchinson Touareg Race GS,Gravelreifen,Gravel Racing,Halde Haniel,Reifenansicht
Thomas Terbeck

Mein Fazit

 Rasantes Fahrverhalten

 geringer Rollwiderstand

 Traktion auch bei feuchtem Untergrund

 Pannenschutz

  Für richtigen Matsch nur bedingt geeignet

 Selbstreinigung des Profils könnte besser sein