Mehr Geschwindigkeit aus jedem Tritt und das bei hohem Langstreckenkomfort für viele Stunden im Sattel: Für das Modelljahr 2027 hat Cube sein beliebtes Agree von Grund auf neu entwickelt.
Kurz & knapp: Cube Agree
- Gewicht: ab 7,2 kg (Cube Agree C:62 SLT AXS)
- Größen: 50, 53, 56, 58, 60 (Agree C:62 Pro, Race und SLX zusätzlich in 47 und 62)
- Preise: ab 2799 Cube Agree C:62 One

Die Einstiegsvariante des Agree kommt mit Shimano 105 Di2.
150 Gramm leichter und aerodynamischer
Der Rahmen und die Gabel aus C:62-Carbon sind laut Cube 150 Gramm beziehungsweise 7,5 Prozent leichter als beim Vorgänger. Die aerodynamisch optimierte Rahmenform soll in Kombination mit dem IC Aero Cockpit und der neu entwickelten Carbon-Sattelstütze mit Aero-Profil die Aerodynamik um insgesamt 10,4 Watt verbessern. So setzt das neue Agree laut Cube die eingesetzte Leistung noch effizienter in Vortrieb um, ohne beim Komfort auf langen Distanzen Kompromisse einzugehen.
Doch ein herausragendes Rennrad bestehe aus mehr als einem leistungsstarken Rahmen, so Cube. Deshalb habe man jedes Modell der Agree-Serie – vom Einstiegsmodell ONE bis zu den Topmodellen SLT AXS und SLT Di2 – sorgfältig ausgestattet, um im Renneinsatz und auf ausgedehnten Trainingsfahrten maximale Performance zu bieten. Je nach Modell falle das Gesamtgewicht so um bis zu 700 Gramm geringer aus als bei den jeweiligen Vorgänger-Varianten.

Mehr Platz für mehr Vielseitigkeit: Das neue Agree bietet Raum für bis zu 36 mm breite Reifen.
Mehr Reifenfreiheit bis 36 mm
Auch in puncto Vielseitigkeit und Funktionalität setzt das neue Agree laut Cube Maßstäbe: So habe man unter anderem die maximale Reifenfreiheit auf bis zu 36 mm erweitert. Eine neu entwickelte Rahmentasche soll zudem mehr Platz für alles, was unterwegs oder im Rennen griffbereit sein muss, bieten, aber auch aerodynamischer sein.
An der Spitze der Serie stehen zwei SLT-Varianten in je zwei Ausführungen. Das Agree SLT AXS kombiniert eine Sram Red AXS 2x12 Schaltgruppe mit integriertem Leistungsmesser (5299 Euro). Beim Agree SLT Di2 kommen eine Shimano Dura-Ace Di2 2x12-Schaltgruppe und ein 4iiii-Leistungsmesser zum Einsatz (4999 Euro). Beide Topmodelle rollen auf Newmen Streem Allround Carbonlaufrädern.

Das neue Agree kommt mit dem IC Aero Cockpit System.
Neue Leichtgewicht-Variante
Konsequent auf geringes Gewicht ausgelegt ist das Agree SLX: Newmen Streem Climbing 35/38‑Laufräder werden dabei mit einer Sram Force AXS inkl. Leistungsmesser kombiniert (3999 Euro). Beim Agree Race bilden Shimano Ultegra Di2, ein 4iiii-Leistungsmesser und Newmen Streem Allround 49/54 Laufräder das Gesamtpaket (3699 Euro). Ebenfalls mit Ultegra Di2-Komponenten und 4iiii-Leistungsmesser ausgestattet, rollt das Agree Pro stattdessen auf Newmen Advanced A50-Laufrädern (3299 Euro).
Eine zuverlässige und vielseitige Ausstattung bietet das Agree EX: Die Sram Rival AXS 2x12-Schaltgruppe samt Sram Rival-Bremsen und Leistungsmesser wird durch einen Newmen Advanced A50 Laufradsatz ergänzt (2999 Euro). Den Einstieg in die Serie bildet das Agree ONE mit Shimano 105 Di2-Komponenten und Newmen Advanced C.38-Laufrädern (2799 Euro).
Damit zeigt sich das Preis-Leistungs-Verhältnis Cube-typisch ausgesprochen aggressiv: 5299 Euro für ein mit Sram Red AXS ausgestattetes Top-Modell sind ebensowenig selbstverständlich wie eine elektronische Shimano 105 Di2-Schaltung an einem Rennrad für 2799 Euro.

Eine Tasche unter dem Oberrohr bietet Platz für das Gepäck auf langen Touren.
Die Modell-Übersicht mit Preisen:
- Agree C:62 One: Shimano 105 Di2, 2799 Euro
- Agree C:62 EX: Sram Rival AXS, 2999 Euro
- Agree C:62 Pro: Shimano Ultegra Di2 mit Newmen Advanced A.50, 3299 Euro
- Agree C:62 Race: Shimano Ultegra Di2 mit Newmen Streem A.49/54, 3699 Euro
- Agree C:62 SLX: Sram Force AXS mit Newmen Streem C.35/38, 3999 Euro
- Agree C:62 SLT Di2: Shimano Dura-Ace Di2 mit Newmen Streem A.49/54, 4999 Euro
- Agree C:62 SLT: Sram Red AXS mit Newmen Streem A.49/54, 5299 Euro
Mit Ausnahme des Agree EX und Agree One ist jedes Modell in zwei Farbvarianten erhältlich. Ab dem Agree Race gehört die speziell entwickelte Agree-Rahmentasche zum Lieferumfang. Continental Reifen sind bei allen Modellen serienmäßig verbaut. Sechs Rahmengrößen zwischen 50 und 62 Zentimetern sind erhältlich.
Erster Praxistest: Cube Agree C:62 SLT
Nach Eintreffen der ersten Pressemitteilung entflammte in der ROADBIKE-Redaktion bereits eine engagierte Diskussion über die Preispolitik bei Cube, die an Vehemenz zunahm, als das Testrad des Cube Agree leibhaftig in unserer Werkstatt stand: 4999 Euro für einen Carbonrenner mit Shimanos Top-Gruppe Dura-Ace Di2 samt Powermeter, Carbon-Hochprofillaufrädern von Newmen und Top-Reifen von Continental – das ist ein Preiskracher! Anders kann man es nicht sagen. Und nach den ersten Testkilometern, soviel vorab, können wir sagen: Eine Mogelpackung erhält man nicht!

Überzeugte im ersten Praxistest: das Cube Agree C:62 SLT - mit Shimano Dura-Ace Di2, Newmen Streem Allround-Carbonlaufrädern und Top-Reifen von Conti für 4999 Euro.
An der Waage zeigt sich das Cube Agree C:62 SLT leicht: 7,7 Kilogramm inklusive der Rahmentasche in Rahmengröße 58. Positiv beim Aufbau für die Abfahrt: Zum Lieferumfang zählt eine Radcomputerhalterung mit Garmin- und Wahoo-Einsatz, die passgenau unter das One-Piece-Cockpit passt und den Radcomputer in eine optisch gefällige, bündig mit der Oberkante der Lenker-Vorbau-Einheit abschließende Position bringt. Hier entstehen also auch keine versteckten Folgekosten – montieren, Radcomputer eindrehen, Abfahrt! Etwas komplizierter gestaltete sich die Einstellung der Sattelhöhe: Schon bei 80 Zentimetern war der maximale Auszug erreicht – je nach Anatomie muss man zum größeren Rahmen greifen.

Das IC Aero Cockpit spendiert Cube der gesamten Agree-Palette bis hinab zum Einstiegsmodell C:62 One mit Shimano 105 Di2 für 2799 Euro! Der Oberlenker ist jedoch für kleine Hände fast ein wenig breit geraten.
Der erste Praxiseindruck ist ausgesprochen positiv: Das Agree, dessen Geometrie sich nicht geändert hat, trifft eine goldene Mitte aus sportlicher und entspannter Fahrerhaltung. Man sitzt bequem genug, um lange Touren zu genießen, aber auch sportlich genug, um echtes Rennrad-Feeling zu spüren. Warum Cube in der Außendarstellung des Rades so oft die Buzzwords Langstrecke und Komfort fallen lässt, erschließt sich nicht unbedingt, denn das Agree ist im besten Sinne des Wortes ein Allrounder – weniger kompromisslos auf den Renneinsatz gebürstet als der (neue) Aero-Renner Litening, weniger komfortabel als der Endurance-Renner Attain.
Komfort ist überhaupt ein Schlagwort: Eine Sänfte ist das neue Cube Agree C:62 SLT nicht, sondern sendet spürbar Feedback von der Straße. Daran ändert auch die neue, aerodynamisch optimierte Sattelstütze nicht, die laut Cube auch gut federn soll. Um Missverständnissen vorzubeugen: Das Agree ist kein prügelharter Bock, sondern fährt sich tatsächlich auch nach einigen Stunden angenehm – nicht zuletzt, weil die 30 Millimeter breiten Top-Reifen Grand Prix 5000S TR von Continental einen gewissen Dämpfungskomfort liefern. Die stark auf Komfort und Langstreckentauglichkeit abzielende Eigendarstellung auf der Cube-Website sollte man dennoch mit etwas Vorsicht genießen.

Die Sattelstütze wird mit zwei Schrauben geklemmt. Allerdings ließen sich nur 80 Zentimeter maximale Sitzhöhe einstellen.
Sportlicher Allrounder mit Restkomfort – diese Beschreibung trifft das Agree am besten. Verantwortlich zeichnen Sitzposition, Fahrgefühl, Handling – letzteres ist ebenfalls für einen reinen Endurance-Renner zu agil, dürfte aber für viele Fahrerinnen und Fahrer anschlussfähig sein. Das Agree ist durchaus sportlich-willig, zieht gut in die Kurve und vermittelt viel Fahrspaß. Nervös wird es dabei aber nie und dürfte auch niemanden mit zuviel Temperament überfordern. Eine gute Mischung!
Klar auf eine breite Zielgruppe ausgerichtet ist die Übersetzung: Mit 50/34-Kompaktkurbel und 11-34er Kassette ist eine 1:1-Übersetzung möglich, lange und auch steile Anstiege verlieren so ihren Schrecken. Gut, dass Cube hier nicht aus falschem Stolz die dicke Berta montiert. Dass Shimanos Top-Gruppe Dura-Ace Di2 gewohnt präzise und schnell schaltete und verlässlich bremste, sei hier nur am Rande erwähnt. Der 4iiii-Leistungsmesser misst einseitig, was für extrem ambitionierte Sportlerinnen und Sportler womöglich zu wenig, für die Allermeisten aber vollkommen ausreichend sein dürfte. Mit dem Radcomputer ließ er sich schnell koppeln und sendete dann verlässlich Daten.

Nobel: Mit Ausnahme des Einstiegsmodells sind alle Agree-Modelle mit Powermeter ausgestattet - wahlweise von 4iiii wie hier am Agree C:62 SLT oder von Sram/Quarq.
Die Laufräder Streem Allround von Newmen motivieren mit einem leichten, recht hohen Sirren, das hohe Geschwindigkeit suggeriert. Der Freilauf ist auffällig leise. Bei den verschiedenen Ausfahrten des Praxistests bei wechselnden Windbedingungen fuhren sich die Laufräder im Großen und Ganzen recht stabil, manche Böe griff aber doch spürbar ins Vorderrad. Gut beherrschbar, dennoch Geschmackssache. Tipp: Wer das Cube Agree an sich interessant findet, aber nicht mit Hochprofillaufrädern unterwegs sein will, sollte sich das Modell Agree C:62 SLX mit niedrigeren Felgen anschauen.

Die Newmen-Laufräder gefallen mit subjektiv guter Aerodynamik, schneller Optik und motivierendem Sirren, Continentals Top-Reifen rollt gewohnt schnell. Interessant: Auch Cube rüstet seine Rennräder des Modelljahrs 2027 mit Schwalbes Clik Valve-Ventilen aus.
Interessant: Cube montiert – wie zahlreiche andere Hersteller im Modelljahr 2027 ebenfalls – Schwalbeschläuche mit Clik Valve-Ventil. Dieses verzichtet auf den eingeschraubten Sclaverand-Einsatz, den man gerne schon mal rausdreht. Wer keinen passenden Clik-Adapter sein eigen nennt, kann den Schlauch auch mit "normalen" Pumpenkopf aufpumpen.
Sehr positiv: Der Lenker lässt sich nun komplett nach rechts oder links einschlagen – bisher war dies beim nun alten Agree-Modell auf etwa 45 Grad begrenzt, was beim Trackstand an der Ampel oder beim Transport im Kofferraum schon mal für Probleme sorgen konnte. Geschmackssache ist der recht breite Oberlenker des One-Piece-Cockpits – kleine Hände können diesen unter Umständen nicht vollständig umgreifen. Eine Akkuleuchte lässt sich nach unseren Erfahrungen angesichts der Dimensionen des Cockpits ebenfalls nur schwer befestigen. Praxistipp für die nahende dunkle Jahreszeit: Mit Hilfe der beiliegenden zweiten Garmin-Halterung und einer Cube-eigenen X-Lock-Halterung (9,95 Euro) lässt sich unter dem One-Piece-Cockpit eine Frontleuchte mit GoPro-Mount befestigen (neun Modelle haben wir unlängst getestet).

Die zum One-Piece-Cockpit passende Computerhalterung zählt zum Lieferumfang, ein GoPro-Mount zur Montage einer Akkuleuchte ist für 9,95 Euro erhältlich.
Pfiffig ist die Rahmentasche. Wie beim bisherigen Agree ist diese ins hintere Rahmendreieck integriert. Die seitlich aufklappbare Box von einst ist aber einer deutlich schmaleren, wasserdichten Tasche gewichen, die sogar laut Cube noch einmal 1,2 Watt Luftwiderstand spart. Ein gut zu öffnender Reißverschluss ist unter einer per Magnet gesicherten Lasche versteckt, der Zugang gelingt einfach, für geschickte Finger sogar während der Fahrt. Platz ist genug für allen notwendigen Utensilien für eine Tour wie Ersatzschlauch, Minitool und Pumpe sowie für einige Riegel oder Gels.
Positiv: In der Praxis störte die lange, schmale Tasche nicht bei der Tretbewegung. Anders als beim unlängst vorgestellten Stevens Izoard, bei dem die Tasche per magnetischem Fidlock-Drehverschluss im Handumdrehen entfernt werden kann, ist das Pendant bei Cubes Agree verschraubt. Die kleinen Flügelschrauben kann man aber problemlos mit der Hand öffnen und die Tasche dann leicht entfernen.

Die Rahmentasche wurde überarbeitet und kommt nun mit Reißverschluss hinter Magnetlasche. Die Form ist länger und schmaler und reduziert dadurch angeblich noch einmal den Luftwiderstand um 1,2 Watt. Die Tretbewegung wird nicht gestört, per innen liegender Flügelschrauben ist die Tasche schnell demontiert.
Ein Hingucker ist die Rahmenfarbe "stormyopal´n´black", die auch erhältlich ist am 300 Euro teureren Agree C:62 SLT AXS mit Srams Top-Gruppe Red: Je nach Blickwinkel und Sonneneinstrahlung leuchtet der Rahmen in verschiedenen Farben, was die feine Maserung noch unterstreicht. Eine durchaus edle Anmutung. Womit wir wieder beim Preis und beim Fazit wären:

Der Rahmen schimmert je nach Perspektive und Lichteinfall in unterschiedlichen Farben.





