Lange wurde um die Zukunft von Ghost Bikes gerungen. Ein Investor sollte die Traditionsmarke retten, doch die Suche blieb erfolglos. Jetzt ist klar: Der Fahrradhersteller aus Waldsassen in Bayern stellt seinen Betrieb ein. Auch für die verbliebenen Fahrräder ist bereits ein Plan vorgesehen.
Kurz & knapp: Das ist passiert
- Teil der Accell-Gruppe: Ghost Bikes gehörte zuletzt zur insolventen Accell Germany GmbH.
- Rettungsversuch gescheitert: Die Suche nach einem Investor blieb erfolglos.
- Insolvenz eröffnet: Am 1. November 2026 wurde das Insolvenzverfahren offiziell eröffnet.
- Abverkauf geplant: Die verbliebenen Fahrräder sollen gesammelt an einen Händler verkauft werden.
- 53 Beschäftigte betroffen: Für die Mitarbeiter am Standort Waldsassen endet damit die berufliche Perspektive bei Ghost.
Geschäftsbetrieb soll geordnet eingestellt werden
Für die Fahrradmarke Ghost gibt es keine Fortführungslösung. Das Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung wurde am 1. November 2026 eröffnet. Wie die Verantwortlichen am 2. November mitteilten, soll der Geschäftsbetrieb nun in Abstimmung mit den Gläubigern geordnet eingestellt werden.
Während sich für die Schwestermarken Haibike und Winora Ende Oktober mit der Bike Tree GmbH aus der singapurischen DuTech-Gruppe ein Käufer fand, blieb die Investorensuche bei Ghost erfolglos. Trotz zahlreicher Interessensbekundungen kam kein Angebot zustande, das eine Fortführung des Unternehmens ermöglicht hätte. Aus Sicht der Insolvenzverwaltung ist deshalb der Verkauf der Restbestände die wirtschaftlich sinnvollste Lösung. Sachwalter Dr. Stefan Debus erklärt dazu:
"Für die Ghost-Bikes GmbH lag am Ende kein Angebot vor, das die Gläubiger bessergestellt hätte als ein geordneter Abverkauf der Bestände. Dieser Weg ist wirtschaftlich die beste Option; deshalb gehen wir ihn mit. Wir werden die Umsetzung weiter eng begleiten und darauf achten, dass die Bestände bestmöglich im Sinne der Gläubiger verwertet werden"
Die verbliebenen Fahrräder sollen nun als Gesamtpaket an einen Händler verkauft werden. Einzelbestellungen bei Ghost sind ab Insolvenzeröffnung nicht mehr möglich.
53 Beschäftigte in Waldsassen betroffen
Die Ghost-Bikes GmbH mit Sitz im bayerischen Waldsassen ist Teil der Accell Group und beschäftigt zum Zeitpunkt der Insolvenzeröffnung noch 53 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Das Unternehmen hatte gemeinsam mit seiner Muttergesellschaft Accell Germany sowie den Schwestergesellschaften Winora Staiger und Engelbert Wiener Bike Parts am 5. August 2026 Insolvenz in Eigenverwaltung beantragt.
Hintergrund der wirtschaftlichen Schwierigkeiten ist unter anderem die anhaltende Absatz- und Preiskrise auf dem Fahrradmarkt nach dem Ende des pandemiebedingten Booms. Auch umfangreiche Restrukturierungsmaßnahmen in den Jahren 2024 und 2025 konnten die wirtschaftliche Lage der Accell Group nicht nachhaltig stabilisieren.
Was bedeutet das Aus für Besitzer eines Ghost-Bikes?
Wer bereits ein Fahrrad oder E-Bike von Ghost besitzt, kann sein Rad natürlich ganz normal weiterfahren. Allerdings wirft das Aus des Herstellers Fragen zur künftigen Betreuung auf. Insbesondere ist bislang nicht geklärt, wie bestehende Garantie- und Gewährleistungsansprüche abgewickelt werden und wie es langfristig mit der Versorgung durch Ersatzteile aussieht. Auch individuelle Bestellungen direkt bei der Ghost-Bikes GmbH sind nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens nicht mehr möglich.
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