Schaltung und Motor im Duett: Was Shimanos neuer EP810 wirklich kann!

Shimano EP810 mit 100 Nm, 750 Watt Peak und 2,3 kg
Kann Shimano zu Bosch und Avinox aufschließen?

ArtikeldatumZuletzt aktualisiert am 06.11.2026
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Kann Shimano zu Bosch und Avinox aufschließen?
Foto: Shimano

Lange mussten wir warten: Der EP810 ist der ersehnte Nachfolger zum kultigen, aber vergleichsweise betagten EP801. Mit modernisierter Hardware, vielen erheblich verbesserten Software-Funktionen, neuem Wireless-Standard und natürlich mehr Systemleistung soll das der EP810 seinen Vorgänger deutlich in den Schatten stellen. Das Gewicht soll auf 2,3 kg sinken, die Geräuschentwicklung soll minimiert werden, und die Systemintelligenz wurde grundlegend überarbeitet. Fangen wir mit dem Kurzabriss an:

Kurz & knapp: Shimano EP810

  • 100 Nm Drehmoment und bis zu 750 W Spitzenleistung
  • Magnesiumlegierung mit integrierten Kühlrippen, kompakt, 2,3 Kilo leicht
  • neuer BT-EN827 Akku mit 720 Wh Kapazität, ca. 4,1 kg
  • optional 2A oder 4A Lader, kein Schnelllader
  • Neue Displays für Oberrorhr und Lenker, neue kabellose Schalter, neues USB-C-Modul für externe Geräte
  • Hill Hold & Lift & Shift: Unterstützung beim Neustart am Berg, automatisches Herunterschalten
  • Assist Remain & Carry Over: soll glatte Unterstützung bei unregelmäßigen Pedaleingaben bieten
  • AUTO ASSIST (TRAIL+ Modus): soll Unterstützung in Echtzeit an Gelände und Fahrerinput anpassen
  • Auto Shift 3. Generation: elektronische Schaltung mit verbessertem Algorithmus und Bewegungserkennung
  • Kompatibilität: XTR, XT, DEORE, GRX und Cues Di2 Antriebe
  • "True Auto"-Konzept: Synchronisierte Schalt- und Unterstützunganpassung soll unmerklich im Hintergrund arbeiten
  • D-FLY+ Wireless-Protokoll: Soll schnellere Datenübertragung und stärkere Sicherheit bieten, nicht rückwärtskompatibel
  • Wie gehabt: Systemanpassung, Firmware-Updates, Fahrtenverfolgung, Systemsperre über die Connect-App
Moritz Schwertner, Redakteur BikeX
Moritz Schwertner
BikeX-Redakteur und E-Bike-Experte

Mehr Leistung, aber Respektabstand zu DJI und Bosch

Shimano

Mit nun 100 Nm und 750 W, vormals 85 Nm und 600 Watt, positioniert sich der EP810 konkurrenzfähig im Markt, lässt aber einen Respektabstand zu Branchenriese Bosch (120 Nm, 750 Watt) und Verfolger DJI (bis zu 150 Nm, 1500 Watt). Shimano positioniert den EP810 nicht als stumpfen Power-E-Antrieb, der mit möglichst hohen Datenwerten brillieren soll, sondern als "intuitive Verstärkung" des Fahrerinputs. Das System soll Trittfrequenz, Drehmoment, Geschwindigkeit und Steigung in Echtzeit auslesen und smooth sowie quasi lautlos reagieren. Dazu gehört federführend die gehörig überarbeitete Di2-Integration.

Di2-Schaltungen aller Preisklassen im Fokus

Der EP810 soll nämlich die gesamte Antriebsgruppe orchestrieren: "Auto Shift", jetzt in der dritten Generation, soll nahtlos mit den elektronischen Shimano-Di2-Schaltungen zusammenarbeiten – von der Einsteigergruppe Cues bis hinauf zur High-End-XTR-Ausstattung. Die Kadenzvorliebe lässt sich dabei endlich direkt am Bike auf einer Skala im Bereich von plus bis minus drei einstellen, ohne das dafür die App gezückt werden muss. Von Bosch wiederum kennt man die "Hill Hold"-Funktion, die dafür sorgen soll, dass das Bike im Uphill notfalls nicht nach hinten rollen kann. Wie üblich aktiviert man diese Funktion über den "Walk Assist"-Modus. Spannender noch liest sich die "Lift & Shift"-Funktion: Im Downhill soll das System automatisch Herunterschalten können.

"True Auto": Schaltung und Motor im Software-Duett

Shimano

Das "True Auto"-Konzept ist Shimanos Versuch, die ganze Antriebsgruppe noch besser zu synchronisieren. Hier arbeiten "Auto Shift" und "Auto Assist" Hand in Hand – oder besser: Schaltung und Motor im Duett. Während die Schaltung den optimalen Gang wählt, passt die Motorunterstützung parallel an. Das soll so geschmeidig ablaufen, dass der Fahrer gar nicht mehr bewusst registriert, was gerade passiert. Die Unterstützung arbeitet sozusagen im Hintergrund, während sich der Fahrer voll aufs Fahren konzentriert. Das ist das Gegenteil von "Full Automation" – Shimano nennt es in der Pressemitteilung etwas sperrig "intuitive Verstärkung". Neu hinzugekommen ist auch die "Auto Assist"-Funktion im Trail+-Modus. Shimano verspricht hier echte Echtzeit-Anpassung: Das System soll permanent Steigung, Fahrerverhalten und Trittfrequenz überwachen und die Motorunterstützung entsprechend nachjustieren. Bergauf soll die Unterstützung gezielt ansteigen, um Traktion zu verbessern und Sturzrisiken zu minimieren – Stichwort Radlastprobleme und plötzliches Abheben des Vorderrads. Im Downhill dagegen soll die Unterstützung bewusst reduziert werden, um die Kontrolle zu behalten. Auf flachem Gelände wiederum soll der Motor sparsamer arbeiten, um Reichweite zu sparen. Shimano verspricht sehr viel: Effizientere, vorhersehbarere Unterstützung über alle Terrain-Varianten hinweg. Wir sind gespannt!

Neue Displays, neue kabellose Schaltereinheiten und mehr

Shimano

Das EP810 Ökosystem umfasst kabellose Schalter, zwei verschiedene Display-Optionen für Oberrohr und Lenker, USB-C Modul für Geräteladung sowie drahtlose Komponenten. Dies soll ein cleanes, modulares System ohne sichtbare Kabel und maximale Individualisierbarkeit des Cockpits je nach Fahrervorliebe ermöglichen. Ein Display wie Boschs beliebtes Kiox 300 oder gar 500 sucht man aber weiterhin vergebens.

Shimano EP810: leichter, mit besserem Thermomanagement

Die Gewichtsreduktion auf 2,3 kg von vormals 2,6 kg ist. Der EP810 kommt dabei immer mit einem Gehäuse aus einer Magnesiumlegierung mit integrierten Kühlrippen daher soll für optimales Wärmemanagement sorgen – wichtig bei längeren Anstiegen oder intensivem Fahren. Die kompakte Bauweise soll auch die Bodenfreiheit verbessern, was Fahrern mehr Selbstvertrauen auf technischen Trails geben könnte. Flüsterleise Ein besonderes Merkmal soll die Geräuscharmut sein. Die überarbeitete interne Struktur soll mechanische Geräusche erheblich reduzieren, was Fahrern ermöglichen könnte, sich mit der natürlichen Umgebung verbundener zu fühlen – und das System aus Fahrsicht quasi "unsichtbar" zu machen.

D-Fly+ Wireless: Neuer Standard, aber mit Verlustrisiken

Mit dem EP810 führt Shimano auch das neue "D-FLY+ Wireless-Protokoll" ein. Gegenüber dem älteren D-FLY soll es schnellere Datenübertragung und eine stärkere Verschlüsselung bieten – wichtig für Sicherheit und Zuverlässigkeit der kabellosen Kommunikation zwischen Motor, Displays, Schaltern und App. Allerdings: D-FLY+ ist nicht rückwärtskompatibel, das heißt, älte Komponenten spielen nicht mit dem neuen System zusammen. Wer also schon D-FLY-Hardware im Einsatz hat, muss alles neu kaufen. Das ist ein härterer Schnitt, als Shimano es vielleicht erhofft hätte.

Kommentar: Zu wenig, zu spät?

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alex berasategi

Orbea stellt die dritte Generation des Rise als leichtes E-Mountainbike mit zwei unterschiedlichen Ausrichtungen vor. Beide Versionen nutzen einen Rahmen aus hochmoduligem OMR-Carbon. Die Steifigkeit ist laut Hersteller in Abhängigkeit zur Rahmengröße abgestimmt. Orbea nennt ein Systemgewicht ab 17 kg für das Rise SL und ab 18 kg für das Rise LT. Alle Infos Infos gibt es hier:

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