Leicht, schnell, komfortabel, steif – und ästhetisch ansprechend: wahrlich große Worte, mit denen Tavelo für sein neues Arow trommelt. Das ultimative Rennrad für jeden Einsatzzweck also? Präsentiert Tavelo, im chinesischen Xiamen beheimatet, hier den heiligen Gral der Rahmenbaukunst?

Ich fahre seit mittlerweile rund 25 Jahren Rennrad und bin seit rund 10 Jahren für die Radtests verantwortlich. In dieser Zeit habe ich mehrere Hundert Rennräder aller Klassen und Kategorien gefahren. Auch in meiner Freizeit bin ich auf dem Rennrad unterwegs, mit ca. 7000 bis 8000 km pro Jahr, gerne im Schwarzwald, aber auch in den Alpen bei ausgedehnten Pässetouren und Rennen, wie dem Granfondo La Fausto Coppi.

Das Avro-Cockpit ist recht schlank, erlaubt aber jederzeit eine sichere Radkontrolle.
Darüber hinaus, so verrät der Hersteller, sei das Arow im Windkanal entwickelt worden, um die frontale Angriffsfläche für den Wind so klein wie möglich zu halten. Ein steifes Steuer- und Unterrohr soll für präzise Lenkung und effizienten Krafttransfer sorgen, der Hinterbau samt Sattelstütze für den nötigen Komfort auf langen Touren. Dazu passend erlaubt der Rahmen Reifen bis zu 32 mm Breite. Angeboten wird er in zwei Qualitäten, einmal mit 820 Gramm schwer (in Größe XS), zudem in einer 110 Gramm leichteren, dafür 500 Euro teureren SL-Variante.

Leicht und schnell präsentieren sich die Sharp-Laufräder der Eigenmarke Pertual. Das Einspeichmuster erinnert an die hochwertigen Laufradsätze von Campagnolo.
Im Top-Spec mit Shimanos Dura-Ace Di2 für 8999 Euro sollen Aufbauten um 6,9 Kilo Komplettgewicht möglich sein. Unser Testrad kam mit dem "einfachen" Rahmen und Ultegra Di2. Damit bringt es immer noch sehr gute 7,30 Kilogramm auf die Waage. Der XL-Rahmen belastete die RB-Waage mit 1002 Gramm.

Das Arow kann viel richtig gut, doch die Sattelstütze und das Heck insgesamt könnten besser federn.
Vom Labor auf die Straße. Für das Arow heißt es nun: Farbe bekennen. Was ist dran an den Versprechungen des Herstellers? Im Sattel fällt sofort die sportliche Sitzposition auf: Der Fahrer wird auf dem Arow spürbar gestreckter platziert als etwa auf dem Seka Spear. Das passt zum sportlichen Anspruch des Arow, der auch mit den hohen Sharp-Felgen hinreichend dokumentiert ist. Die sind zudem mit 2697 Gramm sehr leicht, was positiv auf die Beschleunigung mit dem Arow einzahlt: Mit wenigen Pedaltritten ist der Renner auf Tempo gebracht, das er auch problemlos hält. Denoch wäre eine Übersetzung mit größerer Entfaltung anstelle der Semi-Kompaktkurbel für tempoharte Fahrer durchaus eine Option.
Das schlanke Avro-Cockpit indessen liegt gut in der Hand und erlaubt jederzeit souveräne Radkontrolle. Das Arow macht es seiner Fahrerin oder seinem Fahrer aber auch leicht. Mit seinem sehr ausgewogenen Charakter kommt es den meisten Hobbysportlern sehr entgegen. Ausreichend agiles Handling bei guter Laufruhe – Tavelo trifft hier die goldene Mitte. Auf schnellen Abfahrten liegt das Rad satt auf der Straße und folgt dank des steifen Rahmens Lenkbefehlen sehr präzise.

Hinterbau und Gabel des Arow bieten ausreichend Platz für Reifen von bis zu 32 mm Breite.
Beim Komfort hingegen zeigt der chinesische Renner leichte Schwächen: Ein Komfortwert von gemessenen 331 N/mm an der Sattelstütze sind selbst für einen Aero-Renner ein recht schwacher Wert. Eine besser federnde Sattelstütze stünde dem Arow gut zu Gesicht. Auch mit Blick auf die hohen Ansprüche des Herstellers.

Das Tavelo Arow präsentiert sich als schneller Allrounder.
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Schnell, leicht und mit klar sportlichem Anspruch überzeugt das Arow ambitionierte Rennradfahrer:innen.
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Mehr Komfort am Heck wäre nicht nur für lange Touren wünschenswert – und würde das Gesamtpaket abrunden.
♥️ Das perfekte Rad für...
... alle, die einen schnellen Allrounder suchen, der sowohl Flachetappen als auch Touren mit ordentlich Höhenmetern problemlos meistert.
* Größe XL
** nur Rahmen-Set





