Kein Schleudertrauma mehr: Neue Technik behebt nerviges Radfahr-Problem

Kein Schleudertrauma mehr
Neue Technik behebt nerviges Radfahr-Problem

ArtikeldatumVeröffentlicht am 12.09.2026
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Radfahrer auf Kopfsteinpflaster
Foto: Aleksandar Nakic / Getty Image

Was haben viele kleine Nebenstraßen, historische Plätze und mittelalterliche Innenstädte gemeinsam? Viele sind mit grobem Kopfsteinpflaster gepflastert. Für Radfahrer maximal unangenehm: Jedes lose Teil am Rad klappt ohrenbetäubend, die Hände schmerzen ob der Dauervibration und hinterher fühlt man sich, als sei man einmal durch den Schleuderwaschgang geworfen worden.

Eine Fräse macht aus holprigem Pflaster eine ebene Fläche

Eine neue Technik hier nun Abhilfe schaffen, ohne das Kopfsteinpflaster komplett aus der Straße zu entfernen. Stattdessen wird die Oberfläche der vorhandenen Steine abgeschliffen. Entwickelt wurde das Verfahren im Rahmen eines Forschungsprojekts der Technischen Hochschule Wildau gemeinsam mit der Straßenbaufirma E. Feind aus Lübben im Spreewald.

Das Herzstück des Verfahrens ist eine spezielle Großfräse des Herstellers Wirtgen. Unter der Maschine sitzt eine große Walze mit 380 hintereinander angeordneten Diamantscheiben.

Diese schleifen die Oberfläche der Pflastersteine in einem Arbeitsgang ab. Anders als bei früheren Verfahren muss also nicht jeder einzelne Stein bearbeitet werden.

Dabei trägt die Maschine die oberen Bereiche der Steine so weit ab, dass deren Köpfe anschließend möglichst in einer gemeinsamen Ebene liegen. Unebenheiten, die bisher für das typische Gerüttel sorgen, werden dadurch reduziert.

Damit das funktioniert, muss die Maschine äußerst präzise arbeiten. Ein Kettenfahrwerk und mehrere Seitenstempel mit Lasermessgeräten helfen dabei, die Schleifwalze exakt über die Straße zu führen.

Steinoberfläche bleibt aufgeraut

Voraussetzung ist allerdings, dass sich die vorhandenen Steine grundsätzlich auf ein gemeinsames Niveau bringen lassen. Größere Höhenunterschiede müssen vor dem Schleifen zunächst baulich ausgeglichen werden.

Die Oberfläche ist dabei nicht komplett glatt. Nach dem Schleifvorgang bleiben schmale Rillen zurück. Sie sollen unter anderem dafür sorgen, dass die Reifen auch bei Nässe ausreichend Grip haben.

Warum Radfahrer den Unterschied sofort merken

Wie stark sich das Verfahren auf den Fahrkomfort auswirkt, zeigt ein Abschnitt des Radwegs Thüringer Städtekette zwischen Weimar und Erfurt.

Dort wurde ein Teil einer Pflasterstraße abgeschliffen, wie der MDR berichtet. Seitdem sei der Unterschied zwischen der bearbeiteten und der ursprünglichen Fahrbahn deutlich spürbar: Während das herkömmliche Pflaster Fahrrad und Fahrer ordentlich durchschüttelt, soll sich der geschliffene Abschnitt wesentlich ruhiger befahren lassen.