55 Prozent der Menschen in Deutschland wollen häufiger Fahrrad oder E-Bike fahren. Das geht aus dem Fahrradmonitor des Bundesverkehrsministeriums hervor. 2021 waren es noch 41 Prozent. Trotzdem plant die Bundesregierung, die Mittel für den Radverkehr im Bundeshaushalt 2027 um knapp zehn Prozent auf 544 Millionen Euro zu reduzieren.
Der Wirtschaftsverband Zukunft Fahrrad kritisiert die geplanten Kürzungen scharf. "Immer mehr Menschen wünschen sich, öfter Rad zu fahren, das ist eine tolle Entwicklung. Doch die Bundesregierung kürzt die dafür nötigen Mittel", sagt Geschäftsführer Wasilis von Rauch. Stattdessen brauche es Investitionen in sichere Radwege und eine starke Fahrradwirtschaft.

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Weniger Geld für Radwege und Fahrradparkhäuser
Betroffen ist unter anderem das Förderprogramm „Stadt und Land“, über das Kommunen Radverkehrsprojekte finanzieren. Die dafür vorgesehenen Mittel sollen von 281 auf 276 Millionen Euro sinken. Angesichts steigender Baukosten bedeute das laut Zukunft Fahrrad eine größere reale Kürzung, als der nominale Betrag vermuten lässt.
Auch die Radwege an Bundesstraßen bleiben auf dem gekürzten Niveau von 100 Millionen Euro. Ursprünglich waren dafür 120 Millionen Euro vorgesehen.
Für Fahrradparkhäuser an Bahnhöfen sind erneut keine Mittel für neue Projekte eingeplant. Gleichzeitig sollen die Budgets für Radschnellwege und Radwege an Bundeswasserstraßen zusammen um rund 43 Millionen Euro sinken. Diese Mittel würden nicht in stärker nachgefragte Förderprogramme umgeschichtet, kritisiert der Verband.
Weitere Kürzungen betreffen die Förderung aktiver Mobilität, modellhafter Radverkehrsprojekte sowie gewerblicher E-Lastenräder.
Ministerium sieht Radverkehr als wichtigen Faktor
Die Kritik fällt auch deshalb auf, weil das Bundesverkehrsministerium selbst die Bedeutung des Radverkehrs betont. In seinem Wirkungsbericht zur Radverkehrsförderung vom Juni 2026 heißt es, Radverkehr stärke unter anderem Gesundheit, Wirtschaft, soziale Teilhabe und eine klimafreundliche Stadtentwicklung.
Für Zukunft Fahrrad passen Anspruch und Haushaltsplanung deshalb nicht zusammen. Der Verband fordert, die geplanten Kürzungen zurückzunehmen und stattdessen stärker in die Radverkehrsinfrastruktur zu investieren.
Der Haushaltsentwurf ist allerdings noch nicht endgültig beschlossen. Die Beratungen über den Bundeshaushalt 2027 laufen im Bundestag.





