Der Name gibt die Richtung vor: Wie ein Speer soll Sekas Spear RDC durch die Luft schneiden. Schnell, präzise, leicht. Mehr als drei Jahre habe man entwickelt und getestet, um das schnellste Rennrad überhaupt zu entwerfen. Und in der Tat finden sich am Spear RDC spannende Details.

Ich fahre seit mittlerweile rund 25 Jahren Rennrad und bin seit rund 10 Jahren für die Radtests verantwortlich. In dieser Zeit habe ich mehrere Hundert Rennräder aller Klassen und Kategorien gefahren. Auch in meiner Freizeit bin ich auf dem Rennrad unterwegs, mit ca. 7000 bis 8000 km pro Jahr, gerne im Schwarzwald, aber auch in den Alpen bei ausgedehnten Pässetouren und Rennen, wie dem Granfondo La Fausto Coppi.
Etwa das charakteristische "Wind Eye" am Übergang der Sitzstreben zum Sitzrohr. Ähnlich wie beim Trek Madone soll es sowohl der Aerodynamik als auch dem Komfort zugutekommen. Bei 40 km/h erlaube es eine Einsparung von 2,66 Watt, sagt Seka. Zudem soll der Hinterbau damit um 23 Prozent besser flexen. Doch soll das Spear nicht nur schnell sein, sondern auch leicht: 685 Gramm nennt der Hersteller für den unlackierten Rahmen in Größe M, unseren lackierten Testrahmen in Größe L haben wir mit 812 Gramm gewogen.

Das Rapier-Cockpit kommt mit aerodynamisch abgeflachtem Oberlenker.
Auf der Straße fällt die entspanntere Sitzposition auf, der Fahrer wird auf dem Spear nicht ganz so gestreckt platziert. Wer nicht jeder Sekunde nachjagt und gerne längere Touren dreht, wird diese entspanntere, ausgewogene Allround-Geometrie sehr schnell zu schätzen lernen. Wer’s hingegen lieber sportlich-schnell mag: Seka bietet das Spear in den Größen M und L zusätzlich mit aggressiverer Geometrie an – unter anderem mit kürzerem Steuerrohr und mehr Reach –, erkennbar am "R" hinter der Rahmengröße. Überhaupt lässt sich das Spear sehr individuell zusammenstellen, lassen sich einzelne Komponenten ganz nach Wunsch anpassen. Alleine das Aero-Cockpit wird in 19 Varianten mit verschiedenen Abmessungen angeboten.
"Das Spear nimmt richtig schnell Fahrt auf. Und man kann damit dauerhaft sehr flott unterwegs sein." – Björn Hänssler, ROADBIKE-Fotograf
Auf Antritte reagiert das Spear umgehend mit Tempoverschärfung und schießt nach vorn wie der namensgebende Speer. Dazu tragen die 60 mm hohen Yoeleo-Laufräder maßgeblich bei. Mit nur 2310 Gramm pro fahrbereitem Satz sind sie ausgesprochen leicht. Eine gewisse Sensibilität bei Seitenwind können sie indes nicht leugnen. Dafür sind sie beim Tempobolzen in der Ebene in ihrem Element – und beim Klettern. Beides zählt zu den Paradedisziplinen des Spear RDC. Klar, im Testrad-Aufbau mit Shimanos Dura-Ace Di2 kommt das Rad auf ein Gesamtgewicht von starken 6,56 Kilogramm – perfekt für Touren mit ordentlich Höhenmetern. Auch bergab liegt es satt auf der Straße und folgt Lenkbefehlen präzise.

Das geringe Gewicht lässt Anstiege erfreulich leicht bewältigen.
Dass sich der Lenkkopf in unseren Messungen als nicht sehr steif erwies, zeigte in der Praxis bei Testfahrergewichten zwischen 70 und 75 Kilogramm keine spürbar negativen Auswirkungen. Definitiv Pluspunkte sammelt das Rad dagegen mit seinem ausgeprägten Komfort. Zudem passen bis zu 32 mm breite Reifen in den Rahmen.
Neben dem Spear RDC bietet Seka auch das Spear als günstigere Alternative mit identischer Geometrie an. Statt 3199 Euro kostet das Rahmen-Set inkl. Sattelstütze und Cockpit dann 2699 Euro.
👍 Das gefällt
Mit seinem geringen Gewicht und den leichten Laufrädern macht das Seka Spear jeden Anstieg zum Vergnügen.
👎 Das weniger
Das maximale Systemgewicht (also Fahrer plus Rad) von 109 Kilogramm ist ziemlich knapp bemessen.
♥️ Das perfekte Rad für...
... alle, die ein sehr leichtes und dabei vielseitiges Rennrad suchen, das jeden Pass spielerisch erklimmt, aber auch auf flachen Tourenprofilen überzeugen kann.
* Größe L





