Ein E-Bike für alles? Das versprechen viele, doch das Centurion Numinis R3000 EQ ABS scheint es ernst zu meinen. Es will nicht nur der treue Packesel für den Wocheneinkauf sein, sondern auch das verspielte Trail-Monster am Wochenende. Ein vollgefedertes Schweizer Taschenmesser auf zwei Rädern, das mit bäriger Bosch-Power, einem gigantischen Akku und einem fast schon magischen ABS-Bremssystem ausgestattet ist. Aber kann dieser Alleskönner wirklich alles – und ist er seinen stattlichen Preis wert? Wir haben es im Alltag getestet. Übrigens: Hier haben wir weitere E-Bikes ab fairen 900 Euro in der Test-Zusammenfassung.

Ich sitze für euch quasi täglich im Sattel und teste fast jede Woche die neusten E-Bikes – mit Motoren von Bosch, DJI, Shimano & Co., vom City-Cruiser bis zum E-MTB. Kurz gesagt: Ich hab’ den besten Job der Welt!
Lust auf ehrliche Tests? Alle getesteten E-Bikes in der Übersicht.
Neugierig, was kommt? Das sind die E-Bike-Neuheiten 2027!
Ich wünsche euch viel Freude beim Lesen!
Kurz & knapp: Centurion Numinis R3000 EQ ABS
- vollausgestattetes und vollgefedertes E-SUV-E-Bike
- Alu-Rahmen (S bis XL)
- 27,6 kg schwer, 150 kg zulässiges Systemgewicht
- angetrieben von Bosch Performance Line CX (120 Nm)
- … kombiniert mit einem entnehmbaren 800-Wattstunden-Akku …
- … und Bosch ABS Pro
- 11‑fach-Shimano-XT-Kettenschaltung, 150/140-mm-Federweg, 29" Bereifung
- Preis: 6899 Euro (Testrad), Modellreihe ab 4949 Euro
Centurion Numinis R3000 EQ ABS: Alles drin, alles dran!

Richtig gute Idee, leider zu selten verbaut: Bosch E-Bike-ABS funktioniert besonders im Alltag fantastisch.
Mit gemessenen knapp 28 Kilo ist das Numinis sicher kein Leichtgewicht – aber für ein vollgefedertes Alltags-E-MTB mit dieser Ausstattung nach heutigen Maßstäben dennoch recht leicht. Ein Sumo-Ringer im Sprint-Trikot sozusagen. Die wahre Magie steckt jedoch im Inneren. Boschs CX-Antrieb der fünften Generation ist ein echtes Kraftpaket und schiebt so bärig an, dass man fast vergisst, die Pedale zu treten. Per kostenlosem Firmware-Update lässt sich das Drehmoment sogar auf brachiale 120 Nm hochschrauben. Damit dieser Kraftprotz nicht schon nach dem ersten Hügel schlappmacht, spendiert Centurion ihm einen Akku, der nicht von schlechten Eltern ist: 800 Wattstunden sorgen für eine Reichweite, bei der man eher eine Pause braucht als das Rad. Übrigens: Welcher Akku zu dir passt, und welche Reichweiten realistisch sind, sagen wir dir hier.
Das alles ist verpackt in einem schick geformten Alu-Rahmen, der sogar eine kleine Packtasche im Rahmendreieck für das Nötigste bereithält. Damit auch wirklich alles glatt gebügelt wird, was sich ihm in den Weg stellt, kommt ein erstklassiges Fahrwerk von Fox zum Einsatz. Die Kombination aus der speziell für E-SUVs optimierten AWL-Gabel mit 150 mm Federweg und dem hochwertigen Performance-Federbein mit 140 mm ist nicht nur potent, sondern lässt sich auch vielfältig an Fahrergewicht und persönliche Performance-Wünsche anpassen.
Ausstattung: High-End, wohin man blickt!
Für 6899 Euro erwartet man einiges – und das Numinis liefert ab! Das absolute Highlight ist natürlich das ABS Pro von Bosch. Das System funktioniert so blendend und unauffällig, dass es nicht nur für "Schreckbremser" ein echter Gamechanger ist. Es verhindert zuverlässig ein blockierendes Vorderrad und gibt in jeder Situation ein unglaubliches Plus an Sicherheit. Passend dazu verbaut Centurion bissige Vierkolben‑Bremsen aus Shimanos Deore-XT-Gruppe, die sich in riesige 203-mm-Scheiben vorn wie hinten verbeißen. Auch die Schaltung stammt aus der gleichen, legendären XT-Serie und schaltet dank Linkglide-Technologie butterweich und extrem langlebig durch elf Gänge. Selbst die "Alltags-Komponenten" sind vom Feinsten: Der Gepäckträger ist ein wahres Lastentier und schultert mit optionalen Extrastreben bis zu 30 Kilo, die griffstarken Schwalbe-Nobby-Nic-Reifen krallen sich in jeden Untergrund und die Supernova-Lichtanlage macht die Nacht zum Tag. Ja, das Numinis ist für 6899 Euro alles, nur kein Schnäppchen – immerhin bekommt man dafür auch tatsächlich mal überall äußerst hochwertige Komponenten.
Im Alltag gefahren: Centurion Numinis R3000 EQ ABS

Alltagsschmeichler: Dem Numinis stehen Schutzbleche, Licht & Co. erfreulich gut.
"Wo soll’s denn hingehen, der Herr?" scheint das Numinis süffisant vor jeder Ausfahrt zu fragen, um auch die ungewöhnlichen Vorschläge erst sanft wegzulächeln und anschließend den Trail, das Kopfsteinpflaster oder die Bordsteinkanten mit dem 150/140-mm-Fahrwerk ebenso sanft glattzubügeln. Nach der Arbeit noch ein paar Trails unter die Stollen nehmen? Mit dem Bike samt zwölf Kilo Bogensport-Ausrüstung über Trails auf den Platz und nachher noch zu Freunden zum Grillen? Oder einfach ein paar Trainingsrunden ohne Zuladung mit geringer Unterstützung drehen? Mit dem Numinis bereitet das einem echte Freude – und längst nicht nur auf bekannten Strecken. Für den kräftigen Bosch-CX-Motor sind selbst plötzlich auftauchende, extrem steile Anstiege bei voller Zuladung kein Problem. Insgesamt ist die Antriebseinheit aber über jeden Zweifel erhaben, bietet mit dem 800-Wh-Akku genug Reichweite, um auch längere Strecken im Turbo-Modus zurückzulegen, und fühlt sich stets nach "Fahrrad", nicht nach "Moped" an.
Der Geometrie können trotz sportlich-entspannter Tourenposition ebenfalls beste Klettereigenschaften bescheinigt werden, bei voller Beladung der Taschen reicht dezentes Absenken des Oberkörpers, um ein Steigen des Vorderrads zu verhindern. Der 780 mm breite Lenker des Numinis R300 ABS EQ ist für ein allroundtaugliches E‑MTB‑SUV nicht zu ambitioniert gewählt, kann im Straßenverkehr oder auf schlängeligen Trails zwischen eng stehenden Bäumen aber schon mal anecken. Doch der Alu-Lenker versteht die Sprache jeder einfachen Metallsäge. Das Fahrverhalten ist ausgewogen mit eher wendigem Charakter, ohne dem Fahrer zu viel abzuverlangen, ein echtes SUV eben.
Die Schwalbe Nobby Nic in der Speedgrip-Gummimischung sind der perfekte Kompromiss aus Grip und Haltbarkeit, kommen nur auf nassen Wurzeln ins Rutschen, aber dort bringen nur Weichgummi-Spezialisten den entsprechenden Grip, die ihr Gummi in wenigen Wochen auf Asphalt komplett einbüßen müssten. Super: Im Trail bleibt das Bike ruhig, sodass man auch auf längeren, rein sportlichen Einsätzen kein Verlangen spürt, Schutzbleche und Gepäckträger zu demontieren, den mit zwei Torxschrauben befestigten Seitenständer hingegen schon.
Auch die übrige Ausstattung ist insgesamt sehr stimmig: Die Shimano-XT-Bremse mit 4 Kolben und 203-mm-Scheiben packt satt zu und ist super dosierbar, die DT-Swiss-Wheels verrichten ihre Aufgabe wundervoll unauffällig, die 170-mm-Variostütze trägt enorm zur Sicherheit im Trail und an der Ampel bei und die Lichtanlage erhellt den Weg und sieht richtig schick aus.
👍 Das gefällt
- Motor, Akku, Display, Schaltung, Bremse: alles vom Feinsten
- fahraktives und dennoch bequemes Fahrwerk
- ABS im Alltag ein echter Segen, nicht nur für Einsteiger
- vergleichsweise leicht
👎 Das weniger
- eher schwer, auch nach heutigen Maßstäben
- auf Asphalt eher laute Reifen
- "nur" 140 Kilo zulässiges Gesamtgewicht
💗 Das perfekte Rad für ...
- ... Eltern, die mit Anhänger, Kind und Gepäck zuverlässig durch den Alltag kommen wollen












