Powermeter und Carbon-Laufräder ab Werk: Cervélo macht beim neuen Soloist keine halben Sachen

Neues Aero-Rennrad: Cervélo Soloist
Die neue Generation des Cervélo Soloist

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ArtikeldatumVeröffentlicht am 13.07.2026
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Top-Rennräder werden oft für die ganz große Bühne der Tour de France gebaut. Die kanadische Edelschmiede Cervélo schlägt laut eigener Aussage beim neuen Soloist jedoch einen leicht anderen Ton an: Das Rad sei für all jene gedacht, die vor der Arbeit Kilometer fressen, sich beim lokalen Drop-Ride duellieren und ihr Glück bei Amateurrennen selbst in die Hand nehmen. Ob das neue Aero-Bike wirklich der perfekte Partner für die harte Realität auf der Straße ist?

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Max Schumann

Kurz & knapp: Cervélo Soloist

  • ab 6,85 kg (Komplettbike), dazu wurde das Gewicht um 267 g im Vergleich zum Vorgänger reduziert
  • Das Soloist soll 8,6 Watt Ersparnis durch optimierte Rahmen- und Gabelprofile und weitere 4,3 Watt Ersparnis durch spezielle Aero-Trinkflaschen erzielen
  • Carbon-Laufräder, Powermeter und integriertes Cockpit bei allen Komplettbikes sind serienmäßig
  • Preise fangen beim Komplettbike ab 5999 Euro mit Sram Rival AXS an, 10999 Euro kostet der Top-Spec mit Sram Red AXS
  • Für das Rahmenset werden 3799 Euro aufgerufen.

Wie nah ist das Soloist an den Highend-Boliden R5 und S5 dran?

Sind die Modelle R5 und S5 in Top-Ausstattung die High-End-Racebikes der Marke und Hauptdarsteller in der Erfolgsgeschichte von Team Visma-Lease-a-Bike, fungiert das neue Cervélo Soloist als Türöffner für ambitionierte "Normalsterbliche", die Rennluft schnuppern möchten.

Das Soloist besitzt annähernd die gleiche Geometrie wie der "große Bruder" R5 – was man kaum glauben mag. Die Sitzposition hat einen so komfortorientierten, entspannten Charakter, dass sich das Bike anfangs nicht wie ein Racer anfühlt, sondern eher wie ein waschechter Endurance-Renner. Wie man sich täuschen kann, sagt der Stack-to-Reach-Wert von 1,42 (Rahmengröße M) aus und unterstreicht deutlich, wie sportlich der Renner tatsächlich ausgelegt ist.

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Thomas Terbeck
Redakteur BikeX / ROADBIKE / GRAVELBIKE

Aerodynamisch wurde das Soloist durch leicht veränderte Gabelbeine und ein tieferes Steuerrohr optimiert – laut Cervélo zudem das dünnste, das sie je gebaut haben. Gegenüber dem Vorgänger soll das neue Soloist nun 8,6 Watt schneller sein. Außerdem lassen sich angeblich weitere 4,3 Watt Ersparnis erzielen, wenn die mitgelieferten Aero-Trinkflaschen verwendet werden. Prima: In die Halterung passen auch herkömmliche Rundflaschen.

Obwohl Rahmen und Gabel gemessen an der Oberfläche um 11 Prozent zugelegt haben, ist das Gesamtsystem um satte 267 g leichter geworden. Dafür wurde an Details gefeilt: Die neue Sattelstützenklemmung spart ebenso Gewicht wie das vom R5 bekannte HB18-Cockpit (minus 134 g). An der Gabel kommt zudem der vom S5 bekannte Brake Mount zum Einsatz.

Modelle und Preise👉 Soloist Red AXS // Reserve 4249TA 240 DICUT-Laufräder // Quarq Powermeter // 10.999 Euro
👉 Soloist Force XPLR AXS // Reserve 4249TA 350-Laufräder // Quarq Powermeter // 7499 Euro
👉 Soloist Force AXS // Reserve 4249TA 350-Laufräder // Quarq Powermeter // 7499 Euro
👉 Soloist Ultegra Di2 // Reserve 4249TA 350-Laufräder // 4iiii Gen3+ Powermeter // 7499 Euro
👉 Soloist Rival AXS // Reserve 4044 4LD-Laufräder // Quarq Spindle Powermeter // 5999 Euro
👉 Soloist Frameset // 3799 Euro

Fahreindrücke

Beim Tritt in die Pedale geht das Soloist direkt nach vorn und verschlingt gierig Meter für Meter des Asphalts. Das geschieht erfreulich leichtfüßig. Der Renner verlangt nach Tempo, langsam fahren können andere.

Das Fahrverhalten wirkt lebendig und agil – und macht ab dem ersten Tritt einfach richtig Spaß. Die Reserve 42/49TA 350-Carbon-Laufräder, auf denen 29 mm breite Vittoria Corsa N.EXT-Pneus aufgezogen sind, tragen ihren Teil dazu bei: Sie rollen geschwind und behände durch die hügelige Landschaft im nordöstlichen Teil des Ruhrpotts, wo wir unsere ersten Fahreindrücke auf einer 50‑Kilometer-Runde sammeln. Bis zu 36 mm breite Reifen passen übrigens nun in den Rahmen – und machen den Renner noch flexibler und selbst für leichte Schotterpassagen interessant.

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Max Schumann

Der Komfort des Soloist ist ein deutlicher Pluspunkt. Der Oberkörperbereich mit Schultern und Armen wird durch die Geometrie deutlich entlastet und dürfte damit selbst auf richtig langen Tagen im Sattel für ein lang anhaltendes, entspanntes Fahrgefühl sorgen.

Ungewöhnlich, aber im Trend: ein 1by-Antrieb. Am Testrad waren die Sram Force AXS-Schaltung mit einem 48er-Kettenblatt vorn und Quarq-Powermeter verbaut, sowie Force AXS XPLR-Schaltwerk mit 10–46er-Kassette. Vermisst wurde das zweite Kettenblatt zu keinem Zeitpunkt, auch bei Anstiegen während der Fahrt mit über 10 Prozent auf die Halde Hoheward nicht. Diese Ausstattung steht serienmäßig zur Auswahl.

Obwohl das Rad ein Leichtgewicht ist (in Top-Ausstattung 6,85 kg/ Herstellerangabe), liegt es kompromisslos sicher auf der Straße. Im ersten Test, bei rasanter Schussabfahrt von der Halde in Herten, mit über 70 Sachen, lässt es den Seitenwind völlig außer Acht. Der macht schlichtweg nicht mit. Das imponiert.

Das One-Piece-Cockpit, welches schon beim R5 zum Einsatz kommt, wirkt gelungen. Die Aero-Formen mit sanften Abrundungen am Oberlenker fühlen sich im Obergriff angenehm an. Die kleine Aussparung an der Front integriert den Radcomputer noch ein Stück weiter ins Cockpit, sodass dieses insgesamt sehr clean wirkt.

Einschätzung