Die Fußball-WM rückt näher. Viele deutsche Fans werden mit Spannung auf Sonntag, den 14. Juni 2026 warten – dann startet die deutsche Nationalmannschaft um 19 Uhr gegen Curacao ins Turnier. Während die allermeisten von ihnen vermutlich in den letzten 24 Stunden vor dem Anpfiff über die Aufstellung fachsimpeln, Bier kaltstellen oder den Grill vorbereiten werden, startet Marcel Martens aus Nordrhein-Westfalen seine ganz eigene Challenge: die "24h bis Curacao". Dabei handelt es sich um ein Spendenprojekt des 47-Jährigen, bei dem er Geld für die Well:Fair-Stiftung von Ex-Fußballprofi Neven Subotic sammelt.
Schon häufiger hat Marcel Martens, der in der Szene und auf Instagram besser unter Maazel bekannt ist, verrückte Dinger auf dem Rennrad gedreht, um Spenden zu sammeln – einmal fuhr er dabei am Stück 1000 Kilometer auf Zwift, 2024 sammelte er bereits über 10 000 Höhenmeter mit dem Rennrad. War die Zahl damals symbolisch gewählt für das Spendenziel von mindestens 10 000 Euro (was auch erreicht wurde), will Maazel diesmal herausfinden, wie viele Höhenmeter er in 24 Stunden schafft – vom 13. Juni, 17 Uhr, bis 14. Juni, 17 Uhr. Mit Ende der Aktion zwei Stunden vor Anfiff sollen mindestens 12 000 Höhenmeter auf der Uhr und idealerweise noch mehr Euro an Spendengeldern auf dem Konto stehen.

Die neue Aktion von Marcel "Maazel" Martens: in den letzten 24 Stunden vor dem Fußball-WM-Spiel von Deutschland gegen Curacao so viele Höhenmeter wie möglich fahren und Geld für die Well:Fair-Stiftung sammeln.
Der Schauplatz für den Spendenmarathon steht bereits fest: "Als Strecke wähle ich wieder die Auffahrt vom Hengsteysee im Ruhrtal hinauf nach Dortmund-Syburg: gut zwei Kilometer lang, im Schnitt sechs Prozent steil", erklärt Martens, der mit Ehefrau, zwei Kindern und Hund in Schwerte wohnt und bei der Polizei arbeitet.

Marcel Martens, Botschafter der Stiftung Well:Fair, vor einem durch Spendengelder finanzierten Trinkwasserbrunnen in Afrika.
Die Spenden von "24h bis Curacao" gehen direkt an die Well:fair-Stiftung. Diese baut in Afrika Trinkwasserbrunnen und richtet Sanitäranlagen in Gemeinden und Schulen ein, um möglichst vielen Menschen Zugang zu sauberem Wasser und zu einem selbstbestimmten Leben mit Gesundheit und Bildung zu ermöglichen. Gegründet hat die Stiftung der ehemalige Profi-Fußballer Neven Subotic, mit dem Martens persönlich bekannt ist. Die Stiftung gibt ein 100-Prozent-Versprechen: Alle Spenden fließen ohne Abzüge in die Projekte vor Ort in den drei Ländern Äthiopien, Kenia und Tansania. Dass die 100 Prozent kein leeres Versprechen sind, sollen größtmögliche Transparenz und regelmäßige interne und externe Prüfungen belegen.

Marcel Martens und Neven Subotic, Ex-Profifußballer und Gründer der Stiftung Well:Fair, die Trinkwasserbrunnen und Sanitäranlagen in Afrika baut.
"Mir geht’s gut, ich lebe in einem sicheren Land, freier Zugang zu sauberem Trinkwasser ist eine Selbstverständlichkeit für mich", sagt Martens, betont aber gleichzeitig, "dass es übertrieben viele Menschen gibt, für die das eben nicht gilt. Wenn ich ein bisschen helfen kann, deren Lebenssituation zu verbessern, indem ich meine Sportleidenschaft für eine gute Sache einsetze, mache ich das gerne!" Zum Rennradfahren kam Martens über den Mountainbikesport, auch Hindernisläufe und Triathlons hat er schon absolviert.
In der Vergangenheit spendeten Familie, Freunde, Arbeitskollegen, Radsportlerinnen und Radsportlern aus der Region, die von Martens' Aktionen Wind bekommen hatten. Ähnlich soll es diesmal laufen. "Ich gehe schon auch 'Klinken putzen', werbe auf Social Media für die Aktion und um Spenden", erklärt Martens, "ich spreche gezielt Menschen an, von denen ich überzeugt bin, dass sie dem Leben positiv gegenüber stehen und solchen Projekten etwas abgewinnen können.

Marcel Martens bei einer Pause während seines "Trinkwasser-10-Tausenders" im Jahr 2024 (l.). Spendenbox für die Well:Fair-Stiftung - die meisten Spenden wurden aber direkt über die Stiftungswebsite gesammelt.
Auf der Website der Well:fair-Stiftung kann man – ebenso wie bei anderen Stiftungen – ganz einfach eigene Spendenaktionen starten. "Der Kreativität sind da keine Grenzen gesetzt", erklärt Martens, "statt Geschenkeschlacht bei Geburtstag oder Hochzeit kann man um Spenden für sinnvolle Projekte bitten, man kann als Schule oder Verein coole Mitmach-Aktionen auf die Beine stellen oder auch wie bei mir mit verrückten Einzelaktionen was Gutes tun. Fühlt sich gut an, bringt was und schafft auch einen gewissen Teamspirit: Bei meiner Aktion ziehen alle an einem Strang: die Family, die im Wohnmobil an der Strecke stehen und von warmen Klamotten über Essen bis hin zu Umarmungen und aufmunternden Worten alles Wichtige zum Gelingen parat haben wird; die Mitfahrer, die wichtige mentale Unterstützung und Ablenkung bieten; die Spenderinnen und Spender. So was macht Spaß und gibt der Allgemeinheit etwas. Kann ich nur empfehlen."

Marcel Martens während eines Aufenthalts in Afrika.
Guter Tipp für interessierte Nachahmer: "Die Spenden direkt über den Empfänger abwickeln, eben zum Beispiel durch Einrichten einer eigenen Spendenaktion auf dessen Website. Wenn man selbst Geld einsammelt und später weitergibt, sinkt erstens die Spendenbereitschaft und zweitens hat man im Nachgang einen hohen bürokratischen Aufwand mit Bank und Notar."
Was das Länderspiel angeht, ist Fußball-Fan Martens guter Dinge: "Die Aktion endet am 14. Juni um 17 Uhr – bis zum Anpfiff um 19 Uhr bin ich zu Hause. Die 90 Minuten halte ich noch durch, dann wird gepennt." Hoffentlich mit einem prall gefüllten Spendenkonto!

Auf und nieder, immer wieder, bis die Sicht verschwimmt: Marcel Martens mit Mitstreitern im Anstieg nach Dortmund-Syburg.





