Ein Bike-Wochenende voller Genuss: Panoramen, Jause und Trail-Rausch im Großarltal.

Ein Wochenende im Großarltal
Das perfekte Wochenende im Großarltal

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ArtikeldatumVeröffentlicht am 29.05.2026
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Der Blick schweift über blühende Almwiesen und markante Gipfel. Glockengebimmel ertönt. Es duftet nach feinen Kräutern, und in Gedanken sitzen wir vor der nächsten Almhütte bei einer köstlichen Jause. Es ist Almsommer im Großarltal – einem südlichen Seitental des Salzachtals im Pongau. Das Tal wird von der Großarler Ache durchflossen und trennt die Hohen von den Niederen Tauern. Und vor allem gibt's: Almen. Über 60 an der Zahl, davon rund 40 bewirtschaftet. "Tal der Almen" wird es auch genannt – nirgends sonst in Österreich finden sich so viele Hütten auf engem Raum wie hier im Wanderdorf Großarl und im Bergsteigerdorf Hüttschlag.

MTB-Wege existieren ebenso. Bergradler erwartet ein Streckennetz von 160 Kilometern und 14000 Höhenmetern. Grund genug für uns, hier im Salzburger Land ein Bilderbuchwochenende zu genießen.

Heiko Mandl

Im Frühtau starten wir in unseren ersten Tag. Frisch ist es draußen – selbst im Hochsommer, wenn in den Städten die Hitze brütet, sind im Großarltal die Nächte angenehm kühl. Tausende kleine Tautropfen funkeln am Morgen in der Sonne wie kleine Kristalle. Uns fröstelt etwas, dennoch sind wir voller Vorfreude auf unsere erste Tour. Unser Ziel für den Vormittag ist – natürlich – eine Alm. Bichlalm heißt diese, liegt knapp über 1700 Meter hoch und ist nach gut zwei Stunden Uphill auf Asphalt und Schotter (837 Höhenmeter) erreicht.

Wir fahren vom Marktplatz in Großarl gemütlich ins Ellmautal. Nach 2,5 Kilometern zweigt die Tour zur Bichlalm rechts ab. Gleich nach der ersten Kehre geht es links zum Hotel Lammwirt, unser Weg führt aber geradeaus und dann in Serpentinen den Hang hinauf. Nach vier Kilometern endet die Asphaltstraße, der Forstweg (Nr. 56A) beginnt und schraubt sich weiter hinauf.

Ein herrlicher Ausblick tut sich auf, als wir den Wald verlassen. Fast ohne Steigung geht es weiter zur Bichlalm, wo wir pünktlich zum Mittag mit Köstlichkeiten wie Brot, Butter, Speck oder Käse aus eigener Produktion verwöhnt werden. Nach der Rast besuchen wir noch das schöne Kreuz neben der Alm, das zum Innehalten einlädt. Zurück nach Großarl geht es auf dem gleichen Weg. Rasant düsen wir auf nahezu ebenem Untergrund gen Tal. Den Trail-Spaß heben wir uns nämlich für später auf.

Bahnfahrt

Nach einer gemütlichen Rast im hübschen Wanderdorf Großarl machen wir uns an besagten Nachmittagsspaß. Auf uns wartet der in typischer Flowtrail-Manier gebaute Singletrail Großarltal, einer der längsten seiner Art im Bundesland Salzburg. Wobei, eigentlich sind es zwei Tracks.

Aber der Reihe nach. Mit der Panoramabahn Großarltal lassen wir uns genüsslich fast 1000 Höhenmeter nach oben transportieren. Achtung: E-Bikes über 22 Kilo dürfen nicht mit! Oben angekommen, stellen wir unsere Bikes erst einmal ab und wandern wenige Minuten zum Gipfelkreuz des Kreuzkogels (2027 Meter).

Flow-Zirkus

Der erste Teil des Trails nennt sich Panorama Rausch. Welch passender Name für ein sieben Kilometer langes Kurvenvergnügen mit rund 575 Tiefenmetern. Neben unzähligen Anliegern ist der Trail gewürzt mit nicht zu schweren Wurzelpassagen, kleinen Sprüngen und Holzbrücken. Und eine famose Aussicht gibt es gratis dazu – zumindest, wenn es der Trail erlaubt, einmal kurz am Rand stehenzubleiben.

Ab der Mittelstation der Panoramabahn geht es dann weiter auf einem Trail mit dem wunderschönen Namen "Waldgeflüster". Nomen est omen etwas waldiger, etwas steiler (400 Tiefenmeter auf 3,3 Kilometer) geht es auf diesem Abschnitt nicht minder spaßig bis ins Tal. Wer mag, kann den unteren Teil übrigens auch mit der modernen Kieserlbahn ansteuern. Ebenso lässt sich der komplette Flowtrail in eine "Bahnen-Tour" einbinden, indem man hinab ins benachbarte Gasteinertal nach Dorfgastein braust und von dort mit der Gipfelbahn Fulseck wieder empor schwebt.

Heiko Mandl

Für den zweiten Tag haben wir uns einen echten Ausdauerhammer ausgesucht, die Großarler Almenrunde. Rund 1700 Höhenmeter auf circa 36 Kilometern liegen vor uns, zu gleich fünf Almhütten soll es gehen. Umso besser, dass wir nach einer geruhsamen Nacht tatkräftig zum Start beim Bistro "Großarler Genuss" rollen. Am Sonneggweg geht es dann auch gleich hinauf, ehe wir nach circa 2,7 Kilometern rechts abbiegen.

Die Strecke führt nun über 700 Höhenmeter serpentinenmäßig bis zur Saukaralm, dem ersten Zwischenziel unserer Tour. Es ist die höchstgelegene Alm im Tal, am Fuße des Saukarkopfes genießen wir eine famose Aussicht. Das Panorama reicht von den Hohen Tauern zum Hochkönig und weiter zum Tennen- und Hagengebirge. Und natürlich stärken wir uns mit regionalen Spezialitäten. Denn da, wo eine frische Jause herkommt, schmeckt sie bekanntlich am besten. Direkt am Berg.

UR-SENNEREI Bestens gestärkt fahren wir danach denselben Weg wieder ein Stück hinunter. Vor der Schranke nehmen wir den rechten Güterweg. Bei einer Kreuzung nach circa 4,5 Kilometern geht es erneut rechts zur Großwildalm, wo wir einmal mehr den Blick auf die umliegenden Berge genießen. Auch nach dieser Alm rollen wir wieder ein Stück zurück zur Kreuzung und hinüber zur Karseggalm. Mit 400 Jahren ist dies die älteste Almhütte im Großarltal. Hier gibt es keinen Strom, der Boden ist noch mit Lehm ausgelegt. Ganz besonders ist die offene Feuerstelle im Inneren, wo heute noch im kupfernen Kessel der für das Großarltal typische Sauerkäse hergestellt wird.

Einmal pro Woche kann man den Sennleuten übrigens dabei zusehen. Und für eine erneute Rast bietet sich die Alm – wie die anderen Hütten auf dieser großartigen Runde natürlich – ebenso an.

Grande Finale

Apropos: Nur fünf Fahrminuten weiter kommt schon die nächste Hütte, die Unterwandalm. Ab dort geht es circa 1,5 Kilometer leicht bergab, bevor die letzten 100 Höhenmeter des Tages zur Maurachalm anstehen. Und nun sausen wir wirklich nur noch hinab. Erst am gleichen Weg, dann Richtung Sonneggbrücke und schließlich zurück ins Tal.

Geschafft, aber glücklich stoßen wir im Tal auf das Erreichte an. Und wir sind uns sicher, dass wir an zwei Tagen noch lange nicht alles in diesem Tal des Genusses entdeckt haben. Da wären zum Beispiel die vielen Bike & Hike-Touren, für die die Region bekannt ist. Und grob geschätzt 30 Almen stehen auch noch auf der Liste ...

Heiko Mandl

Tipps für einen Trip ins Großarltal

⛰️ Region & Orte: Das Großarltal trennt die Niederen von den Hohen Tauern und wird von der Großarler Ache durchflossen. Das Tal liegt im Pongau, im österreichischen Bundesland Salzburg. Die beiden Hauptorte sind das Wanderdorf Großarl (circa 3850 Einwohner) und das Bergsteigerdorf Hüttschlag (circa 900 Einwohner). Beide Orte liegen um 1000 Meter Seehöhe. Charakteristisch für das Tal sind die vielen Almen.

🌦️ Klima: Im Tal herrscht gemäßigtes Klima, auch im Hochsommer wird es nicht zu heiß. Die beste Zeit zum Biken ist von Mai bis Oktober.

🛏️ Übernachtung: Für den MTB-Urlaub bieten sich vor allem die sechs Hotels, Pensionen und Apartmenthäuser der "Mountainbikeprofis" an, die auch acht geführte Touren pro Woche anbieten. Auf der offiziellen Website (s. u.) gibt es alle Infos.