203 Gramm leichter: Specialized macht sein schnellstes Bike jetzt noch extremer.

203 Gramm leichter, schneller und auch besser?
Der Benchmark-Nachfolger

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ArtikeldatumVeröffentlicht am 28.04.2026
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Specialized legt das Epic schon nach zwei Jahren neu auf – und das, obwohl das Epic 8 in der Szene als Benchmark galt. Das ist auch sportlich untermauert: Das Specialized Factory Racing Team fuhr gleich zweimal geschlossen auf die Plätze eins bis drei, Chris Blevins holte sich zudem die Weltcup-Gesamtwertung im XCO und Shorttrack.

Kurz und knapp: Specialized Epic 9

  • 120 mm Federweg vorne und hinten (Rahmen für 130 mm Hub freigegeben)
  • Rahmengrößen S–XL, alle mit 29-Zoll-Laufrädern
  • 1589 g Rahmengewicht (S-Works, Größe M inkl. Dämpfer und Kleinteilen)
  • Geometrie nur minimal angepasst (länger), kein Staufach mehr
  • Preise: Ab 6999 Euro, Auf 100 Stück limitierte Ultralight LTD Variante wiegt 8,5 kg

Das neue Epic 9 bleibt dem Konzept treu, soll aber an entscheidenden Stellen zulegen: Es bietet 120 Millimeter Federweg vorne und hinten, die Gabel ist für 130 Millimeter Hub freigegeben. Alle Größen von S bis XL rollen auf 29-Zoll-Laufrädern. Beim Gewicht nennt Specialized 1589 Gramm für den S-Works-Rahmen in Größe Medium inklusive Dämpfer und Kleinteilen. Die Geometrie wurde nur minimal angepasst – ein integriertes Staufach wie beim Epic 8 gibt es allerdings nicht mehr.

Der Rahmen: Rigorose Abnehmkur

Specialized

Optisch zeigt das Epic 9 klar die Nähe zu Epic 8 und Epic Worldcup, technisch steckt der Fortschritt vor allem in Detailarbeit. Das Staufach des Epic 8 übernimmt das Epic 9 nicht. Stattdessen bringt Specialized eine neue SWAT-Lösung: eine am Trinkflaschenhalter montierbare SWAT-Box, in der Tubeless-Reparaturkit, CO₂-Kartusche und Kleinteile Platz finden.

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Beim Leichtbau wurde ebenfalls nachgeschärft. Die Umlenkungswippe am Hinterbau ist nun hängend montiert, wodurch speziell im vorderen Rahmendreieck Material und Gewicht eingespart werden konnten. Zusätzlich hat Specialized mithilfe aufwendiger Simulationen die Materialstärken an verschiedenen Rahmenbereichen überarbeitet. Unterm Strich soll das Rahmenset auf S-Works-Niveau im Vergleich vom Epic 8 zum Epic 9 um 203 Gramm abgespeckt haben.

Auch bei der Ausstattung setzt Specialized klare Vorgaben: Das Epic 9 kommt sowohl als S-Works als auch in den übrigen Varianten mit manuell angesteuerten Vario-Sattelstützen. Gleichzeitig bleibt es dabei, dass das Bike ausschließlich mit elektronischer, kabelloser Schaltung gefahren werden kann.

Geometrie: Minimal flacher aber auch länger

An den Eckdaten der Geometrie schraubt Specialized nur behutsam. Der Reach wächst je nach Rahmengröße minimal, deutlicher fallen die Stack-Werte aus, die durch ein längeres Steuerrohr höher ausfallen. Zudem liegt das Tretlager nun höher als beim Vorgänger. Per Flipchip in der Dämpferanlenkung lässt sich die Tretlagerhöhe anpassen, außerdem kann die Lenkwinkelstellung variiert werden. In der Low-Einstellung beträgt der Lenkwinkel 65,9 Grad, ab Werk steht das Bike in High mit 66,3 Grad. Der Sitzwinkel ist mit 77 Grad angegeben.

Ein Detail dürfte vor allem größere Fahrer freuen: Ab Größe L wachsen die Kettenstreben mit der Rahmengröße. In Größe L sind es 438 Millimeter, in XL 442 Millimeter. Small und Medium bleiben bei 435 Millimetern.

Fahrwerk: Straffer als bisher

Am Fahrwerk hält Specialized am bekannten Drei-Positionen-Prinzip fest. Es gibt weiterhin die komplett gesperrte Sprint-On-Lock-Stellung, die "Magic Middle" mit erhöhter Dämpfung für Offroad-Anstiege und die offene Position für die Abfahrt. Neu ist die etwas steiler verlaufende Progressionskurve. Dadurch soll das Epic 9 sportlich-straffer agieren als das Epic 8, gleichzeitig aber vergleichbare Reserven in ruppigem Gelände mitbringen.

Ausstattungsvarianten: limitierte Ultralight-LTD-Version

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Als besonders begehrenswertes Sammlerstück positioniert Specialized die Ultralight LTD, die auf 100 Exemplare limitiert ist. Hier steht alles im Zeichen des Gewichts: Der Rahmen kommt nur klar lackiert, und auch an der verbauten RockShox SID SL mit 110 Millimetern Hub sind die Magnesium-Tauchrohre nur dünn lackiert. Abgesehen von der Schaltung verzichtet Specialized außerdem auf elektronische Bauteile, um weiter Gewicht zu sparen. Als exklusives Highlight ist eine Trickstuff-Bremse aus Deutschland verbaut. So soll die Ultralight-Version ein Gesamtgewicht von 8,5 Kilogramm erreichen.

Superedel: S-Works-Variante und Frameset

Das S-Works-Komplettrad rollt mit Roval Control Worldcup-Laufrädern samt Carbonspeichen, die ein Gewicht von unter 1000 Gramm ermöglichen sollen. Dazu kommen das RockShox-Flight-Attendant-Fahrwerk aus SIDLuxe Ultimate und SID Ultimate, Sram-Motive-Vierkolbenbremsen, eine RockShox Reverb-Variosattelstütze sowie eine XX SL Transmission.

Für Individualaufbauer bietet Specialized ein Frameset in zwei Farbgebungen an. Beide Varianten kommen ab Werk mit elektronischem Flight-Attendant-System von RockShox und liegen preislich bei 6999 Euro.

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Das Pro-Modell setzt auf eine X0 Transmission samt Powermeter, der das verbaute Flight-Attendant-Fahrwerk mit Daten versorgt.

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Den Einstieg in die Epic-9-Familie bildet laut Specialized das Expert-Modell, ebenfalls ab 6999 Euro, dann mit Select+-Fahrwerk und GX Transmission.

Erster Test: Specialized Epic 9

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MOUNTAINBIKE-Redakteur Lukas Hoffmann konnte den neuesten Wurf aus Morgan Hill bereits auf zwei langen Rides testen. Sein Eindruck: