Fahrrad-Monitor 2025: „Deutschland ist kein sicheres Fahrradland“

Neue Umfrage belegt
„Deutschland ist kein sicheres Fahrradland“

ArtikeldatumVeröffentlicht am 30.04.2026
Als Favorit speichern
Zwei Radfahrer fahren auf einer Landstraße und werden von einem Auto überholt
Foto: ADFC / April

Mehr Menschen steigen aufs Rad – doch das Gefühl von Sicherheit nimmt ab. Zu diesem Ergebnis kommt der aktuelle Fahrrad-Monitor 2025 des Bundesverkehrsministeriums.

Die repräsentative Umfrage zeigt: Radfahren wird in Deutschland zwar beliebter, gleichzeitig fühlen sich viele Menschen auf zwei Rädern zunehmend unsicher.

Fahrrad-Monitor 2025: Mehr Nutzung – weniger Sicherheit

Welche Rechte haben Fahrradfahrer bei einem Unfall?
TommL / Getty Images

Für die Studie wurden insgesamt 4500 Menschen zwischen 6 und 69 in einer Online-Umfrage zu ihrer Fahrradnutzung befragt. Das Ergebnis: Der Anteil der täglichen Radfahrer ist leicht gestiegen: 39 Prozent der Befragten nutzen Fahrrad oder Pedelec inzwischen regelmäßig im Alltag (2023: 38 Prozent).

Besonders häufig wird das Rad für Einkäufe, Besorgungen und Besuche eingesetzt. Auch auf dem Arbeitsweg spielt das Fahrrad eine Rolle: 22 Prozent der Berufstätigen fahren nahezu täglich mit dem Rad, bei Auszubildenden sind es sogar 33 Prozent.

Doch parallel dazu sinkt das Sicherheitsgefühl. Nur noch 60 Prozent der Befragten fühlen sich beim Radfahren sicher – ein Rückgang gegenüber 63 Prozent zuvor.

ADFC-Geschäftsführerin: "Deutschland ist kein sicheres Fahrradland"

Der Allgemeine Deutsche Fahrradclub (ADFC) fordert in einer Pressemitteilung das Bundesverkehrsministerium auf, aus den Ergebnissen der Studie Konsequenzen zu ziehen. ADFC-Geschäftsführerin Dr. Caroline Lodemann sagt:

"Deutschland ist kein sicheres Fahrradland, weder subjektiv noch objektiv. Anfang der Woche hat der Bericht des Europäischen Verkehrssicherheitsrates darauf aufmerksam gemacht, dass bei uns – entgegen dem europäischen Trend – immer mehr Radfahrerinnen und Radfahrer getötet werden. Das Unsicherheitsgefühl kommt natürlich auch bei den Menschen an, wie der Fahrrad-Monitor jetzt zeigt. Besonders Frauen und ältere Menschen fühlen sich beim Radfahren nicht sicher. Das muss ein Bundesverkehrsministerium beunruhigen, das sich mit dem Nationalen Radverkehrsplan vorgenommen hat, den Radverkehr attraktiver und sicherer für alle zu machen."

Frauen und Ältere besonders betroffen

Auffällig bei der Analyse der Fahrrad-Monitor-Zahlen: Vor allem Frauen und ältere Menschen fühlen sich auf dem Rad unsicher. Das Unsicherheitsgefühl steigt mit dem Alter weiter an. Damit trifft die Entwicklung ausgerechnet jene Gruppen besonders, die für eine breitere Verkehrswende eigentlich stärker gewonnen werden sollen.

Die Gründe für das Unsicherheitsgefühl sind laut Umfrage eindeutig:

  • 60 Prozent nennen rücksichtsloses Verhalten von Autofahrenden
  • 48 Prozent kritisieren zu viel Verkehr
  • 47 Prozent empfinden die Geschwindigkeit von Autos als zu hoch

Hinzu kommt eine weitere Sorge: Jeder zweite Befragte (52 Prozent) hat Angst vor Fahrraddiebstahl.

Infrastruktur bleibt Schwachstelle

Schatten eines unkenntlichen Radfahrers, der mit dem Fahrrad auf dem Radweg fährt.
taikrixel / Getty Images

Die Ergebnisse fügen sich in ein bekanntes Bild: Viele Radfahrende sehen die Infrastruktur als unzureichend an. Fehlende oder zu schmale Radwege, lückenhafte Netze und mangelnde Trennung vom Autoverkehr sorgen für Stress und erhöhen das Risiko im Alltag.

Dabei zeigt sich auch: Die Nachfrage ist da. Immer mehr Menschen nutzen das Fahrrad – doch die Rahmenbedingungen halten nicht Schritt.

Das fordert der ADFC

Verbände wie der Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club fordern deshalb einen deutlich schnelleren Ausbau eigenständiger Radwegenetze. Konkret geht es unter anderem um:

  • mehr baulich getrennte Radwege
  • Tempo 30 als Regel innerorts
  • sichere Kreuzungen
  • bessere Kampagnen für Mindestabstände beim Überholen

Auch sichere Abstellmöglichkeiten werden als wichtiger Faktor gesehen – insbesondere im Zusammenhang mit der hohen Diebstahlangst.

Fazit: Fahrradfahren boomt – Sicherheit fehlt

Die Ergebnisse der Umfrage machen deutlich, dass Deutschland beim Thema Radverkehr vorankommt – aber nicht schnell genug. Ohne bessere Infrastruktur, mehr Rücksicht im Verkehr und konsequente Maßnahmen dürfte sich daran wenig ändern. Die gesamte Fahrrad-Monitor-Umfrage gibt es hier zum Nachlesen.