Knallende Gangwechsel, helles Freilaufsurren, bollernde Hochprofillaufräder und natürlich das Rauschen des Fahrtwinds – Rennrad zu fahren produziert eine oft schöne Geräuschkulisse. Weniger schön ist, wenn der Renner unterm Hintern anfängt zu knacken und zu knarzen. Dann kann jede Kurbelumdrehung zur Nervenbelastung werden. Und unwillkürlich rutscht man auf dem Sattel hin und her, geht in den Wiegetritt oder tritt eckiger in die Pedale, um herauszufinden: Was genau ist die Ursache der Lärmbelästigung?

Knacken beim Radfahren ist nervtötend. Problem: Die Ursache ist nicht immer leicht zu identifizieren. Beispiel Tretlager: Hier können die Gewinde und Lager der Pedale, Innenlager, Kurbelgarnitur samt Blattaufnahme, Kettenblattschrauben, innenverlegte Züge oder der Rahmen das Problem sein. Geduldig suchen – und im Zweifel alles auf Vordermann bringen!
Oft sind es Verbindungsstellen – zumal, wenn Produkte unterschiedlicher Hersteller aufeinandertreffen. Minimal abweichende Toleranzen an Kontaktpunkten, zumal wenn irgendwo Schmutz eintritt, führen dann eben manchmal unter Last zu Geräuschen. Bevor du jetzt aber deinen Renner wutentbrannt in den Acker schmeißt, wie Bjarne Riis bei der Tour de France 1997, lohnt sich eine kleine Werkstatt-Session: Denn die gute Nachricht lautet: Regelmäßiges Putzen, gute Schmierung und fester Sitz von Schraubverbindungen führen meist zum Verstummen der unerwünschten Geräuschquellen. Siehe auch das Interview mit Manuel Senni unten. Die meiste Zeit kostet es, den Ursprung der Lärmbelästigung zweifelsfrei zu lokalisieren. Wenn am Ende wieder nur die Laufräder bollern, weißt du: Es hat sich gelohnt!
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Das sagt Team-Mechaniker Manuel Senni von UAE Team Emirates

Manuel Senni, Mechaniker beim UAE Team Emirates, bringt eine besondere Perspektive mit. Als ehemaliger Radprofi fuhr der Italiener unter anderem für das BMC Racing Team und Bardiani–CSF und kennt die Anforderungen an das Material aus erster Hand. Der Wechsel vom Sattel an den Montageständer gibt ihm ein einzigartiges Verständnis für die Bedürfnisse der Fahrer und die Tücken der Technik. Diese Erfahrung macht ihn zu einem wertvollen Experten, wenn es darum geht, die perfekte Abstimmung für Top-Athleten zu finden und Probleme wie Knackgeräusche präzise zu diagnostizieren.
Nun, Knackgeräusche können von vielen Teilen des Fahrrads kommen. Der größte Feind ist in der Regel das Wasser vom Regen und die falsche Verwendung von Wasserstrahlen aus einer Düse beim Reinigen des Rads. Aber auch eine falsche Einstellung der Schaltung oder der Bremsen kann eine Ursache sein.
Das kommt darauf an. Eine mangelnde Schmierung an der Stelle, wo das Tretlager in den Rahmen eingepasst ist, führt selten zu Brüchen. Aber wenn es um Lager oder andere Komponenten des Fahrrads geht, kann schnell ein Problem entstehen.
Nun, das ist eine gute Frage. Vieles kommt von der Erfahrung; mit der Zeit kann man das fehlerhafte Teil leichter anhand der Art des Geräusches (nach Gehör) ausfindig machen. Aber manchmal reicht das nicht aus. In diesem Fall verfahre ich nach einer gewissen Reihenfolge, bei der ich mit der korrekten Einstellung von Schaltung und Bremsen beginne, dann das Tretlager überprüfe und schmiere, zu den Radlagern, Steckachsen, der Lenkung und der Sattelstütze übergehe, bis ich alle Teile des Fahrrads überprüft habe.
Zuerst durch das Gehör. Das Knacken des Tretlagers hat ein regelmäßiges Geräusch, weniger wie "etwas, das bricht" als bei einer Sattelstütze. Wenn es kompliziert ist, es zu finden, probiere ich das Rad aus. Manche Geräusche hört man nur, wenn man fest in die Pedale tritt, sowohl im Sitzen als auch im Stehen.
Ich glaube nicht, dass es ein Material gibt, das anfälliger für Geräusche ist als andere. Oft hängt es davon ab, wie man das Rad "in Schuss hält". Und beim aktuellen technischen Niveau von Fahrrädern halte ich es für schwierig, dass ein Geräusch von der Zusammensetzung der Materialien abhängen könnte.
Ja, natürlich. Nach meiner Erfahrung in einer Fahrradwerkstatt kommen die meisten Probleme von schlechter Wartung. Kleine Beispiele sind: Regen abbekommen und das Rad nicht trocknen, die Kette nicht reinigen und schmieren sowie falsche Einstellung der Komponenten. All das sind Kleinigkeiten, die den Unterschied ausmachen können. Aber auch mangelndes Wissen über die Verschleißzeiten von Materialien. Zum Beispiel längt sich eine Kette mit den Kilometern. Ab einer bestimmten Länge beginnt sie, die Kettenblätter und die hintere Kassette zu beschädigen, bis sie unbrauchbar werden.
Nun, für Pressfit-Tretlager gibt es spezielles Fett, das vor dem Einbau aufgetragen wird, um Probleme zu vermeiden. Und es ist beim Einbau unerlässlich, die beiden Teile gerade einzusetzen, wofür ein Spezialwerkzeug verwendet wird, das wir in Italien "pressa" (Presse) nennen.
Normalerweise, wenn das Rad gut gewartet wird und bei den Fahrten nicht viel Regen abbekommt, sind die Zeiträume länger, etwa sechs Monate. Aber viel hängt auch davon ab, wie viele Kilometer man fährt. Wenn ich an mein eigenes Rad denke: Bei rechtzeitigem Wechsel von Reifen, Scheiben, Bremsbelägen und Kette, selbst als ich viele Kilometer im Jahr gefahren bin, habe ich es einmal im Jahr fetten lassen, plus die Bremsen entlüftet.
Bei den Profi-Rädern ist alles anders. Die Räder werden bei jedem Rennen überprüft, sodass sie immer in 100% perfektem Zustand sind. Darüber hinaus können die Räder im "Service Course" (Materiallager des Teams, d. Redaktion) Updates mit neuen Komponenten erhalten – vielleicht leichtere oder leistungsfähigere, die Entwicklung steht nie still.
Also, wenn das Rad neu ist, sollten nach 1000 km alle Verschraubungen überprüft werden. Wenn das Rad neu ist, können Vibrationen dazu führen, dass sich Schrauben lockern, was Geräusche und Probleme verursacht. Denke daran, das Rad nach jeder Regenfahrt zu trocknen, insbesondere die Kette, und diese zu schmieren. Wenn es oft regnet, könnte eine häufigere Überprüfung helfen, aber auch die Kontrolle der Einstellungen ist unerlässlich. Die letzte wichtige Sache ist: Wasche das Rad nicht mit starken Wasserstrahlen in den Spalten, wo das Wasser die Lager erreichen kann.
Danke, Manuel





