Nein, wie ein klassischer Endurance-Renner kommt das Fascenario.5 Team von Storck nicht daher. Schon die Entscheidung für das knallige Orange macht klar, dass hier ein ganz besonderes Rad um die Ecke geschossen kommt. Auch die Silhouette mit den tief angesetzten Sitzstreben spricht nicht für entspanntkomfortables Cruisen auf der Suche nach dem nächsten CaféStopp. Dass dieser erste Eindruck nicht täuscht, bestätigt sich schon nach wenigen Metern im Sattel: mit Abstand auffälligstes Detail ist das am Testrad montierte, sehr schmale RBSU-Fascenario.5-Cockpit. Gerade mal 34 Zentimeter in der Breite misst es im Oberlenker – anfangs sehr ungewohnt selbst für erfahrene Testfahrer. Dank des ausgeprägten Flares baut der Bügel im Unterlenker mit 42 Zentimetern allerdings deutlich breiter – das erlaubt wesentlich bessere Kontrolle auf schnellen und technisch anspruchsvollen Abfahrten.

Ich fahre seit mittlerweile rund 25 Jahren Rennrad und bin seit rund 10 Jahren für die Radtests verantwortlich. In dieser Zeit habe ich mehrere Hundert Rennräder aller Klassen und Kategorien gefahren. Auch in meiner Freizeit bin ich auf dem Rennrad unterwegs, mit ca. 7000 bis 8000 km pro Jahr, gerne im Schwarzwald, aber auch in den Alpen bei ausgedehnten Pässetouren und Rennen, wie dem Granfondo La Fausto Coppi.

Flach und schmal: Das Cockpit am Testrad misst nur 34 cm in der Breite.
Wichtig zu wissen: Bei Storck lassen sich nahezu alle Komponenten ganz nach Wunsch anpassen, also auch ein breiterer Lenker montieren, der für viele Hobbyfahrer sicher die bessere Wahl wäre. Zudem sind am Testrad unter dem Vorbau insgesamt vier Zentimeter Spacer eingesetzt. Das Fascenario.5 lässt sich also mit sehr starker Sattelüberhöhung richtig aggressiv ausrichten. Doch schon so erweist es sich vor allem in der Ebene als starker Begleiter, um im Unterlenker fast mühelos viele Kilometer auf den Tacho zu schreiben. Hier zählt auch die gute Aerodynamik der Zeitjaeger Pro 50R-Carbon-Laufräder auf der Habenseite ein. Cleveres Detail: Auf dem Cockpit lässt sich ein ZeitfahrAuflieger montieren, außerdem verbirgt sich dort ein Platz für einen Apple Airtag, um das Rad im Zweifelsfall jederzeit orten zu können.

Bei den Laufrädern setzt Storck auf die Zeitjaeger Pro 50R mit aerodynamischem Profil, die 32er-Reifen machen sie etwas schwerer.
Die Sattelstütze dämpft ordentlich, gemeinsam mit den 32er-Reifen sorgt sie für den nötigen Komfort. Die Mitbewerber haben in dieser Disziplin aber dennoch die Nase vorn. An Anstiegen klettert das Fascenario.5 sehr verlässlich, dennoch können die Zeitjaeger-Laufräder der Pro-Variante ihr leichtes Mehrgewicht nicht ganz kaschieren. Wer viele Pässe fährt, für den empfehlen sich die rund 200 Gramm leichteren, aber 500 Euro teureren Zeitjaeger – ebenso eine 50/34er-Kompaktkurbel statt der am Testrad verbauten 52/36er-Semikompakt-Variante, die auf Dauer doch etwas mehr Power in den Beinen erfordert.

Klare Linienführung und auffällige Lackierung: Das Storck Fascenario.5 Team.
Wer also einen klassischen Endurance-Renner mit entspannter Sitzgeometrie, satter Laufruhe und starkem Komfort-Fokus sucht, ist mit dem Fascenario.5 in der Team-Variante nicht optimal beraten. Als sportlicher Allrounder mit aggressiverer Sitzposition, starkem Vortrieb und sehr ordentlichem Komfort weiß das auffällige Storck-Rad dagegen voll zu überzeugen.
👍 Das gefällt
Andere Laufräder, breiteres Cockpit? Bei Storck lassen sich viele Punkte ganz nach Wunsch anpassen
👎 Das weniger
Etwas mehr Laufruhe wäre auf langen Touren gut, zudem steckt in den Laufrädern noch etwas Tuningpotenzial.
♥️ Das perfekte Rad für...
... alle, die einen starken Performance-Allrounder suchen, der genug Komfort für lange Touren bietet, diesem aber nicht alles andere unterordnet.

* Komplettrad ohne Pedale
** Größe M





