Performance & Endurance: Rose geht mit seinem Anfang des Jahres vorgestellten Shave neue Wege. Es soll kein klassisches, rein auf Komfort ausgerichtetes Rennrad mehr sein wie der Vorgänger Reveal. Ganz bewusst trägt es durchaus sportliche Gene zur Schau. Sichtbar unter anderem an den aerodynamischen Rohrprofilen, dem sehr schlanken Steuerrohr sowie der flächigeren Carbon-Sattelstütze. Hinzu kommen die vergleichsweise hohen Carbon-Laufräder von Newmen. Gleichzeitig soll aber auch die Langstreckentauglichkeit nicht leiden, weshalb Rose das Shave mit 32 mm breiten Reifen ausliefert, maximal erlaubt der Rahmen gar bis zu 36 mm. "AergoConcept", nennt Rose dieses Zusammenspiel aus Aerodynamik und Ergonomie.

Die 32er-Reifen auf den Newmen Advanced A.50-Carbon-Laufrädern sorgen für sehr guten Komfort auch auf schlechten Pisten.

Ich fahre seit mittlerweile rund 25 Jahren Rennrad und bin seit rund 10 Jahren für die Radtests verantwortlich. In dieser Zeit habe ich mehrere Hundert Rennräder aller Klassen und Kategorien gefahren. Auch in meiner Freizeit bin ich auf dem Rennrad unterwegs, mit ca. 7000 bis 8000 km pro Jahr, gerne im Schwarzwald, aber auch in den Alpen bei ausgedehnten Pässetouren und Rennen, wie dem Granfondo La Fausto Coppi.
Geht das Konzept in der Praxis auf? Im Sattel fällt zunächst die recht entspannte Sitzposition auf, dank des kürzeren Oberrohrs sitzt man etwas aufrechter, ein 175er-Steuerrohr plus drei Zentimeter Spacer unterm Vorbau bringen den Lenker zudem etwas weiter nach oben – sehr angenehm auf längeren Touren. Im Unterlenker zeigt sich jedoch, dass man auf dem Shave auch sehr gut Tempo machen kann.

Liegt gut in der Hand: Das neue, gemeinsam mit dem Shave von Rose entwickelte One-Piece-Cockpit mit leicht nach vorn gepfeiltem Oberlenker.
Insbesondere in der Ebene spielen die Newmen A.50 ihre Stärken voll aus und lassen das Shave geradezu spielerisch eine hohe Reisegeschwindigkeit halten. Gleichzeitig sind die Laufräder nicht zu schwer, sodass der Renner aus Bocholt auch auf langen Passstraßen eine Topfigur abgibt – und mit großer Ausdauer klettert. Praktisch dabei: der integrierte Powermeter in der Kurbel. Außerdem stark: die Sattelstütze, die sich im ROADBIKE-Labor sehr komfortabel präsentierte. Zusammen mit den 32er-Reifen sorgt sie für exzellenten Komfort auf Tour. Allerdings zieht Rose nur Contis Trainingsreifen Grand Prix auf und nicht die deutlich leichteren Grand Prix 5000 – hier schlummert klares Tuningpotenzial.

Praktisch: der Powermeter in der Sram-Kurbel.
Als einziges Rad im Test kommt das Shave mit einer Sram Force AXS-Gruppe, die Übersetzung mit 46/33er-Kettenblatt und einer 10–33-Kassette entspricht aber nahezu der an den anderen Testkandidaten vorzufindenden 50/34 × 11–34 der Shimano Ultegra Di2. Übrigens bietet Rose das Shave auch mit Ultegra-Ausstattung an – mit ansonsten identischer Ausstattung für 200 Euro weniger.
Viel Lob gab’s von den Testern für das neue One-Piece-Cockpit: Weil der Oberlenker etwas nach vorn gepfeilt ist, gleicht er das etwas kürzere Oberrohr aus und sorgt dafür, dass die Sitzposition nicht zu aufrecht gerät. In Sachen Handling sortiert sich das Shave auf der agileren Seite ein: Kurzer Radstand und ebensolche Kettenstreben lassen das Shave direkt auf Lenkimpulse reagieren und bedingen einen lebendigen Charakter. Kurz: ein überzeugender Allrounder für die Langstrecke.

Gibt nach: Die Sattelstütze bietet viel Flex und Komfort.
👍 Das gefällt
Satter Komfort, sportlicher Charakter: Roses neues Shave sorgt auf langen Touren für viel Fahrspaß.
👎 Das weniger
Ein etwas leichterer Reifen als der Grand Prix würde an den Laufrädern deutlich Gewicht einsparen.
♥️ Das perfekte Rad für...
... alle, die ein vielseitiges, aber schnelles Rennrad für die Langstrecke suchen, das eine komfortable Sitzgeometrie mit klarem Performance-Anspruch kombiniert.

* Größe ML





