Wer seine Laufräder Zeitjaeger nennt, hat sicherlich nicht vor, sie nur zum Coffeeride auszuführen. Im Gegenteil. Aerodynamisch, schnell, laufruhig und eine leichtlaufende Nabe sind die Ansage für die Zeitenjagd auf den Straßen der Republik. Wer sich die Zeitjaeger aus Idstein an den geliebten Renner montiert, weiß, was die Stunde geschlagen hat. Es blüht Performance pur. Oder? Ob Tour, Langstrecke oder Rennen: Wir haben die Zeitjaeger 47 R Platinum auf weit über 2000 Kilometern unter allen Bedingungen gefahren.

Seit vielen Jahren fahre ich mit großer Leidenschaft bei jeder Gelegenheit mit dem Gravelbike oder dem Rennrad. Ob es die Schotter-Hausrunde ist, die Ausfahrt mit dem Radsportverein oder episch lange Touren bei Ultracycling-Events – meist kommen so am Jahresende um die 14.000 Kilometer zusammen.
Auch als Redakteur, wo immer wieder neue Räder aller Art getestet werden, lassen sich spannende Entwicklungen ausmachen. Herauszufinden, wo der Mehrwert liegt, sich Räder vom Vorgänger unterscheiden oder neue Produkte auszuprobieren und sie der Leserin und dem Leser verständlich vorzustellen, sind mein Ansporn, dem ich mit viel Begeisterung nachkomme. Denn auch als Redakteur bin ich genauso ein Verbraucher, wie jeder andere und möchte selbst möglichst alles über neue Produkte zu unserem liebsten Hobby erfahren.
Kurz & knapp: Zeitjaeger 47 R Platinum
- Felgenhöhe: 47 mm
- Felgenbreite außen: 33 mm
- Innenmaulweite: 23 mm, hooked
- Speichen vorn/hinten: 24 Carbonspeichen, beidseitig 2-fach gekreuzt
- Lager: Hochwertige Keramiklager
- Nabenmodell: RD28
- Nabenfarbe: Chromium
- Einbaumaße: 100 mm (VR) / 142 mm (HR)
- Tubeless-ready, Reifenbreite: 25–45 mm
- Systemgewicht: 110 kg
- Preis: 1999 Euro

Im Test liefen die Zeitjaeger 47 R Platinum auf schnellen Pirelli Pneus.
Die Zeitjaeger 47 R Platinum bringen alles mit, was man von einem modernen performance-orientierten Laufradsatz erwartet: Eine Innenmaulweite von 23 mm, Felgenbreite von 33 mm, ein hochwertiges Keramiklager, Carbonspeichen und die Möglichkeit, Reifenbreiten von 25-45 mm zu montieren. Das erhöht das Einsatzspektrum deutlich. Zudem sind die Laufräder kompatibel mit Shimano- als auch Sram-Freilauf. Auf dem Papier somit ein attraktiv geschnürtes Paket, doch was erzählt die Straße?
Über 2000 Kilometer und kein bisschen müde
Hausrunde, Touren, Rennen und Langstrecke – Die Platinum 47 R(oad)-Version mussten allerhand mitmachen und wurde alles andere als geschont. So kamen weit über 2000 Test-Kilometer zusammen.Mit 23 Millimetern Maulweite bauen die Reifen angenehm breit. Deren Montage verlangte allerdings Kraft – und das selbst bei in der Regel leicht zu montierenden Pirelli-Reifen (Pirelli P Zero Race TLR RS -> hier geht’s zum Test).
Mit einem Gewicht von 625 Gramm am Vorder- bzw. 690 Gramm am Hinterrad ist der Satz erfreulich leicht, die Beschleunigung ist auffällig spritzig. Die Keramiklager rollen leicht. So punkten die 47 R massiv im Test, denn ist eine wahre Wonne, diesen Elan zu spüren und auf den Asphalt zu brennen.
Auch die Lenkung ist wendig-agil, dennoch kam selbst bei böigem Seitenwind kaum Unruhe auf. Trotz einer Felgenhöhe von 47 mm ließ sich das verwendete Test-Rad jederzeit kontrolliert beherrschen. Beispielsweise auf abschüssigen Abfahrten im Wald in der Oberpfalz, wo auf offenen Waldschneisen der Wind plötzlich seitlich kräftig gegen das Rad drückte.
Geräuschkulisse
Dass dies so effektiv funktioniert, liegt auch an den je 24 Carbon-Speichen vorn und hinten, je 2-fach gekreuzt, wobei sich die Speichen nicht berühren. Kein nerviges "PLING", wie es gerne bei nah aneinander liegenden Speichen bei Temperaturschwankungen vorkommen kann.
Das Geräusch des Freilaufs dagegen ist jedoch sehr laut. Eine Klingel ist nicht mehr nötig, den Freilauf hört man meilenweit. Einerseits gut, schon von weitem wahrgenommen zu werden, aber auch sehr unangenehm, wenn ungewollt der Freilauf neben Spaziergängern, Hunden oder Reitern rattert, weil man im Moment des Überholvorgangs kurz aufhört zu treten.
Robustheit
In unserem Hauptterrain beim Test, den Straßen des Ruhrpotts, geht es nicht häufig aalglatt zu. Bodenwellen, Asphaltflicken und zahlreiche große und kleine Schlaglöcher sind eine Herausforderung für jedes Laufrad, die die Zeitjaeger jedoch gelassen mitmacht. Robust sein? Können die Laufräder.
Ebenso zeigen sie sich in satten Kurvenlagen verwindungssteif. Sie bleiben bei hoher Belastung stabil und spurtreu. Das führt zu einem angenehm direkten Fahrgefühl und verbessert dazu die Kraftübertragung. Prima. Auch am Ende unseres Tests gibt es keinerlei Beanstandungen am Material zu verzeichnen. Der hochwertige Aufbau spiegelt sich in allen Belangen wider.





