Die Pinkelpause gestaltet sich beim Radfahren für Männer oft einfacher als für Frauen. Besonders auf abgelegenen Strecken oder bei langen Brevets, Radreisen und Rennen kann die Toilettensuche für Radlerinnen zur latent nervigen Herausforderung werden. Es gibt aber ein paar Tipps und Tricks, mit denen sich der nächste Stopp deutlich entspannter gestalten lässt.

Wie oft man pinkeln muss, hängt übrigens nicht nur von der Blasengröße ab: Auch Trinkmenge, Flüssigkeitsverlust durch Schwitzen spielen eine Rolle.
Wildpinkeln
Wenn weit und breit kein WC zu finden ist, erscheint der Busch am Wegesrand schnell als naheliegende Lösung. Aber: Urinieren im Freien ist in Deutschland grundsätzlich und überall verboten, auch im Wald. Das fällt unter § 118 des Ordnungswidrigkeitengesetzes. Ein Bußgeld kann zwischen 35 Euro und 5000 Euro betragen. Gut, die hohen Bußgelder werden wohl eher an die Kandidaten verhängt, die in sich der Innenstadt ohne Rücksicht auf Verluste in Häusereingängen erleichtern. Wer draußen im Wald oder im Gebüsch drauf achtet, dass niemand belästigt wird, kommt sehr wahrscheinlich glimpflich davon.

„Öffentlich“ heißt nicht unbedingt rund um die Uhr geöffnet: Gerade Toiletten in öffentlichen Gebäuden, Bahnhöfen oder Tourist-Informationen haben teilweise feste Öffnungszeiten.
Es gibt mehr öffentliche Toiletten als man denkt
Bahnhöfe, Supermärkte, Tankstellen, Bäckereien oder auch Tourist-Informationen/Rathäuser/Friedhöfe etc. haben oft (Kunden-)Toiletten. Die App LooNow listet öffentliche Toiletten auf, die App Nette Toilette zeigt Betriebe mit frei zugänglichen Toiletten an.

Entweder mit Clip am Rücken oder mit einem besonders dehnbaren Rückenteil: Pee-friendly Bibs sind Fahrradhosen, die sich trotz Trägern herunterziehen lassen.
Pee-friendly Bib tragen
Gamechanger für lange Touren auf dem Rennrad oder Gravel: Trägerhosen, die so geschnitten sind, dass sie sich herunterziehen lassen, ohne sich obenrum komplett entkleiden zu müssen. Immer mehr Hersteller haben sogenannte Pee-friendly Bibs im Sortiment. Wir haben gerade fünf aktuelle Modelle getestet.

Manchmal muss es auch ein bisschen schneller gehen: Gut, wenn das Toilettenpapier griffbereit im Trikot steckt.
Toilettenpapier selbst dabei haben
Ein paar Blätter in einem kleinen Zip-Beutel oder einer wasserdichten Plastiktüte verstauen. So bleibt das Papier trocken und nimmt kaum Platz weg. Und wichtig: Hinterher nicht im Wald liegenlassen, sondern wieder mitnehmen (siehe Tipp 7).

Auch genervt von viel benutztem Klopapier an beliebten Radstrecken? Das deutsche Start-up Läppie hat eine Lösung dagegen.
Pinkeltuch nutzen
Ein kleines, schnell trocknendes Tuch kann unterwegs das Toilettenpapier ersetzen. Besonders hilfreich bei Radreisen. Nach der Nutzung zum Trocknen an die Satteltasche hängen oder separat verstauen. Spezielle Modelle gibt’s zum Beispiel von Läppie, ein handelsübliches Mikrofasertuch mit Karabiner tut es aber auch.

Frauen müssen nicht grundsätzlich häufiger pinkeln als Männer: Laut Studien sind's im Mittel 6,9 Toilettengänge pro Tag bei Frauen und 6,0 bei Männern.
Nicht absichtlich weniger trinken
Weniger trinken, um Toilettenpausen zu vermeiden, ist keine gute Strategie. Gerade bei langen oder heißen Touren braucht der Körper ausreichend Flüssigkeit.

So bitte nicht: Auch für Verpackungen von Riegeln, Gels, Taschentücher, Pflaster, Bananenschalen kann ein kleiner Müllbeutel praktisch sein.
Einen kleinen Müllbeutel dabeihaben
Für benutztes Toilettenpapier, Feuchttücher, Tampons, Binden oder andere Hygieneartikel, wenn unterwegs kein Mülleimer vorhanden ist. Anschließend natürlich bei der nächsten Gelegenheit entsorgen.
Fazit: Toilettenpause einfach mitplanen
Eine volle Blase muss eine lange Radtour nicht ausbremsen. Wer vorab mögliche Toilettenstopps checkt, ein paar Blätter Toilettenpapier und einen kleinen Müllbeutel einpackt und unterwegs ausreichend trinkt, ist für viele Situationen gut vorbereitet. Außerdem können Pee-Friendly Bib Shorts eine praktische Alternative für Rennradfahreinnen sein – besonders auf langen Touren oder bei Rennen.





