Bei der aktuell laufenden Vuelta a España sind Rennrad-Komponenten aufgetaucht, die sehr stark nach Shimanos noch nicht offiziell vorgestellter Dura‑Ace R9300 aussehen. Shimano selbst hat dazu bislang keine technischen Daten veröffentlicht. Was sich aktuell sagen lässt, basiert daher auf Rennfotos/"Spy Shots" und dem, was daraus ableitbar ist. Im Fokus der Sichtungen: Alpecin – Premier Tech, konkret Fahrer Lindsay De Vylder, dessen Rad bei der Rundfahrt entsprechend fotografiert wurde.

Ich fahre seit März 2008 Rennrad und bin viele Jahre lang Jedermann- und Lizenzrennen gefahren. Mittlerweile bin ich vornehmlich bei Radmarathons und dem einen oder anderen Ultracycling-Event am Start. Am meisten begeistern mich die Themen Training, Ernährung und Performance, aber auch technische Neuheiten und Material. Als ROADBIKE-Redakteur komme ich jährlich auf etwa 10.000–12.000 Kilometer.
2x13-fach gilt als gesetzt
Nach den aktuell kursierenden Informationen handelt es sich um eine 2x13-fach-Konfiguration. Das wäre der logische nächste Schritt nach der aktuellen Dura‑Ace Di2 R9200 (2x12-fach). Dafür könnte ein neuer Freilaufstandard nötig sein, um Platz für das 13. Ritzel zu schaffen. Auf Basis der bislang verfügbaren Bilder lässt sich allerdings nicht eindeutig erkennen, welcher Freilauf tatsächlich verwendet wird.
Offenbar weiter "semi-wireless"
Ein zentrales Detail aus den Fotos: Am Schaltwerk ist ein Kabel zu sehen, das aus dem Rahmen kommt und ins Schaltwerk führt. Das spricht dafür, dass die Gruppe (zumindest in der gezeigten Ausführung) nicht vollständig kabellos ist, sondern – wie bisher bei Shimanos Di2 – weiterhin mit einer teilweise verkabelten Architektur arbeitet.
Kein sichtbarer Akku am Schaltwerk
Am gezeigten Schaltwerk ist kein externer Akku zu erkennen, ebenso wenig eine auffällige Bauform, die auf einen integrierten Akku wie beim XTR Di2 M9200 (voll kabellos am MTB) hindeuten würde. Auch der Umwerfer wirkt nicht kabellos und wirkt sehr kompakt. Auch hier gibt es laut Bildlage keine klar erkennbare Akku-Lösung, was ebenfalls gegen eine komplett kabellose Umsetzung spricht.
Kleine Ergonomie-Updates erkennbar
Auch an den integrierten Schalt-/Bremshebeln sind Änderungen zu sehen: Die Form der Hoods wurde leicht überarbeitet, und ein Zusatzknopf sitzt innen am Griff. Ob dieser zu den versteckten Knöpfen unter den Griffgummis hinzukommt oder ob Shimano somit künftig vier Tasten je Griff verbaut, lässt sich anhand der Bilder nicht sagen.

Auf der Innenseite des STI der Shimano Dura-Ace R9300 scheint ein Zusatzkopf für Schaltbefehle zu sitzen.
Neue Kurbel
Deutlicher die Änderungen an der Kurbel auf. Die Kurbel sieht so aus, als würde Shimano auf ein Direct‑Mount-Design wechseln – ähnlich wie bei Shimano-MTB-Gruppen. Dabei ist die Kurbel nicht mehr klassisch über einen separaten Spider/Lochkreis "universell" angebunden.
Powermeter: neuer Ladeport sichtbar
Außerdem ist ein überarbeiteter Ladeport am Powermeter zu erkennen, der nicht mehr in verlängerter Achse des rechten Kurbelarms, sondern neben diesem sitzt. Das deutet auf eine erneute Überarbeitung des integrierten Leistungsmesssystems hin – Details zu Technik, Genauigkeit, Akku/Laden sind jedoch nicht bekannt.

Die neue Direct-Mount-Kurbel scheint mit einem überarbeiteten Shimano-Powermeter zu kommen.
Sichtbare Detailänderungen
Auf den Fotos ist ein Shimano-gebrandeter Universal Derailleur Hanger (UDH) zu sehen. Das deutet darauf hin, dass Shimano für UDH-kompatible Rahmen möglicherweise eigene UDH-Schaltaugen anbieten wird.
Gleichzeitig wirkt das Setup so, als könne es weiterhin mit klassischen Schaltaugen arbeiten bzw. eine Art Direct‑Mount-Standard unterstützen. Ob und wie sich Shimanos UDH-Variante von den üblichen, Sram-spezifizierten UDH-Teilen unterscheidet, bleibt offen.





