Erster Test: Zwift+ bringt reale Videostrecken nach Hause

Neue Funktionen: Zwift Video und Zwift Coach
Zwift+ bringt reale Videostrecken und Coaching

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ArtikeldatumVeröffentlicht am 29.10.2026
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Zwift Indoor Cycling Zwift Video Screenshot
Foto: Zwift

Zwift baut sein Indoor-Angebot weiter aus: Das neue Abomodell Zwift+ soll Training und virtuelle Ausfahrten abwechslungsreicher machen. Zwei zentrale Neuerungen sind die Funktionen Zwift Coach, ein personalisierter Trainingsplan, und Zwift Video mit zunächst 21 Routen, verteilt auf sechs verschiedene Länder. Beide Features sollen ab sofort den Userinnen und Usern per Zwift-Update zur Verfügung stehen – der exakte Zeitpunkt kann sich üblicherweise je nach Land/Region um ein paar Tage verzögern.

Zwift Coach passt den Trainingsplan an den Alltag an

Ein Trainingsplan muss nicht immer aus starren Einheiten bestehen, wie sie Zwift bereits in seinen Workout-Plänen anbietet. Zwift Coach soll ein Programm erstellen, das sich an den individuellen Zielen, der aktuellen Fitness und den persönlichen Vorlieben orientiert. Für die Einrichtung beantworten Nutzer einige Fragen wie Erfahrungslevel, verfügbare Wochenstunden und die fürs Training verfügbaren Wochentage und legen ihr Trainingsziel inkl. Datum fest. Anschließend schlägt der Coach passende Workouts und Aktivitäten vor und berücksichtigt dabei auch individuelle Wünsche wie bestimmte Routen, RoboPacer oder Gruppen-Events bzw. virtuelle Rennen.

Laut Zwift verbindet das System sportwissenschaftliche Erkenntnisse, die von Experten geprüft wurden, mit anonymisierten Leistungs- und Herzfrequenzdaten von Millionen Nutzerinnen und Nutzern. Bei der Planung greift Zwift Coach auf die verschiedenen Inhalte der Plattform zurück – darunter Tausende Workouts von WorldTour-Trainern, Strecken, RoboPacer und Events.

Eric Gutglück Portrait Redakteur ROADBIKE
Eric Gutglück
ROADBIKE-Redakteur

Der Ansatz soll mehr Abwechslung ermöglichen als ein Trainingsplan, der ausschließlich auf strukturierten ERG-Einheiten beruht. Die nächste geplante Aktivität wird nach der Einrichtung sowohl auf dem Startbildschirm der Zwift Companion-App als auch im Spiel angezeigt. Nach der Fahrt können Nutzer im neuen Bereich "Coach-Analyse" Feedback einholen. Der Plan soll außerdem flexibel bleiben: Wer eine Einheit auslässt, abkürzt, spontan mit Freunden fährt oder am Wochenende draußen trainiert, muss laut Zwift nicht von vorn beginnen. Der Coach berücksichtigt solche Änderungen und passt die Planung an, während das übergeordnete Saisonziel bestehen bleibt.

Zwift Indoor Cycling Zwift Coach
Zwift

Zwift Video bringt reale Strecken ins Spiel

Mit Zwift Video können Mitglieder auf real gefilmten Strecken fahren. Zum Start umfasst das Angebot 21 Routen mit insgesamt 385 Kilometern. Die Auswahl reicht von alpinen Anstiegen wie dem Col du Galibier und dem Teide-Plateau bis zu Küsten- und Wüstenlandschaften. Auch Sa Calobra auf Mallorca und die norwegischen Lofoten sind dabei. Die Strecken wurden vom Zwift-Team in 4k-Qualität auf der Motorhaube eines Fahrzeugs gefilmt – die Herausforderung bestand laut Zwift darin, eine realistische Fahrradgeschwindigkeit zu fahren, um das Videoerlebnis möglichst realisitsch darzustellen – egal ob die Nutzer den Abschnitt schnell oder langsam zurücklegen. Dafür waren mitunter mehrere Durchläufe nötig, um die Umgebung für das beste Erlebnis optimal einzufangen.

Die Fahrten verbinden reale Videoaufnahmen mit den bekannten Zwift-Funktionen. Dazu gehören Power-Ups, Segment-Ranglisten, HoloReplays, Drops und XP. Auch die typischen Grafikelemente der Plattform, etwa Kunstwerke, Torbögen und der Zwift-Zeppelin, sollen auf den Strecken erscheinen. Fahrdynamik und Straßenoberflächen verhalten sich laut Zwift wie in den virtuellen Welten; die Routen lassen sich jedoch nicht als Rundkurse nutzen. Ist das Ende der Route erreicht, startet die Route automatisch von vorn, sodass längere Fahrten in derselben Videowelt möglich sind.

Diese Strecken sind zum Start von Zwift Video dabei:

  • Französische Alpen: Col du Galibier, Cime de la Bonette, Upper Bonette
  • Mallorca: Sa Calobra, Coll de Femenia
  • Teneriffa: Teide-Plateau
  • Western Cape: Chapmans Peak, Clarence Drive, Bain’s Kloof Pass, Du Toitskloof Pass
  • Lofoten: The Midnight Sun Road, Eggum Coastal, Nappvang Glow
  • Utah: The Hogsback, Arches National Park, Glen Canyon, Colorado River Sunrise
  • Colorado: Dolores Dirt
  • Schottische Highlands: Glen Etive, Quinag Highlands, Glen Garry Wilds

Dabei soll die Indoor-Plattform Rouvy mit ihrem Videostrecken-Angebot explizit als eigene App bestehen bleiben, wie Zwift auf ROADBIKE-Nachfrage verriet. "Rouvy besitzt ein riesiges Angebot an weltweiten Strecken, das derzeit umfangreicher als Zwift-Video ist", so die Begründung. Hintergrund: Rouvy wurde Anfang 2026 von Zwift übernommen.

Unser Testeindruck

Wir hatten die exklusive Gelegenheit, die neuen Strecken von Zwift Video bereits vor dem Launch zu fahren und uns einen Eindruck von dem neuen Format zu verschaffen. Die Integration der Zwift-Avatare in die real gefilmte Umgebung besticht durch ein außerordentlich hohes Level an Details. So wandern beispielsweise die Schatten von Fahrer und Rad je nach Sonneneinstrahlung, der Bodenkontakt des Avatars wirkt ebenfalls realistisch. Die Aufnahmen laufen ruckelfrei, auch Kurvenfahren erzeugt ein smoothes Bild.

Zwift Indoor Cycling Zwift Video
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Die Perspektive ändert sich gegenüber der klassischen Videowelt von Zwift. Sie sitzt etwas tiefer, auf Höhe der Motorhaube des zum Filmen genutzten Fahrzeugs. Das erzeugt zunächst ein Gefühl der Ich-Perspektive – der eigene Avatar fährt jedoch direkt vor einem. Eine Änderung der Kameraperspektive oder Zurückschauen wie in den animierten Welten von Zwift ist nicht möglich – auch soll es laut Zwift zunächst keine Rennformate in den neuen Videowelten geben. Dafür soll das Angebot an Strecken künftig um weitere malerische Orte erweitert werden.

Dennoch stößt die Darstellung teils an ihre Grenzen. Beim sehr langsamen Klettern hinauf zum Col de la Bonette überholte uns im Video ein Motorradfahrer, dessen Kurvenschräglage in Zeitlupe sehr unrealistisch wirkte. Wir fuhren aber zu dem Zeitpunkt auch unter 5 km/h. Was in dem Fall hilft: schneller treten... Zwift bemühte sich zwar, möglichst verkehrsarme Strecken zu filmen, um während der Aufnahmen kein Hindernis für den Straßenverkehr darzustellen. Dennoch sind gelegentliche Fahrzeuge oder Fußgänger Teil des Videoerlebnisses.

Zwift Indoor Cycling Eric Gutglück Redakteur ROADBIKE
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Preis und Testangebot

Zwift Plus kostet 29,99 Euro pro Monat, also zehn Euro mehr als das reguläre Zwift-Abo, das im Zwift+-Modell schon enthalten ist. Wer gleich ein Jahresabo für Zwift+ abschließt, zahlt nur zehn statt zwölf Monate, also 299,90 statt 359,88 Euro. Neue Zwift-User können das Zwift+-Angebot bei der Erstanmeldung 14 Tage lang kostenlos testen. Bestehende Zwift-Abonnenten erhalten zum Launch ein kostenloses Upgrade auf Zwift+ für einen Monat und können anschließend entscheiden, ob sie für 29,99 Euro Aufpreis Zwift+ weiter nutzen oder zum Basismodell (19,99 Euro) zurückkehren wollen. Dabei ist Zwift+ als Erweiterung zu verstehen – wer sich nichts aus den Videowelten bzw. dem adaptiven Coaching macht, kann im Basismodell weiterhin Zwift in seiner langjährig bewährten Form nutzen.