Auf der Rolle zählen die Kilometer meist für den Trainingsplan oder die Statistik. MyWhoosh will daraus künftig auch Gewinnchancen machen: Mit The Vault kündigt die Indoor-Plattform ein Belohnungssystem an, bei dem Nutzer für gefahrene Kilometer virtuelle Extras und mit etwas Glück auch Sachpreise erhalten können. Dazu kommen im Winter eine neue Inselwelt und ein Trainingsmodus mit Zombie-Verfolgung. Die Neuerungen erscheinen allerdings nicht alle gleichzeitig.
100 Kilometer für eine Vault-Öffnung
The Vault soll im November starten. Für jeden auf MyWhoosh zurückgelegten Kilometer gibt es einen "Key". Mit 100 dieser Schlüssel lässt sich der virtuelle Tresor öffnen und eine Belohnung freischalten. Gezählt werden sollen Kilometer aus freien Fahrten, Workouts und Rennen.
Im Belohnungspool stecken sowohl digitale Inhalte als auch reale Produkte. Für die erste Ausgabe nennt MyWhoosh unter anderem elektrische AS2-Ultra-Pumpen und Herzfrequenzsensoren von Cycplus, eine begrenzte Zahl von T7-Smartbikes sowie Brillen von Scicon. Eine Tresoröffnung bedeutet damit nicht automatisch einen Sachpreis: Auch virtuelle Ausrüstung gehört zu den möglichen Belohnungen.

Im Vault können Nutzer Vault-Keys zum Öffnen von Belohnungskisten einsetzen. Zu den möglichen Gewinnen gehören virtuelle Trikots, Fahrräder und Produkte von Cycplus oder Scicon.
Die erste Saison soll sechs Wochen dauern und anschließend von einer neuen Ausgabe mit anderen Preisen und Themen abgelöst werden. Zum Auftakt steht der Anti-Social Hours Club im Mittelpunkt, mit virtueller Bekleidung, einem Rad und Laufrädern im Retro-Stil.
Eine Inselwelt zwischen Mallorca und Schneelandschaft
Wer lieber neue Straßen erkundet, soll mit Islands of the World eine zusätzliche Umgebung bekommen. Sie verbindet sieben Regionen: Mallorca, Hawaii, den Malediven, Santorini, den Kanaren und Snow Hill Island dienen als Vorbilder. Hinzu kommt die fiktive Insel Skull Island.
Das Straßennetz soll laut MyWhoosh rund 58,7 Kilometer umfassen. Die Regionen bieten dabei unterschiedliche Streckenprofile: Mallorca steht für mehr Kletterei und mediterrane Straßen, Hawaii und die Malediven für flachere Küstenabschnitte. Snow Hill Island bringt eine verschneite Landschaft dazu. Die neue Umgebung soll im Laufe des Winters für freie Fahrten und Workouts verfügbar werden. Später sind dort auch Veranstaltungen geplant.

Tropische Landschaft auf Hawaii Island: Die virtuelle Strecke führt entlang weißer Sandstrände, vorbei an Palmen und Surfbrettern mit Blick aufs Meer.
Bei den Intervallen sitzen Zombies im Nacken
Mit Zombie Workout baut MyWhoosh außerdem seinen Arcade-Bereich aus. Die Grundlage bleibt eine strukturierte Trainingseinheit, wird aber in eine Verfolgungsjagd eingebettet: Wer im vorgegebenen Leistungsbereich fährt, lädt einen Schutzschild auf und kann am Intervallende Barrieren durchbrechen. Wer die Vorgaben verfehlt, lässt die Zombies näher kommen.
Die Leistung müssen die Fahrer dabei selbst über Trittfrequenz und Gangwahl steuern. Einen ERG-Modus, der den Widerstand automatisch auf die Zielwattzahl regelt, gibt es in diesem Modus nicht. Eine "Humanity"-Anzeige begleitet die Einheit. Am Ende folgt eine leistungsabhängige Bewertung. Auch für das Zombie-Workout nennt MyWhoosh bislang nur den Winter als Startzeitraum.

Für den 31. Oktober um 9 Uhr MEZ ist die virtuelle Community-Ausfahrt mit Tadej Pogačar angekündigt.
Mit Pogačar auf die virtuelle Straße
Am 31. Oktober um 9 Uhr MEZ können MyWhoosh-Nutzer gemeinsam mit Tadej Pogačar fahren. Ride with Tadej ist als lockere Gruppenausfahrt im No-Drop-Format angelegt, das Fahrer unterschiedlicher Leistungsstärken zusammenhalten soll. Parallel beantwortet Pogačar Fragen in einem eingeblendeten Livestream. Die Teilnahme ist kostenlos und erfordert keine vorherige Event-Anmeldung. Die Veranstaltungsgruppe soll etwa eine Stunde vor Beginn in MyWhoosh geöffnet werden. Der Anbieter empfiehlt, rund 30 Minuten vor dem Start beizutreten, um genügend Zeit für die Verbindung der Geräte zu haben.
Neue Wochenstruktur für virtuelle Rennen
Auch für Rennfahrer hat MyWhoosh Neuerungen angekündigt. Eine neue Wochenstrutur soll die verschiedenen Rennformate übersichtlicher organisieren und an jedem Wochentag Wettkämpfe ermöglichen. Dazu gehören unter anderem die Cycling Esports League mit wechselnden Rennformaten und der Sunday Race Club. Letzterer setzt eine Voranmeldung, einen vollständig verifizierten Account und die parallele Aufzeichnung von zwei Leistungsquellen voraus.

Der wöchentliche Rennkalender von MyWhoosh bietet an jedem Wochentag eine eigene Rennserie. Dazu gehören unter anderem Rampage Racing, die Cycling Esports League und Apex Racing.
E-Sport-WM im Dezember: Rennen in Kopenhagen
Den sportlichen Höhepunkt bildet am 5. Dezember das Elite-Finale der UCI Cycling Esports World Championships in Kopenhagen. Frauen und Männer fahren jeweils zwei Etappen, deren Punkte zur Gesamtwertung addiert werden. In der ersten Etappe sorgen fünf Sprintwerungen für zusätzliche Spannung. Deren Position wird den Fahrern erst 500 Meter vorher bekannt gegeben.
In der zweiten Etappe können die Fahrer auf jeder der vier Runden zwischen einer flacheren und einer hügeligeren Strecke wählen. Während auf der flacheren Variante weniger Punkte vergeben werden, bietet die anspruchsvollere Route eine höhere mögliche Punkteausbeute. Entscheidend ist damit nicht allein die Platzierung im Zielsprint, sondern auch die richtige Taktik über beide Rennen hinweg.

Das Finale der UCI Cycling Esports World Championships findet am 5. Dezember in Kopenhagen statt.
Eine Woche später, am 12. Dezember, werden erstmals auch offizielle UCI-Weltmeistertitel für Junioren und Masters im virtuellen Radsport vergeben. Die Rennen finden dezentral auf MyWhoosh statt. Gefahren wird auf einer virtuellen Nachbildung des 13,3 Kilometer langen Montréal-Rundkurses, der an die Straßen-WM 2026 anknüpft.
Ausblick: Weitere Neuerungen und eigene Hardware
Neben den angekündigten Software-Neuerungen plant MyWhoosh auch den Einstieg in den Hardwaremarkt. Im Laufe der Saison will der Anbieter sein erstes eigenes Hardwareprodukt vorzustellen. Um welche Art von Gerät es sich handelt und wann es erhältlich sein wird, ist bislang nicht bekannt.





