Von knapp über 500 Euro bis mehr als 1000 Euro reicht die Preisspanne bei aktuellen Rollentrainern. Umso wichtiger die Frage: Welches Modell passt zu den eigenen Ansprüchen und bietet das beste Preis-Leistungsverhältnis? Um das herauszufinden, schwitzen die ROADBIKE-Redakteure unzählige Stunden in ihren Pain-Caves und testen die jeweils aktuellen Modelle der drei großen Hersteller Elite, Tacx und Wahoo.
Die Rollentrainer in der Übersicht

Ich fahre seit mittlerweile rund 25 Jahren Rennrad und bin seit rund 10 Jahren für die Radtests verantwortlich. In dieser Zeit habe ich mehrere Hundert Rennräder aller Klassen und Kategorien gefahren. Auch in meiner Freizeit bin ich auf dem Rennrad unterwegs, mit ca. 7000 bis 8000 km pro Jahr, gerne im Schwarzwald, aber auch in den Alpen bei ausgedehnten Pässetouren und Rennen, wie dem Granfondo La Fausto Coppi.

Schwitzen für die Frühjahrs-Form - das geht am effektivsten mit dem Rollentraining im Winter.
Worauf es beim Rollentrainer ankommt
Eine erfreuliche Entwicklung der letzten Jahre: Die Trainer werden tendenziell günstiger. Lagen vor ein paar Jahren fast alle Top-Modelle deutlich jenseits der 1000 Euro, ist beispielsweise der Wahoo Kickr mittlerweile bereits für 850 Euro zu haben. Außerdem bieten sowohl Elite, Tacx als auch Wahoo durchweg überzeugende Einstiegsmodelle in der 500-Euro-Liga an, die zwar auf ein paar Komfort-Features verzichten, in Sachen Fahrgefühl den Top-Modellen nur sehr wenig nachstehen.
Gleichzeitig gibt es ein breites Angebot an Trainingsapps (siehe unsere Übersicht), die mit unterschiedlichen Schwerpunkten aufwarten, sodass für jeden Fahrertyp etwas Passendes dabei sein sollte. Mit MyWoosh ist sogar eine komplett kostenlose App dabei.

Online-Rennen oder neue Landschaften erkunden - wie hier mit Rouvy: Zahlreiche Apps sorgen für Abwechslung auf der Rolle.
Worauf kommt es nun bei einem aktuellen Rollentrainer an? Keine Gedanken braucht man sich über Faktoren wie den maximalen Widerstand zu machen. Selbst die günstigen Trainer der Markenhersteller schaffen in der Regel 1500 bis 1800 Watt und damit mehr als genug für jeden Hobbyfahrer. Auch ob die Messgenauigkeit jetzt bei +/-1 oder +/-2% liegt, ist – sofern die Messungen in sich konsistent sind – für das normale Wintertraining vernachlässigbar. Außerdem zeigt die Erfahrung, dass die Trainer von Elite, Tacx und Wahoo durchweg ein sehr gutes, realitätsnahes Fahrgefühl bieten und sich nur marginal unterscheiden.
Deutlich wichtiger im täglichen Gebrauch ist, ob sich ein Trainer kompakt zusammenklappen und verstauen lässt und wie viel Platz er dann beansprucht. Denn nur die wenigsten verfügen über den Luxus, das Rollensetup permanent aufgebaut zu haben. Lassen sich beispielsweise die Füße einklappen, ist das ein klarer Komfortgewinn. Auch das Gewicht spielt eine große Rolle, wenn der Trainer mal getragen werden muss – ein Handgriff o.ä. ist hier eine große Hilfe.

Das Angebot fürs Rollentraining ist in den vergangenen Jahren stark gewachsen. Zwift bietet beispielsweise ein eigenes Indoor-Bike an.
Per Adapter lassen sich in der Regel alle Rennräder auf die jeweiligen Rollentrainer montieren. Die Adapter für Schnellspanner oder Steckachsen zählen normalerweise zum Lieferumfang. In Sachen Kassetten-Kompatibilität hat sich zuletzt einiges getan: Sowohl Elite, Tacx als auch Wahoo bieten ihre Rollentrainer in einer "Zwift Ready"-Konfiguration an, d. h., sie kommen statt einer normalen Kassette mit einem Zwift-Cog. Dieses Gerät wird auf dem Freilauf des Rollentrainers montiert und bietet über am Lenker montierte Schalter ("Zwift Clicks") eine virtuelle Gangschaltung, die aktuell sowohl bei Zwift als auch auf Rouvy funktioniert. Der Vorteil des Zwift Cogs: Damit lassen sich alle Räder, egal ob mit 10-, 11-, 12- oder gar 13‑fach Schaltung, ohne Kassettenwechsel auf demselben Rollentrainer montieren.












