Campagnolo Zonda – in der Zeit der Felgenbremse standen diese Aluminium-Rennradlaufräder für Leichtgewicht, tolle Beschleunigung, sehr gute Seitensteifigkeit und unschlagbares Preis-Leistungs-Verhältnis. ROADBIKE-Testsiege und vordere Platzierungen hatten die Zonda mit ihrer flachen Felge und der optisch markanten G3-Einspeichung quasi abonniert. In der Redaktion endeten Laufraddiskussionen oft mit demselben, kaum widerlegbaren Argument: "Mehr als Zondas brauchste nicht." Die Felgenbrems-Zondas bietet Campagnolo übrigens nach wie vor an.
Auch mit Aufkommen der Scheibenbremse behielt Campagnolo sein Erfolgsrezept bei und positionierte die Zonda als budget-freundliche Straßen-Laufräder mit Aluminium-Felgen. Mit den Zonda GT wurde der Ansatz erstmals erweitert: 2024 stellte Campagnolo diese als Gravelmodelle vor, allerdings nach wie vor mit Alu-Felge zum vergleichsweise kleinen Preis.
Campagnolo Zonda Carbon All Road
Mit den neuen Zonda Carbon All Road beschreiten die Italiener nun aber neue Wege. Erstmals basiert ein Zonda-Laufradsatz von Campagnolo auf Carbonfelgen. Und die sind ziemlich großzügig dimensioniert: Satte 50 Millimeter sind Vorder- und Hinterradfelge hoch, die Maulweite beträgt ebenfalls stolze 25 Millimeter. Dadurch wirken die neuen Zondas auch optisch völlig anders als die bislang flachen, eher filigran anmutenden Vorgänger-Generationen.

Bei den neuen Campagnolo Zonda bestehen die Felgen erstmalig aus Carbon. Die nackten Zahlen: 50mm Felgenhöhe, 25mm Maulweite, 1550 Gramm Set-Gewicht, 1420 Euro UVP.
Vor allem an der großen Maulweite lässt sich auch ein Paradigmenwechsel im Einsatzzweck ablesen: Die neuen Zondas sind nicht "nur" für Asphalt gedacht, sondern – dank der Reifenbreite von mindestens 29 Millimetern – auch für schlechte Straßen, Kopfsteinpflaster oder Gravel- und Offroad-Abenteuer. Die Zielgruppe ist dementsprechend breit: von Racerinnen über Endurance-Fans bis zu Gravel- und Bikepacking-Fahrern.
Die 50 Millimeter hohe Felge soll dabei auch aerodynamisch effizient sein. Die Reifenbreite gibt Campagnolo mit mindestens 29, maximal 60 Millimeter an, selbstverständlich sind die Felgen für Tubeless-Aufbauten geeignet. Das Set-Gewicht für Vorder- und Hinterrad beträgt laut Campagnolo 1550 Gramm.
Doch auch die neueste Zonda-Generation schreibt sich Preis-Leistung auf die Fahnen: Die Zondas sind ab sofort der "direkteste Zugang" ins Campagnolo-Carbonportfolio sein. Die unidirektionale High‑Modulus-Carbonfelge mit C‑LUX finish wird vollständig in Europa gefertigt. Auch bei den technischen Details bleibt Campagnolo bei markentypischen Lösungen. Dazu zählt das G3-Einspeichmuster mit asymmetrischer Speichenanordnung, das die Seitensteifigkeit erhöhen und die Kraft direkt übertragen soll. Für die Lager setzt Campagnolo auf das einstellbare Cup-&-Cone-System, das für ein geschmeidiges Laufgefühl und Langzeithaltbarkeit stehen soll – auch nach vielen Kilometern.

Bei den Naben setzt Campagnolo weiterhin auf klassische Konuskugellager - clever einstellbar über eine kleine Inbusschraube an der Seite.
Im eigenen Sortiment positioniert Campagnolo den Zonda Carbon All Road zwischen den klassischen Road-Laufrädern (u. a. Bora, Hyperon, Shamal) und dem gravel-spezifischen Bora X: als Option für alle, die mit Rennrad-Feeling starten, aber nicht umdrehen wollen, sobald der Belag wechselt.
Preis & Verfügbarkeit
Der Campagnolo Zonda Carbon All Road kostet 1420 Euro und ist ab sofort erhältlich. Angeboten wird er mit folgenden Freilaufkörpern: N3W, HG11 und XDR.

"1420 Euro UVP - das klingt schon anders als die 300 Euro, für die man die Alu-Zondas für Felgenbremsen früher kriegte. Klar, alles wird teurer, und Campa setzt nun auf hohe Carbon- statt auf flache Alu-Felgen. Stellt man in Rechnung, dass der 'Straßenpreis' noch einmal deutlich unter dem UVP-Preis des Herstellers liegen wird, kriegt man viel Laufrad fürs Geld. Spannend: Die Campagnolo-Decals auf den Felgen sind recht dezent - für alle, die mit Shimano- oder Sram-Antrieben unterwegs sind, vielleicht durchaus ein Knackpunkt. Wer sich daran trotzdem stört, könnte darauf spekulieren, dass Campa-Tochter Fulcrum vielleicht zeitnah einen ähnlichen Laufradsatz auf den Markt bringt."

Das optisch auffällige G3-Einspeichmuster soll für hohe Seitensteifigkeit sorgen.





