Kaum eine Carbonfaser blieb unangetastet – Specialized hat das neue Levo 4 im Vergleich zum Vorgänger umfassend überarbeitet.
Das mochten die Tester
sehr kraftvoller, feinfühliger Brose-Motor mit 111 Nm
anpassbare Geometrie und Fahrwerk
edle Ausstattung
sicheres Handling
Akkuentnahme mit Staufach
Das mochten die Tester weniger
extrem hoher Preis
überdosierte Bremspower
Testbike war nicht ganz klapperfrei
Ausstattung und Details
Die auffälligste Änderung am Levo 4: Specialized verabschiedet sich beim Levo 4 vom "Sidearm"-Design. Optisch rückt das E-Bike damit näher an das neue Stumpjumper 15 heran.
Auch übernommen: die gemeinsam mit Fox entwickelte Genie-Dämpfertechnologie, mit der sich die Federkennlinie durch Spacer in der Positivluftkammer individuell anpassen lässt. So lässt sich wahlweise ein sensibel ansprechendes oder ein strafferes, höher im Federweg stehendes Heck realisieren.
Neben der Fahrwerkscharakteristik kann so auch die progressive Geometrie angepasst werden: Drehbare Steuersatzschalen (±1Grad), ein Flip-Chip an der Dämpferaufnahme und zwei Kettenstreben-Positionen (435 oder 444 mm) erlauben Anpassungen von Tretlagerhöhe, Sitz- und Lenkwinkel sowie Radstand. Neu ist auch, dass sich der Akku nun seitlich aus dem Rahmen entnehmen lässt.
Darüber befindet sich ein kleines Staufach. Zum Herzstück: Der neu entwickelte Motor stammt weiterhin von Brose. Beim S-Works stehen bis zu 111 Nm bereit.

Flip-Chips in Kettenstrebe und Dämpferanlenkung sowie drehbare Steuersatzschalen machen Sitz- und Lenkwinkel, Heck und Tretlagerhöhe anpassbar.
Apropos S-Works: Das 14 500 Euro teure Topmodell ist luxuriös ausgestattet. Eine SramXX-Schaltung wechselt drahtlos die Gänge, dazu kommen leichte Carbon-Laufräder mit griffigen Specialized-Reifen und kraftvolle Sram-Maven-Ultimate-Bremsen. Das Factory-Fahrwerk von Fox (160 mm vorn, 150 mm hinten) inklusive Funkstütze Transfer Neo rundet die Ausstattung ab.
Fahreindruck Specialized S-Works Turbo Levo 4
Im Praxistest überzeugt das neue Levo mit kraftvollem, feinfühligem Motor. Und zeigt vor allem im Trail-Modus präzise Dosierbarkeit. Auf technischen wie flowigen Trails hat das Levo seine Stärken: Es vermittelt viel Vertrauen, meistert auch Verblocktes gelassen, und das agile Mullet-Heck fördert den Spieltrieb.
Die Fox-38er-Gabel bleibt selbst bei harten Einschlägen souverän, das Heck arbeitet im progressiveren Setup angenehmer. Nur die Sram-Maven-Bremsen mit 220-mm-Rotoren wirkten auf leichtere Testfahrer etwas übermotiviert – hier sind kleinere Scheiben ratsam. Ganz klapperfrei war unser Testbike übrigens nicht.
Video: Wir haben das Levo S-Works getestet
Zurück an der Spitze

Der "Supercharger" von Specialized lädt den großen 840-Wh-Akku mit 12 Ampere in weniger als einer Stunde auf 80 Prozent auf.
Die Specialized Philosophie Innovate or die – revolutionieren oder sterben. So drastisch ist die Firmenvision von Specialized. Und ja, die Kalifornier schaffen es immer wieder, ihren Bikes eine besondere Extranote zu verleihen, gepaart mit Innovationen und neuen Wegen. In den letzten Jahren jedoch war Specialized im Bereich der E-MTBs weniger progressiv, als man es von ihnen erwartet hätte. So gut Levo und Levo SL auch sind – dem eigenen Anspruch, dauerhaft die Benchmark zu sein, konnten sie vor allem in letzter Zeit nicht immer gerecht werden. Das neue Levo 4 soll nun diese Lücke schließen und bringt spannende Neuerungen mit. Eine Kostprobe gefällig? Das gestochen scharfe Display auf der Oberseite des Oberrohrs könnte glatt aus der Apple Watch stammen. Für Trainingsbegeisterte bietet der Motor nun eine Funktion, bei der er die Unterstützungsstufe so wählt, dass der Fahrer in einem definierten Puls- oder Wattbereich bleibt. Auch an praktische Features wurde gedacht: Oberhalb des Motors, am Steuerrohr, gibt es Platz für eine kleine Rahmentasche, in der Riegel, Ersatzschlauch und Co. verstaut werden können. Je nach Akkuoption (600 Wh oder 840 Wh) wächst der Stauraum sogar. Besonders stolz ist man bei Specialized auf den Supercharger: Dieses neue Ladegerät, das beiden S-Works-Modellen beiliegt und bei allen anderen Modellen optional für 499 Euro erhältlich ist, lädt den großen 840-Wh-Akku mit 12 Ampere in weniger als einer Stunde auf 80 Prozent auf. Der Range Extender mit 280 Wh kostet stolze 699 Euro.





