Mit der neuen Race Pro stellt Magura eine komplett neu konzipierte High-End-Scheibenbremse vor. Rund zehn Jahre nach dem Debüt der MT7 setzt der schwäbische Hersteller dabei auf einen anderen Aufbau des Bremsgebers: Statt des bislang bei vielen Magura-Bremsen eingesetzten Carbotecture-Kunststoffs kommt bei der Race Pro ein aus Aluminium gefertigter Geber zum Einsatz. Gleichzeitig wandert die Anlenkung des Bremshebels in eine radiale Anordnung.
Der Aluminium-Geber wird zunächst geschmiedet und anschließend per CNC bearbeitet. Auch der Bremssattel besteht aus geschmiedetem Aluminium und erhält eine CNC-Nachbearbeitung. Magura kombiniert damit eine aufwendige Fertigung mit einer vergleichsweise kompakten Bauweise. Das angegebene Gewicht liegt bei 310 Gramm pro Bremse inklusive 100 Zentimetern Leitung. Damit soll die Race Pro trotz ihrer Ausrichtung auf hohe Bremsleistung auch für gewichtsorientierte Bikes interessant sein.
Kurz und knapp: Magura Race Pro (2026)
- CNC-Alu-Geber: Erstmals setzt Magura bei einer Top-Bremse auf einen aus Aluminium geschmiedeten und CNC-bearbeiteten Geber statt Carbotecture-Kunststoff.
- Radiale Anlenkung: Der radial angeordnete Geberkolben soll für einen linearen Kraftaufbau und eine gut kontrollierbare Dosierung sorgen.
- 310 g Gewicht: Trotz großer Kolben und hohem Ölvolumen wiegt eine Bremse inklusive 100 cm Leitung laut Magura nur 310 g.
- 699,80 Euro pro Set: Die Race Pro ist für XC bis DH und E-MTB vorgesehen, nutzt 2,0-mm-Scheiben von 180 bis 220 mm.
Radialer Geber für linearen Kraftaufbau
Eine der wesentlichen Änderungen steckt im Bremsgriff. Die Race Pro verwendet einen radial angeordneten Geberkolben. Magura verspricht dadurch einen linearen und über den gesamten Hebelweg konstanten Kraftaufbau. Der Hebeldrehpunkt ist kugelgelagert, zudem soll die Reibung innerhalb der Mechanik reduziert worden sein.
In der Praxis soll sich die Bremse dadurch mit vergleichsweise geringer Handkraft betätigen und gleichzeitig gut dosieren lassen. Magura spricht von einer großen Modulationsbreite. Der Aufbau des Gebers mit radialer Anlenkung und axial angeordnetem Ölvolumen erlaubt zudem eine kompakte Konstruktion, was insbesondere bei einem modernen, aufgeräumten Cockpit von Vorteil sein kann.

Bling-Bling Der Aluminium-Geber kommt in Raw-Optik, die Hebelweite ist anpassbar. Per Adapter lässt sich nun Sram Pod oder Shimano-Shifter direkt verschrauben.
Bewährter Bremsanschluss, neue Beläge
Beim Anschluss der Bremsleitung greift Magura auf das von der Gustav bekannte Easy-Link-System zurück. Die Leitung lässt sich damit am Geber beziehungsweise an der Bremse über das entsprechende Verbindungssystem anschließen, was Montage und Demontage vereinfachen soll.
Neu sind außerdem verschiedene Belagsoptionen. Damit lässt sich die Charakteristik der Bremse je nach Einsatzbereich beziehungsweise persönlicher Vorliebe anpassen. Drei verschiedene Bremsbeläge stehen künftig zur Auswahl.

Wumms Mit vier Kolben im 19-mm-Maß beißt die Race kräftig und standhaft zu. Wer 10 Prozent mehr Bremskraft will, wählt statt der silbernen die gelben (Power-)Bremsbeläge.
Für XC bis Enduro
Beim Einsatzbereich gibt sich Magura breit aufgestellt: Die Race Pro ist für Cross-Country, Trail und Enduro light vorgesehen. Für fette, schwerere Enduro-Bikes und Downhillboliden sowie für E-MTBs empfiehlt sich weiterhin die Magura Gustav Pro. Unterstützt werden 2,0 Millimeter starke Bremsscheiben mit Durchmessern von 180 bis 220 Millimetern. Der Bremssattel arbeitet mit großen Kolben im 19mm-Maß und einem entsprechend hohen Ölvolumen.
Damit positioniert Magura die Race Pro klar oberhalb einer klassischen XC-Bremse. Gleichzeitig soll das Gewicht von 310 Gramm pro Bremse eine Alternative für Fahrer sein, die hohe Bremsleistung und geringes Gewicht miteinander verbinden wollen.
Preis und Verfügbarkeit
Die Magura Race Pro kommt in mattem Silber. Der Preis für ein Set aus Vorder- und Hinterradbremse liegt laut Hersteller bei 699,80 Euro. Magura gibt fünf Jahre Dichtigkeitsgarantie.
Damit liegt die Race Pro preislich klar im oberen Bereich des MTB-Bremsenmarktes, über Sram (beispielweise Motive oder Maven Ultimate) aber unter Trickstuff die an der 1000 Euro Marke kratzen, angesiedelt.
Erster Test: So performt die Magura Race Pro on Trail

Redakteur Lukas Hoffmann hat die neue Race Pro bereits für euch getestet.





