Oxytocin? Moment, das ist doch dieses Kuschelhormon, das für soziale Bindungen sorgt! Ein gewagter Name für ein E-Bike. Doch genau das will das Desikinio Oxytocin sein: ein Begleiter für die Stadt, in den man sich verlieben soll. Die Zutaten für die große Romanze klingen vielversprechend: ein schicker, leichter Aluminiumrahmen, ein flüsterleiser Mahle-Nabenmotor und ein quasi unzerstörbares Pinion-Getriebe mit Riemenantrieb. Mit nicht einmal 17 Kilogramm ist es zudem ein echtes Leichtgewicht. Kann dieser Stadtschmeichler wirklich die großen Gefühle wecken? Wir haben es getestet. Übrigens: Hier haben wir weitere E-Bikes ab fairen 900 Euro in der Test-Zusammenfassung.

Ich sitze für euch quasi täglich im Sattel und teste fast jede Woche die neusten E-Bikes – mit Motoren von Bosch, DJI, Shimano & Co., vom City-Cruiser bis zum E-MTB. Kurz gesagt: Ich hab’ den besten Job der Welt!
Lust auf ehrliche Tests? Alle getesteten E-Bikes in der Übersicht.
Neugierig, was kommt? Das sind die E-Bike-Neuheiten 2027!
Staube bei unserer Leserwahl fette Gewinne ab: Hier mitmachen!
Ich wünsche euch viel Freude beim Lesen!
Kurz & knapp: Desikinio Oxytocin
- leichter Stadtstromer mit tiefem Einstieg und Alurahmen
- Starrgabel, Rahmengröße M oder L
- Pinion-Getriebeschaltung, 9 Gänge
- gemessene 16,9 kg schwer
- Angetrieben von Mahle-X30-Nabenmotor (45 Nm) …
- … kombiniert mit einem 236-Wh-Akku, optional Range-Extender mit 171 Wh
- Preis: 3299 Euro mit Kettenschaltung, mit Pinion-Getriebe 4799 Euro (im Test)
Desikinio Oxytocin: Stadtschmeichler mit Getriebe und Nabenmotor

Das Pinion-Getriebe ist bewährt, haltbar und schaltet gut.
Ein Blick auf das Tretlager verrät … Moment, da ist ja gar kein Motor! Wer im Desikinio plötzlich eine "vollfette" Pinion MGU mit integriertem Antrieb erwartet, wird eines Besseren belehrt – und das ist auch gut so. Das Desikinio setzt auf eine clevere und leichte Kombination: Der antriebslose Pinion-C1.9-Getriebeblock mit neun Gängen sitzt zentral im Rahmen und sorgt für eine sagenhafte Übersetzungsbandbreite von 568 %. Den Vortrieb übernimmt stattdessen ein unauffällig in der Hinterradnabe versteckter Mahle-X30-Motor. Gefüttert wird dieser von einem schlanken 236-Wh-Akku, der quasi unsichtbar im Unterrohr verschwindet und für realistische Reichweiten von rund 30 Kilometern gut ist. Wem das für die große Wochenend-Ausfahrt noch nicht reicht, der kann mit dem optionalen Range-Extender nachhelfen: Der Zusatzakku packt weitere 171 Wh obendrauf und verlängert den Fahrspaß nochmals etwas. Übrigens: Welcher Akku zu dir passt, und welche Reichweiten realistisch sind, sagen wir dir hier.
Ausstattung: Nennen wir es "reduziert"

Reicht dicke: Die MT201-Bremse von Shimano funktioniert im Alltag gut.
Gepaart mit einem wartungsfreien Gates-Carbon-Riemen ergibt der Antrieb ein Sorglos-Paket, das Öl an der Hose und Kettengerassel zur fernen Erinnerung macht. Abgerundet wird das Ganze mit soliden Shimano-Scheibenbremsen aus der günstigen MT-Reihe, komfortablen Ergon-Griffen und einer guten Supernova-Lichtanlage. Nur einen Gepäckträger vermissen wir schmerzlich.
Im Alltag gefahren: Desikinio Oxytocin
Nicht superhoch, nicht superlang – dafür aber richtig bequem. So lässt sich die Sitzposition auf dem Oxytocin am besten beschreiben. Selbst für unseren 1,82 Meter großen Testpiloten fühlte sich der hohe Vorbau auf dem M-Rahmen genau richtig an, von einer buckeligen Haltung keine Spur. Klasse! Einmal in Fahrt, kennt der Mahle-Antrieb drei Stufen der Zuneigung: Im Eco-Modus weht nur ein laues, stromsparendes Lüftchen von hinten. Schaltet man in den Boost-Modus, schiebt der Motor in der Ebene aber erfreulich kräftig und motiviert an.
An steilen Rampen kommt der kleine Nabenmotor allerdings an seine Grenzen und kann den druckvollen ersten Eindruck nicht ganz halten. Das muss aber kein Nachteil sein, denn so fordert das Rad einfach mehr sportlichen Ehrgeiz vom Fahrer (und der Akku dankt es mit längerer Lebensdauer!). Ein bisschen Wadentraining hat noch niemandem geschadet. Wer allerdings die schiere Kraft von Mittelmotoren gewohnt ist, könnte hier etwas enttäuscht sein. Die Pinion-Schaltung harmoniert dabei perfekt mit dem Konzept, schaltet knackig und sauber und lässt einen dank der breiten Abstufung auch steilste Anstiege mit etwas Eigeninput erklimmen. Kleiner Wermutstropfen: Pinion bietet das Getriebe auch mit Automatik an – hier ist noch gute alte Handarbeit am Drehgriff gefragt.
👍 Das gefällt
- vergleichsweise leicht, wuselig-wendig zu fahren
- erfreulich leiser und motivierter Nabenmotor
- trotz kleinem Akku in der Stadt gute Reichweiten möglich
- sehr reduziertes, cleanes Auftreten
- quasi wartungsfrei dank Riemen und Getriebeschaltung
👎 Das weniger
- Konzeptbedingt keine Federung
- nur zwei Rahmengrößen
- teuer
💗 Das perfekte Rad für ...
- … stilbewusste Pendler und City-Cruiser, die ein leichtes, agiles und vor allem wartungsarmes E-Bike für den urbanen Dschungel suchen. Wer eher sanfte Unterstützung als brachiale Motorkraft schätzt und bereit ist, am Berg selbst kräftig in die Pedale zu treten, wird mit dem Oxytocin eine innige Beziehung eingehen.





