Gut, günstig, immer mit Bosch motorisiert: Die Victoria-Avyon-Reihe bietet vom Performance- bis zum PX-Antrieb alles, was das Trekking-Herz begehrt. Wahlweise mit Powertube 800, 600 oder 540 Wh, Kiox 500 oder Purion 200 am Lenker und Schaltoptionen von der 9-fach-Kette bis zur Nabenschaltung. Gebremst wird immer mit Shimano-Hardware, das zulässige Systemgewicht liegt bei guten 140 kg. Los geht's ab eher günstigen 3.599 Euro – wer Highend-Ausstattung will, legt bis zu 6.000 Euro auf den Tisch. Wir haben das zweitgünstigste Modell als Diamant-Variante im Test. Übrigens: Hier haben wir weitere E-Bikes ab fairen 900 Euro in der Test-Zusammenfassung.

Als BikeX-Redakteur nehme ich beinahe wöchentlich neue E-Bikes unter die Lupe: Vom stylishen City-Flitzer über Trekking-Räder bis hin zu sportlichen E-MTBs ist die Bandbreite wirklich gewaltig. Neugierig geworden? Alle getesteten Räder findest du hier in der Übersicht!
Bei meinen ausgiebigen Testfahrten prüfe ich nicht nur Zahlen und Daten, sondern vor allen Dingen, ob ein Bike im Alltag wirklich funktioniert: Wie fährt es sich im Feierabendverkehr, mit Einkaufstasche am Gepäckträger oder auf matschigen Waldwegen? Ich höre aufs Motorgeräusch, spüre, was der Rahmen macht – und freue mich natürlich, wenn mich ein Bike einfach grinsend vom Hof rollen lässt.
Mein Tipp? Richtig gute E-Bikes erkennt man daran, dass man gar nicht mehr darüber nachdenkt, ob es überhaupt einen Motor hat. Sondern nur, wie viel Spaß es gerade macht.
Viel Spaß beim Lesen!
Kurz & knapp: Victoria Avyon 4
- vollausgestattetes Trekking-E-Bike
- Alu-Rahmen (S bis XL, Diamant- oder Trapezrahmen)
- 29,2 kg schwer, 140 kg zulässiges Systemgewicht
- Angetrieben von Bosch Performance Line PX (90 Nm)
- ... kombiniert mit einem entnehmbaren 600-Wattstunden-Akku
- 9‑fach-Shimano-Kettenschaltung, 100-mm-Federgabel, 27,5" Bereifung
- Preis: 3799 Euro (Modellreihe ab 3599 Euro)
Victoria Avyon 4: überraschenderweise mit 27,5"-Reifen!

Von wegen Mittelklasse: Der PX braucht sich kaum vor dem Konzernbruder CX verstecken.
27,5"-Bereifung sieht man an Trekking-E-Bikes nicht mehr alle Tage – schade eigentlich. Denn im Gegensatz zur mittlerweile fast allgegenwärtigen 29er-Bereifung bringt das kleinere Laufrad ein spürbares Plus an Wendigkeit mit. Im Alltag macht sich das vor allem in der Stadt bemerkbar: enge Kurven, spontane Ausweichmanöver, das Rangieren mit Anhänger – alles geht mit den 27,5ern einen Tick geschmeidiger. Bei höherem Tempo bleibt das Avyon 4 trotzdem angenehm stabil, auch mit Anhänger im Schlepptau.
Der Aluminium-Rahmen kommt mit einfach per Klappe entnehmbarem 600‑Wh-Bosch-Akku, vorne arbeitet eine RockShox Judy Silver TK mit 100 mm Federweg. Kein Highend, aber absolut alltagstauglich – auch auf ruppigeren Wegen schluckt die Judy zuverlässig weg, was unter die Räder kommt. Herzstück ist jedoch der Bosch Performance Line PX mit 90 Nm Drehmoment. Geschaltet wird über Shimanos sehr einfache, aber ultrahaltbare Cues in der 9-fach-Ausführung mit breiter, 11–41er-Kassette – kein riesiges Gangspektrum, aber mit der PX-Power im Rücken im Alltag absolut ausreichend. Am Lenker sitzt das Bosch Purion 200, das alle relevanten Infos liefert, ohne zu überladen. Übrigens: Welcher Akku zu dir passt, und welche Reichweiten realistisch sind, sagen wir dir hier.
Ausstattung: gute Ware, dicke Bremse
Shimanos gute, im Unterhalt preiswerte BR-MT410 mit 203-mm-Scheibe vorn und 180 mm hinten sorgt für verlässliche Verzögerung – auch bei Maximalbeladung. Die Bremsleistung ist jederzeit gut und absolut ausreichend, selbst wenn du mit Kind, Gepäck und Anhänger unterwegs bist. Der Satori-Wien-Lenker mit 680 mm Breite, 20° Rise und 15° Backsweep ergibt zusammen mit dem neigungsverstellbaren Satori-Hatchback-Vorbau eine aufrechte, entspannte Sitzposition. Die Herrmans Nucore Grip Town Peak-Griffe sind – Geschmackssache – komfortabel und griffig. Auf dem Selle-Royal-Explora-Sattel sitzt man bequem, die Ergotec-Hook-Sattelstütze lässt sich aber leider nicht auf Knopfdruck absenken und federt auch nicht mit.
Vorn leuchtet eine AXA NXT mit 80 Lux, hinten sitzt ein Büchel Nano COB, direkt im Schutzblech integriert. Dazu gibt's ein Abus-Rahmenschloss ab Werk. Der MIK-HD-Gepäckträger nimmt eine ganze Reihe an Zubehör auf, Curana-Schutzbleche und ein Curana-Kettenschutz runden das Paket ab. Praktisch: Die HTM-2.0-Aufnahme am Steuerrohr ermöglicht den Einsatz von drei verschiedenen Frontträgern, wir hatten eine Klickfix-Aufnahme verbaut.
Im Alltag gefahren: Victoria Avyon 4

Packt was weg: Der Gepäckträger ist auch für Kindersitze freigegeben.
Und genau hier spielt das Avyon 4 seine Stärken aus. Dank der 27,5"-Bereifung ist es erfreulich wendig, bei höherem Tempo aber auch mit Anhänger im Schlepptau angenehm stabil. Der per Inbus in der Neigung – und damit auch in der Höhe – verstellbare Vorbau, der breite, gemütliche Lenker und die komfortablen Griffe ergeben zusammen eine Sitzposition, die auch auf längeren Strecken nicht nervt.
Das Purion 200 am Lenker informiert ausreichend über alles Wesentliche. Wer mehr Infotainment braucht, muss entweder eine höhere Ausstattungsvariante mit Kiox 500 wählen oder halt das Smartphone an den Lenker bauen – beides kein Drama.
Der 600-Wh-Akku reicht auch mit Anhänger erfreulich weit. Mit Kind, Kameratasche und Winkelrucksack waren im Alltagsbetrieb gut 60 Kilometer und 800 Höhenmeter drin – das ist bei dieser Beladung allerdings bereits sportlich ambitioniert. Wer mehr braucht, kann optional den Bosch PowerMore 250 als Range Extender nachrüsten.
Der performante PX-Antrieb schiebt auch bei kräftigen Steigungen trotz der "kleinen" 41-Zähne-Übersetzung im Heck richtig toll nach vorn und ist dabei erfreulich leise. 90 Nm Drehmoment sind kein leeres Versprechen – am Berg merkt man jeden einzelnen davon. Die Bremsleistung ist gut und völlig ausreichend, auch bei Maximalbeladung. Kein Fading, kein Schwammgefühl – einfach zuverlässig.
Was stört? Wenig, aber der Vollständigkeit halber: 29 kg Rad plus 80 kg Fahrer – da bleiben "nur" 31 kg für Anhängerkupplung, Kind, Gepäck über. Das wird bei einem voll beladenen Familienrad schnell eng. Die Maxxis-Reifen sind auf Asphalt recht laut – wer vor allem auf der Straße unterwegs ist, wird das merken. Das Frontlicht mit 80 Lux könnte heller sein und vor allem breiter ausleuchten – auf unbeleuchteten Feldwegen wünscht man sich mitunter etwas mehr Lichtausbeute. Wir haben bei den letzten E-Bikes im Test federnde, aus versenkbare Sattelstützen lieben gelernt – auch die fehlt für Komfortfahrer. Dennoch: Für den aufgerufenen Preis von 3.799 Euro ist das allesamt voll in Ordnung.
👍 Das gefällt
- voll- und hochwertig ausgestattet, vor allem gemessen am Preis
- gute Gabel
- starker Motor, sehr gute Akku-Ausdauer
- Anhängerfreigabe, viele Gepäckoptionen
👎 Das weniger
- eher schwer, auch nach heutigen Maßstäben
- auf Asphalt eher laute Reifen
- "nur" 140 Kilo zulässiges Gesamtgewicht
💗 Das perfekte Rad für ...
- ... Eltern, die mit Anhänger, Kind und Gepäck zuverlässig durch den Alltag kommen wollen












