Nach langem Warten ist es soweit: Die Beleuchtungsexperten von Supernova bringen ihre erste eigene Akku-Rückleuchte auf den Markt. Vorgestellt wurde die Redstream Pro bereits im vergangenen Jahr auf der Eurobike Fahrradmesse in Frankfurt. Nun ist sie erhältlich. Damit rundet der deutsche Hersteller sein Angebot batteriebetriebener Frontleuchten wie der B54 Pro oder der Airstream 2 ab.
Kurz & knapp
- erstes Akku-Rücklicht von Supernova
- Bremslichtfunktion
- Laufzeit: bis 20 Stunden
- in Deutschland hergestellt
- 5 Jahre Garantie
- Gewicht: 66 g (inkl. Halterung)
- Preis: 129 Euro
StVZO-Version ohne Blinklicht

Das inklusive Halterung 66 Gramm schwere Rücklicht bietet Supernova für 129 Euro an.
Wir konnten die neue Rückleuchte bereits ausgiebig testen – und zwar in der internationalen Version. Sie bietet ein etwas komplexeres Einstellungsmenü, dafür aber auch viele praktische Modi, die in StVZO-konformen Rückleuchten leider nicht zugelassen sind. Darunter verschiedenen Blinklicht-Modi und die Option, die Redstream Pro als reines Bremslicht ohne Dauerleuchten zu nutzen. Diese Funktionen erhöhen nicht nur die Sichtbarkeit, sondern verlängern auch die Laufzeit deutlich. Laut Herstellerangaben sind dann statt bis 20 Stunden satte 100 Stunden möglich. Diese Modi sind in der in Deutschland verkauften Version der Rückleuchte deaktiviert und nicht ansteuerbar.
Erster Eindruck und Montage

Dank der Spannhilfe an dem robusten Gummi lässt sich die Redstream Pro selbst mit Handschuhen gut anbringen.
Typisch für Supernova, steckt die Leuchttechnik der Redstream Pro in einem schicken und soliden Gehäuse aus schwarz eloxiertem Aluminium. Doch nicht nur die Lampe selbst, sondern auch die Halterung für die Sattelstütze wirkt sehr hochwertig. Ein praktisches Detail ist dabei die CNC-gefräste Spannhilfe an dem robusten Gummi. So lässt sich das Rücklicht einfach und ohne großes Gefummel anbringen und wieder abnehmen. Auch mit Handschuhen klappt das sehr gut. Für beste Sichtbarkeit lässt sich zudem der Winkel der Leuchte stufenlos einstellen. Praktisch: Für den Einsatz an Aero-Sattelstützen gibt es als Zubehör einen passenden Gummieinsatz für die Halterung. Für 39,90 Euro bietet Supernova Bikepacking-Fans zudem eine Halterung zur Montage an der Satteltasche an.

Ein- und ausgeschaltet wird die Lampe über den Knopf auf der Oberseite. Er bietet einen sehr guten Druckpunkt.
Gesteuert wird die Redstream Pro über einen optisch wie haptisch gut zu erkennenden Schalter auf der Oberseite der Lampe. Mit einem "Doppelklick" auf die Taste mit sehr gutem Druckpunkt wird die Lampe eingeschaltet. Per einfachem Tastendruck kann nun durch die drei Leuchtstufen geschaltet werden. Dabei blinkt neben dem Schalter ein kleines Lampensymbol kurz weiß auf, um die aktuelle Leuchtstufe anzuzeigen:
- 3x Blinken: hellste Stufe
- 2x Blinken: mittlere Stufe
- 1x Blinken: niedrigste Stufe

Die kleinen Symbole unterhalb des Schalters geben Auskunft über Leuchtstufe und Akkustand.
Neben dem Lampensymbol verrät das leuchtende Symbol einer Batterie den Akkustand:
- blaue Batterie: 80-100 %
- grüne Batterie: 50-80 %
- gelbe Batterie: 20-50 %
- rote Batterie: 10-20 %
- rot blinkende Batterie: <10 %
Ausgeschaltet wird die Lampe durch Halten der Bedientaste. Wird die Taste indes im ausgeschalteten Zustand mehrere Sekunden gehalten, aktiviert die Redstream Pro den Einstellungsmodus. Hier können verschiedene Leuchtfunktionen ausgewählt sowie die Longlife-Funktion aktiviert oder deaktiviert werden. Bei aktivierter Longlife-Funktion wird der Akku für eine optimierte Lebensdauer nur zu maximal 80 % geladen. Großer Vorteil: Wird das Rücklicht zu wiederum mehr als 80 % seiner Nutzungsdauer im Longlife-Modus betrieben, bietet Supernova eine erweiterte Garantie von fünf Jahren.
Praxiseinsatz

Das helle Rücklicht ist auch von der Seite aus gut zu erkennen.
Im Einsatz überzeugt die Supernova Redstream Pro auf Anhieb mit ihrer Leuchtkraft und Sichtbarkeit. In der hellsten Stufe verspricht der Hersteller eine Lichtstärke von 10 Candela. Da die rund 3x1 Zentimeter messende LED selbst einige Millimeter aus dem Alu-Gehäuse hervorragt, ist sie auch von den Seiten sowie von oben und unten sehr gut zu erkennen. Apropos gut zu erkennen: Dank der integrierten Bremslichtfunktion signalisiert das Rücklicht anderen Verkehrsteilnehmenden, dass das Fahrrad langsamer wird. Richtig hell blinkt die Redstream Pro dabei im Notbremsmodus auf, wenn besonders stark gebremst wird. Bei niedrigem Akkustand wird die Bremslichtfunktion deaktiviert.
Akkuleistung
Auch in Sachen Leuchtdauer kann das Rücklicht punkten. Selbst nach mehreren, langen Touren in diversen Leuchtstufen signalisierte das grüne Batteriesymbol noch einen Akkustand über 50 %. Auf hellster Stufe kamen wir im Test auf fast 11 Stunden Dauerbetrieb. Einziges, kleines Manko: Naturgemäß lassen sich Leuchtstufe und Akkustand der Rückleuchte während der Fahrt nicht erkennen. Toll wäre eine Integration per Handy-App oder gar im Radcomputer, um dort die entsprechenden Werte abrufen zu können. Eine Besonderheit indes liefert die integrierte Akku-Heizung der Redstream Pro. Wird die Lampe per USB-C-Kabel zum Laden angeschlossen, prüft die Elektronik zunächst die Temperatur der Akkuzellen. Sind sie zu kalt, werden sie zunächst auf die für den Ladevorgang ideale Temperatur von etwa 20 Grad Celsius gebracht. Erst dann beginnt die eigentliche Ladung der Zellen. So wird der Akku laut Hersteller deutlich schonender geladen und sollte entsprechend länger leben. Eine weitere, nachhaltige Besonderheit: Sollte der Akku aufgrund einer Beschädigung oder seiner Nutzungsdauer nicht mehr die erwünschte Laufzeit bieten, kann er vom Hersteller ausgetauscht werden. Supernova verspricht eine geplante Reparierbarkeit des Produkts von mindestens zehn Jahren.

Für Bikepacking-Fans: Per optionalem Halter lässt sich das Rücklicht auch an der Satteltasche befestigen.
👍 Das gefällt
- hochwertige Verarbeitung
- helles, gut sichtbares Rücklicht
- Bremslicht und Notbremslicht
- lange Laufzeit
- vom Hersteller austauschbarer Akku
- Reparierbarkeit
👎 Das weniger
- hoher Preis
- Blinklicht-Funktionen gibt's nur in der internationalen Version
- keine App-Anbindung

Oh, StVZO!
Bessere Sichtbarkeit bei Nacht und vor allem bei Tag, kürzere Reaktionszeiten und ein signifikant geringeres Unfallrisiko! Es gibt viele gut belegte Gründe, die für ein blinkendes Rücklicht am Fahrrad sprechen. Dazu kommt, zumindest bei modernen LED-Akkuleuchten, eine deutlich höhere Akkulaufzeit. Und doch verbietet die deutsche Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO) den Blinklicht-Einsatz – zumindest insofern die Lampe fest mit dem Fahrrad verbunden ist. Begründet wird dies ausgerechnet mit der Verkehrssicherheit. Unter anderem, weil andere Verkehrsteilnehmende bei einem blinkenden Rücklicht schlechter die Entfernung abschätzen könnten. Dabei zeigen zahlreiche Studien ihren positiven Effekt auf. Höchste Zeit also, dass den Gesetzgebenden ein Licht aufgeht. Zum Beispiel, indem man dem Beispiel Sloweniens folgt. Dort ist das Blinklicht tagsüber aufgrund seiner effektiven Warnwirkung ausdrücklich erlaubt. Nachts indes muss auf Dauerlicht umgestellt werden, da Blinklicht dann die Einschätzung von Entfernung und Geschwindigkeit behindere.





