Die Ingenieure von Silca haben nicht im Rennrad-Regal gekramt, sondern sich bei den Mountainbikern bedient. Die Idee sei so einfach wie genial: Statt einen Rennradreifen aufzublasen, haben sie die Performance-Prinzipien eines modernen XC-Mountainbike-Reifens auf Gravel- und Straßen-Dimensionen heruntergebrochen. Das Ergebnis sei ein komplett neuer Denkansatz.
Kurz & knapp: Silca Protocol-Serie
- Größen: Gravel in 45, 50, 55 mm / Road in 29, 34 und 38 mm / 32" in 61-686 ETRO
- Protocol RCG‑1: für schnelle Gravel-Rennen und gemischte Untergründe. Gewicht: 460 g/ 510 g/ 535 g
- Protocol RCG-3: Der Allrounder für anspruchsvolle Kurse wie Unbound. Gewicht: 495 g/ 540 g/ 590 mg
- Protocol 32" RCG: für 32 Zoll-Laufräder. Gewicht: 710 g
- Protocol RCG-4: Der Grobstöckige für Matsch, Sand und loses Geröll. Gewicht: 545 g/ 620 g/ 650 g
- Protocol RCR: Straßenreifen Gewicht: 290 g/ 320 g/ 350 g
- Preis (alle Modelle): 119 Euro

Das Line-Up der neuen Silca Protocol-Reifen.
Dünner ist besser: das Prinzip der Nachgiebigkeit
Die meisten Hersteller würden dem alten "Tourenreifen-Denken" folgen: Mehr Volumen braucht eine dickere, steifere Karkasse, um stabil zu sein. Silca drehe den Spieß um. Die Protocol-Reifen kombinieren großes Volumen mit einer dünneren, hochflexiblen 120-TPI-Karkasse. Bei den heute üblichen, niedrigeren Luftdrücken soll der Reifen so viel gründlicher arbeiten können. Statt bei einem Hindernis wie eine steife Wand dagegenzuhalten, kann die Karkasse nachgeben, den Stoß absorbieren und sich blitzschnell zurückformen. Das Ergebnis laut Silca: weniger Rollwiderstand, mehr Komfort und paradoxerweise sogar ein besserer Pannenschutz, weil spitze Steine einfach abgeleitet werden.

Allerlei Tests gingen der Serienfertigung voraus.
Der Ritterschlag vom Daten-Nerd?
Um zu beweisen, dass das nicht nur Marketing-Gerede ist, hat sich Silca einen der kritischsten Köpfe der Szene ins Boot geholt: Dylan Johnson. Der Gravel-Profi ist bekannt dafür, alles im Labor zu testen und hat sich seine gesamte Karriere lang geweigert, einen Reifen-Sponsor zu unterzeichnen, um immer das schnellste Material fahren zu können. Für die Protocol-Serie macht er eine Ausnahme. Sein Statement, dass diese Reifen erstmals alle seine Anforderungen an Volumen, Traktion und Speed erfüllen, ist für Silca so etwas wie ein Ritterschlag.

"Jahrelang hat die Branche Gravel-Reifen entwickelt, indem sie einfach dickes, schweres Gummi auf traditionelle Rennradkarkassen geklatscht hat. Wir sind an die Protocol-Serie herangegangen, indem wir uns zuerst die Dynamik bei niedrigerem Druck angesehen haben. Durch die gemeinsame Optimierung von Karkassenlagenwinkeln, Profilen und Materialwissenschaft haben wir eine Reifenplattform geschaffen, die schneller, leichter und geschmeidiger ist, ohne an Langlebigkeit einzubüßen." Joshua Poertner, CEO von SILCA
High-Tech bis ins Detail
Natürlich steckt noch mehr dahinter. Eine neue Gummimischung namens Pulsar Compound soll für maximalen Grip bei minimalem Energieverlust sorgen. Asymmetrische Stollenprofile optimieren Brems- und Antriebskräfte. Und statt eines herkömmlichen Kevlar-Wulstes kommt ein Carbon-Wulst zum Einsatz. Der soll sich nicht nur dehnen, sondern nimmt auch keine Feuchtigkeit auf und soll so für einen dauerhaft perfekten und strammen Sitz auf der Felge sorgen.





