Vergiss Mallorca! Diese 10 Rennrad-Orte musst du kennen

10 außergewöhnliche Rennrad-Destinationen
Wo der Asphalt noch nach Abenteuer schmeckt

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ArtikeldatumVeröffentlicht am 30.05.2026
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These rustic cattle with their shaggy red coats and long horns graze with a backdrop of stunning scenery and pastel coloured skies
Foto: Universal Images Group Editorial

Jeder passionierte Rennradfahrer kennt die steilen Alpenpässe oder die verlässlichen Trainingsstrecken auf Mallorca. Doch was kommt danach? Wenn du das ultimative Abenteuer suchst, musst du die gewohnte Komfortzone verlassen. Wir haben zehn extrem außergewöhnliche Destinationen rund um den Globus für dichzusammengestellt. Von brutalen Vulkan-Anstiegen über wilde Dschungel-Routen bis zur stürmischen Ozeanküste: Diese Ziele dürften jede Ausfahrt unvergesslich machen.

1. Taiwan: Der Wuling Pass

Warum? Weil es der vielleicht brutalste und faszinierendste Anstieg der Welt ist.

Beautiful view of sea cloud and mountain landscape
iStockphoto

Wenn wir über epische Pässe reden, denken wir an den Mont Ventoux. Der Wuling Pass lacht darüber. Die Route startet an der Ostküste Taiwans auf Meereshöhe am Pazifik und führt durch die atemberaubende Taroko-Schlucht – direkt hinein in den Dschungel. Das Ziel liegt auf 3.275 Metern Höhe. Das bedeutet: 87 Kilometer am Stück bergauf. Die letzten 10 Kilometer haben teilweise zweistellige Steigungsprozente, während die Luft immer dünner wird.

2. Ruanda: Das Land der tausend Hügel

Warum? Weil es das aufstrebendste Radsport-Land der Welt ist .

Cycling - Tour Of Rwanda
Future

Afrika und Rennrad? Oh ja! Ruanda ist längst kein Geheimtipp mehr unter Profis, wie die UCI Weltmeisterschaft 2025 zeigte, aber für Hobby-Fahrer absolut außergewöhnlich. Die Hauptstadt Kigali und das Umland bieten perfekten, butterweichen Asphalt, extrem wenig Autoverkehr und eine Topografie, bei der man kaum einen flachen Meter findet. Dazu kommt eine lokale Bevölkerung, die absolut radsportverrückt ist – man fühlt sich auf Trainingsfahrten oft wie bei einer Tour-de-France-Etappe, weil Kinder und Erwachsene am Straßenrand jubeln.

3. Färöer-Inseln: Auf dem Asphaltband durch den Nordatlantik

Warum? Weil es die dramatischste und raueste Kulisse Europas bietet.

A scenic empty straight uphill road leading to Saksun on the Faroe Islands
Universal Images Group Editorial

Vergiss warme Trainingslager. Die Färöer-Inseln sind etwas für Ästheten, die kein Problem mit Windwesten und Armlingen haben. Die Inselgruppe zwischen Schottland und Island bietet Straßen, die sich wie graue Schleifen um tiefgrüne, schroffe Klippen legen, während der Nordatlantik gegen die Felsen peitscht. Mit grandiosen Unterseetunneln kann man per Bus (Fahrräder werden mitgenommen) zwischen den Inseln per hoppen.

4. Kolumbien: Der Alto de Letras

Warum? Weil er der längste kategorisierte Pass der Erde ist.

In Jericó, Colombia
Getty Images Europe

Wir bleiben bei Rekorden. Kolumbien ist das Land der Kletterer (man schaue sich Egan Bernal oder Nairo Quintana an). Wer wissen will, warum die Kolumbianer am Berg so fliegen, muss den Alto de Letras fahren. Von Mariquita auf knapp 468 Metern kurbelt man sich auf wahnwitzige 3.679 Meter hoch. Die Distanz? Knapp 80 Kilometer. Man durchquert alle Klimazonen: von schwülen Kaffeeplantagen bis hinauf in das nebelige, karge Páramo-Ökosystem.

5. Oman: Der Jebel Akhdar (Der grüne Berg)

Warum? Ein arabischer Wüstentraum mit Scharfrichter-Qualitäten.

OMAN-TOURISM-ROSES
AFP

Die "Tour of Oman" hat dieses Land auf die Landkarte des Radsports gesetzt. Wer dem europäischen Winter entfliehen will und etwas Extremeres als die Kanaren sucht, fliegt nach Maskat. Die dortigen Straßen sind makellos. Das Highlight ist der Jebel Akhdar: Ein Anstieg, der sich aus der flirrenden Wüstenhitze erhebt und auf 10 Kilometern eine durchschnittliche Steigung von über 10 % aufweist (Rampen bis 20 % inklusive).

6. Australien: Die Great Ocean Road

Warum? Weil es die spektakulärste Küstenstraße der Welt ist – mit offiziellem Pro-Tour-Siegel.

CYCLING-AUS
AFP

Wer stundenlang an der Küste entlanggleiten will, während die Wellen des Southern Ocean gegen die Klippen krachen, muss nach Victoria. Nicht umsonst hat Australiens Tour-de-France-Held Cadel Evans genau hier sein eigenes Profi-Rennen (und einen begleitenden Gran Fondo) etabliert. Die Strecke zieht sich ab Torquay wie ein endloses, geschwungenes Asphaltband an der schroffen Südküste entlang – vorbei an Surf-Mekkas, steilen Klippen und natürlich den berühmten Kalksteinfelsen der "Twelve Apostles". Aber es ist nicht nur flach: Wer ins Landesinnere in den Great Otway National Park abbiegt, klettert plötzlich durch dichten, mystischen Regenwald (und sieht mit etwas Glück Koalas in den Eukalyptusbäumen).

7. USA / Hawaii (Maui): Der Haleakalā

Warum? Weil es der längste durchgehende Vulkan-Anstieg der Welt ist.

Hawaii, Maui , Haleakala Crater.
Universal Images Group Editorial

Der Teide auf Teneriffa war gestern. Der Haleakalā auf der hawaiianischen Insel Maui ist ab jetzt das absolute Endlevel für Vulkan-Liebhaber. Du klickst am Strand des Pazifiks in die Pedale (bei tropischen 30 Grad) und fährst 58 Kilometer am Stück nur bergauf, bis du auf 3.055 Metern über dem Meeresspiegel am Kraterrand stehst. Die Straße ist komplett asphaltiert und windet sich in unzähligen Kehren durch verschiedene Klimazonen – von Zuckerrohrfeldern und Eukalyptuswäldern bis hinauf in eine völlig karge, rote Mondlandschaft über den Wolken. Der Ausblick: Unvergesslich.

8. Rumänien: Die Transfăgărășan-Hochalpenstraße

Warum? Weil es die wahnwitzigste Straßenarchitektur Europas ist.

Romania. Transylvania. Transfagarasan road
Universal Images Group Editorial

Das britische Automagazin Top Gear nannte sie einst "die beste Straße der Welt", aber für Rennradfahrer ist sie noch viel besser. In den rumänischen Karpaten (in "Draculas Hinterhof" Transsilvanien) ließ Diktator Ceaușescu in den 70er Jahren dieses Asphaltband über den Bergkamm sprengen. Die Nordseite windet sich in atemberaubenden, fast schon absurd dichten Serpentinen ins Tal hinab – es sieht von oben aus wie eine riesige Carrera-Bahn. Der höchste Punkt liegt am Bâlea-See auf 2.042 Metern.

9. Bhutan: Im Land des Donnerdrachens

Warum? Weil es die exklusivste und spirituellste Radreise der Erde ist.

Mask dancers at the annual Ura Yakchoe festival, Bumthang, Ura, Bhutan
Corbis News

Bhutan, das kleine Königreich im Himalaya, misst seinen Wohlstand in "Bruttonationalglück" und lässt nur sehr limitiert Touristen ins Land. Wer hier mit dem Rennrad unterwegs ist, erlebt etwas absolut Einzigartiges. Beim berühmten Tour of the Dragon-Rennen (oder auf privater Tour) überquert man Pässe wie den Dochula Pass (3.140 m). Die Straßen winden sich durch tiefe Täler, dichte Wälder und vorbei an jahrhundertealten Dzongs (Klosterburgen), überall flattern bunte buddhistische Gebetsfahnen im Wind.

10. Japan: Mount Norikura

Warum? Weil er der höchste asphaltierte Pass Japans ist – und für Autos gesperrt!

Tour of Japan 2018 - Stage 5
NurPhoto

Wenn Rennradfahrer von Japan träumen, denken sie oft an den Mount Fuji. Aber der wahre Geheimtipp der japanischen Bergfahrer liegt in den Japanischen Alpen: Der Mount Norikura. Das Unglaubliche an diesem Anstieg auf 2.702 Meter: Die Straße ist für private Autos komplett gesperrt! Man teilt sich den perfekt glatten japanischen Asphalt nur mit wenigen Bussen, anderen Radfahrern und vielleicht ein paar Bergaffen.