Bei einer denkwürdigen Tour de France war der Etappensieg von Mathieu van der Poel auf den Champs-Élysées der dramatische Schlusspunkt: Nach einem Ausreißversuch mit Tadej Pogacar rettete sich der Niederländer mit allerletzter Kraft als Erster über den Zielstrich. Wäre dieser fünf Meter später gekommen, hätte es für van der Poel nicht mehr gereicht und das heranjagende Feld hätte ihn gestellt. Errungen wurde dieser knappe Sieg auf neuen Shimano Dura-Ace Laufrädern – diese bringen die Japaner nun auf den Markt. Und zwar als ganze Laufradfamilie.
Die neuen WH‑R9370-Laufräder kommen in gleich vier Ausführungen: C36, C50, C60 sowie C99-Vorderrad mit Hinterradscheibe. Alle sollen leichter und schneller sein und als Komplettsystem für Straße, Zeitfahren und Triathlon funktionieren. Im Zentrum steht der Spagat, den moderne Rennen verlangen: breite Reifen, hohe Stabilität, trotzdem aerodynamisch schnell.

Neben C36 und C60 sind die C50-Laufräder die für viele wohl interessanteste Felgenhöhe - das Set soll 1302 Gramm wiegen.
Die Japaner richten die Plattform klar auf 28 bis 30 Millimeter breite Reifen aus und setzen dafür auf 23 Millimeter Innenweite. Dazu kommen vorder- und hinterradspezifische Felgenprofile je nach Höhe sowie Außenbreiten, die Seitenwind-Stabilität und Luftwiderstand ausbalancieren sollen. In Tests nennt Shimano bis zu 2,7 Watt weniger aerodynamischen Widerstand auf 30-mm-Reifen bei 48 km/h – also jener Geschwindigkeit, wo Rennen (und Gruppetto-Stolz) wehtun.
Noch deutlicher fällt der Diätplan aus: Gegenüber der Vorgänger-Generation R9270 sinkt das Setgewicht je nach Modell um bis zu 220 Gramm. Konkret: Die flachen C36 specken von 1350 auf 1170 Gramm ab, C50 von 1461 auf 1302 Gramm, C60 von 1609 auf 1389 Gramm. Möglich machen soll das ein neu konstruierter Aufbau mit Carbon-Speichen, verbesserten Felgen-Layups und "holistic system engineering": Bei den Speichen unterscheidet Shimano zwischen "Aero" (4,0 × 1,1 mm) und "Super Aero" (5,2 × 0,8 mm) – je nach Einsatzzweck von Kletter-Agilität bis Sprint-Steifigkeit.

Carbonspeichen und einstellbare Kugellager mit austauschbaren Lagerschalen - das sind die neuen Dura-Ace-Naben.
Fast schon nostalgisch, aber typisch Shimano: Das einstellbare Cup-and-Cone-Kugellager bleibt – neu sind jedoch austauschbare Lagerschalen. In einem Vergleichstest reklamieren die Japaner 30 % geringeres Drehmoment gegenüber "typischen" Cartridge-Lagern unter definierten Lasten.
Die neuen Dura‑Ace-Räder sollen ab September 2026 verfügbar sein. Der Preis für den Laufradsatz liegt bei 2549 Euro.





