Kaiserwetter und Traumkulisse beim 45. Jubiläum
Besser hätten die äußeren Bedingungen für den 45. Ötztaler Radmarathon kaum sein können. Am Sonntagmorgen um 6:30 Uhr fiel in Sölden der Startschuss für 4.271 ambitionierte Rennradfahrerinnen und Rennradfahrer aus 40 Nationen. Bei strahlend blauem Himmel und angenehmen Spätsommertemperaturen rollte das Feld in einen langen Tag auf dem Rennrad. Die legendäre Runde verlangte den Startern auf 227 Kilometern und 5.500 Höhenmetern über den Kühtaisattel, den Brennerpass, den Jaufenpass und das Timmelsjoch wie gewohnt alles ab.

Um 6:30 Uhr machten sich 4.271 Starterinnen und Starter in Sölden auf den Weg über die 227 Kilometer.
Kurz & knapp: Der 45. Ötztaler Radmarathon 2026
- Kaiserwetter in Sölden: 4.271 Starterinnen und Starter aus 40 Nationen
- Neuer Streckenrekord der Männer: Jack Burke triumphiert in 6:29:21 Stunden vor Vorjahressieger Daniel Federspiel
- Romantischer Zieleinlauf: Burke überrascht seine Freundin direkt nach der Ziellinie mit einem Heiratsantrag
- Historische Zielzeit der Frauen: Janine Meyer holt den vierten Sieg in Serie und setzt mit 7:15:46 einen neuen Streckenrekord

Jack Burke konzentriert und bereits Solo am Anstieg unterwegs.
Burke zündet am Jaufenpass den Turbo
Im Rennen der Männer fiel die Vorentscheidung am Jaufenpass. Am steilen Anstieg hinauf auf 2.090 Meter erhöhte der Kanadier Jack Burke das Tempo aus der Führungsgruppe heraus und riss sofort eine Lücke. Ex-Profi Anton Palzer versuchte zunächst mitzugehen, musste dem harten Tempo später jedoch Tribut zollen und rettete sich am Ende als Fünfter ins Ziel.
Am Timmelsjoch schien das Rennen noch einmal spannend zu werden, als Vorjahressieger Daniel Federspiel bedrohlich nahe an den Führenden herankam. Burke konterte die Attacke jedoch, baute seinen Vorsprung im 29 Kilometer langen Schlussanstieg kontinuierlich aus und flog in einer neuen Rekordzeit von 6:29:21 Stunden über die Ziellinie. Federspiel folgte mit 2:35 Minuten Rückstand auf Platz zwei, während der Tiroler Miguel Brugger als ehemaliger Weltcup-Rodler sich Rang drei sichern konnte.

Der Moment des Tages: Direkt nach der Zieleinfahrt ging Sieger Jack Burke vor seiner Partnerin auf die Knie und stellte die entscheidende Frage.
Für den emotionalen Höhepunkt des Tages sorgte Burke direkt nach der Zieleinfahrt: Vor seiner Partnerin sank er auf die Knie und zog einen Verlobungsring aus dem Trikot, den er über die gesamten 5.500 Höhenmeter hinweg mitgeführt hatte. Unter dem Jubel der Zuschauer gab es die Zusage – ein perfekter Abschluss für einen historischen Renntag.
Janine Meyer dominiert das Damenfeld mit neuem Rekord
Das Rennen der Frauen wurde einmal mehr zur Machtdemonstration von Janine Meyer. Die Kölnerin, die den Klassiker bereits in den vergangenen Jahren dominiert hatte, setzte sich frühzeitig an die Spitze und fuhr über weite Strecken auf Augenhöhe mit den schnellsten Männergruppen.

Historischer Erfolg von Janine Meyer. Sie feierte ihren vierten Sieg in Serie und schlug ihren einen Streckenrekord der Damen mit 7:15:46 Stunden
Nach 7:15:46 Stunden überquerte Meyer als strahlende Siegerin die Ziellinie in Sölden. Damit pulverisierte sie ihre eigene Bestmarke aus dem Vorjahr nochmals um rund sieben Minuten und manifestierte ihren Status als Ausnahme-Sportlerin. Den deutschen Doppelsieg machte Eva Schien perfekt, die sich nach 7:28:10 Stunden Rang zwei sicherte. Platz drei auf dem Podest erkämpfte sich die Österreicherin Melanie Geiger mit einer Fahrzeit von 7:45:33 Stunden.

Jack Burke und Janine Meyer gratulieren sich gegenseitig nach der Zieleinfahrt.
Die Highlights des Rennens im Video
Wer die landschaftlichen Impressionen und den romantischen Kniefall von Sieger Jack Burke noch einmal Revue passieren lassen möchte, findet im offiziellen Best-of-Clip die emotionalsten Momente des Tages zusammengefasst:
Lesetipp
Ein Alpenmarathon mit 5.500 Höhenmetern verlangt monatelange Vorbereitung. Wie du Grundlagen aufbaust und deine Intervalle richtig setzt, erfährst du in unserem Ratgeber: 👉 Trainingsplan für Radmarathons: So baust du dein Training richtig auf
Mythos Ötztaler: Was macht das Rennen so extrem?
Der Ötztaler Radmarathon gilt für viele Hobbysportler als der heilige Gral der Jedermann-Szene. Jährlich bewerben sich rund 25.000 Sportler um einen der gut 4.000 begehrten Startplätze, die im Losverfahren vergeben werden.
Die Eckdaten sprechen für sich: Auf 227 Kilometern gilt es, 5.500 Höhenmeter zu überwinden. Nach dem Start in Sölden führt die Runde über den Kühtaisattel hinab nach Innsbruck, zieht sich sanft über den Brenner nach Südtirol, verlangt am steilen Jaufenpass volle Konzentration und gipfelt schließlich im gefürchteten Timmelsjoch. Der 29 Kilometer lange Schlussanstieg führt bis auf rund 2.500 Meter Seehöhe, bevor die rasende Schlussabfahrt zurück ins Ziel nach Sölden wartet.
Wer die spektakulären Straßen rund um Kühtai und Timmelsjoch lieber entspannt im Radurlaub erkunden will, findet alle Infos in unserem Reisebericht zum Rennradfahren im Ötztal.





