Noch exklusiv oder schon obszön? Colnago bringt super-teures Rennrad C72 auf den Markt

Mit Staufach und 35 mm Reifenfreiheit
Exklusiv und teuer: Colnago bringt neues C72

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ArtikeldatumVeröffentlicht am 18.04.2026
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Ist das noch exklusiv oder schon obszön? Colnago bringt das super-teure Rennrad C72 auf den Markt – allein das Rahmenset liegt deutlich über einem durchschnittlichen deutschen Monatsgehalt. Aber das in Italien von Hand hergestellte Colnago C72 kauft man vermutlich auch nicht mit Preis-Leistungs-Brille auf der Nase. Wir haben alle Infos und zahlreiche Fotos.

Kurz und knapp

  • laut Hersteller "neue Synthese aus Performance, Handwerkskunst und Design
  • klassische Muffenbauweise der C-Serie von Colnago
  • von Hand gebaut in Italien
  • jährlich auf 3000 Exemplare limitiert
  • etwas entspanntere Geometrie, dennoch sportlich-agil
  • 35mm Reifenfreiheit
  • neues Colnago CC.02-Cockpit
  • Unterrohr-Staufach
  • vier Farbkonzepte, sieben Rahmengrößen
  • Preise: Rahmenset 6780 Euro, Kompletträder ab 14 200 Euro

Colnago C72 im Detail

Es soll "Colnagos prestigeträchtigstes Modell" sein und "Struktur, Materialien, Geometrie und Fahrgefühl" als geschlossenes Ganzes zusammenwirken lassen. So beschreibt Colnago in einer Pressemitteilung das neue C72 – die jüngste Entwicklungsstufe der C-Serie, die schon mit den bisherigen Modellen C40, Extreme-C, C59 Disc, C60 oder C68 teils prestigeträchtige Siege im Profiradsport sammeln konnte. Entsprechend unbescheiden proklamiert Colnago, ein neues C-Modell habe immer den Anspruch, nicht nur "Bestehendes zu aktualisieren, sondern um den Maßstab vollständig neu zu definieren."

Rahmendetails Colnago C72
Colnago

In Italien von Hand gefertigt soll auch das neue C72 diese Philosophie verkörpern. Anders als Colnagos Wettkampfräder, mit denen Tadej Pogacar und sein Team UAE unterwegs sind, soll das C72 nicht nach Extremen streben, sondern alle Faktoren, die das Fahrerlebnis beim Rennradfahren bestimmen, ausbalancieren. Das klingt ein wenig nach dem Specialized Aethos 2, mit dem das neue Colnago auch die 35 Millimeter Reifenfreiheit und die etwas entspanntere Sitzposition bei dennoch sportlich-agilem Handling teilt. Allerdings setzt Colnagos C72 nicht auf extremen Leichtbau, sondern betont die italienische Handwerkskunst: Typisch C-Serie setzt Colnago auf eine Mehrteilkonstruktion des Rahmens mit Muffen, bei dem einzelne Elemente passgenau zusammengefügt und miteinander verknüpft werden.

Jedes Element übernimmt laut Colnago eine spezifische Rolle bei der Gestaltung des dynamischen Verhaltens des Fahrrads: Reaktionsfreude bei der Beschleunigung, Stabilität bei hohen Geschwindigkeiten und Präzision in Kurven. Das Ergebnis soll ein Fahrrad sein, das Leistung und Kontrolle ohne Übermaß zum Ausdruck bringt — souverän und ausgewogen, steif, lenkpräzise, komfortabel.

Die weiterentwickelten Muffen sollen dafür nicht länger "nur" als rein strukturelle Verbindungselemente fungieren, sondern zu prägenden Bestandteilen der Rahmenidentität werden — sorgfältig geformt, besonders sichtbar am Steuerrohr. Die Rahmenproduktion ist übrigens laut Colnago bewusst auf 3000 Rahmen pro Jahr begrenzt — ein Ausdruck der Zeit, des Fachwissens und der Sorgfalt, die erforderlich sein sollen, "um dieses Niveau der Ausführung zu erreichen." Colnago spricht von einem ebenso technischen wie zeitlosen Design.

Produktion per Hand in Italien Colnago C72
Colnago / NV

Modernen Trends verweigert sich das Colnago C72 jedoch nicht: Systemintegration wird groß geschrieben, etwa beim neu entwickelten Cockpit Colnago CC.02, welches das Handling und die Kontrolle verbessern will bei gleichzeitig reduziertem Gewicht. Natürlich verlaufen die Bremsleitungen hier im Inneren. Auch die integrierte Sattelstütze soll die Aerodynamik verbessern, dabei aber dennoch leicht anpassbar sein. Im Unterrohr wiederum bietet ein integriertes Staufach Platz für Schlauch, Werkzeug und Co. – laut Colnago eine "praktische Lösung ohne dabei Steifigkeit oder Leistung zu beeinträchtigen."

Colnago bietet das C72 in sieben Rahmengrößen und vier Farbschemas an: weiß-silber, hellblau-dunkelblau, rot-schwarz, und mattschwarz-glänzendschwarz. Insgesamt vier Ausstattungsvarianten sind erhältlich:

  • Shimano Dura-Ace Di2 & Fulcrum Sharq 57-Laufräder = 14 200 Euro
  • Shimano Dura-Ace Di2 & Enve SES 4.5-Laufräder = 15 900 Euro
  • Campagnolo Super Record 13s & Bora Ultra WTO 45-Laufrädern = 15 900 Euro
  • Sram Red AXS & Enve SES 4.5-Laufräder = 16 600 Euro

Darüber hinaus gibt es das Colnago C72 zum individuellen Aufbau auch als Rahmenset – Kostenpunkt: 6780 Euro. Gänzlich exklusiv wird es bei der auf 72 Exemplare limitierten Sonderedition C72 La Scala, die als Hommage an die Mailänder Oper mit rot-weiß-goldener Speziallackierung und Campagnolo-Ausstattung schlanke 22 000 Euro kosten wird.