Schwache Bremse, super Fahrspaß: Der knallharte Test zum 2999-Euro-Merida

Merida One-Sixty FR 400 im Test
Wendige Spaßmaschine zum Sparpreis

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ArtikeldatumVeröffentlicht am 11.05.2026
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Mountainbiker in voller Schutzausrüstung fährt auf einem Trail im Wald durch eine Steilkurve.
Foto: Stefan Eigner - eignerframes

Trotz One-Sixty im Namen bietet die FR-Variante des Enduros der Taiwanesen satte 180 Millimeter Federweg an der Front und 171 Millimeter am Heck. Der Rahmen ist aus Aluminium gefertigt und setzt bis Größe M auf ein Mullet-Setup mit 29 Zoll vorne und 27,5 Zoll hinten für den maximalen Fahrspaß. Über einen Flip-Chip lässt sich das Bike allerdings auch auf ein großes Hinterrad umbauen.

Finn Sandmann
Redaktionstrainee

Kurz & Knapp:

  • Preis: 2999 €
  • Gewicht: 17,7 kg
  • Größen: XS, S, M, L und XL
  • Rahmenmaterial: Aluminium
  • Federweg: 180-/171-mm-Federweg
Detailaufnahme eines Mountainbike-Hinterbaus mit einstellbarem Dämpfer und Umlenkhebel. Die Einstellung für 27,5- und 29-Zoll-Laufräder ist sichtbar.
Stefan Eigner - eignerframes

Ausstattung und Details

Über einen Flip-Chip lässt sich das Bike auch auf ein großes Hinterrad umbauen. In der günstigsten 400er-Version wird der Federweg durch ein DVO-Fahrwerk zur Verfügung gestellt. Selten an Komplettbikes zu finden, allerdings steht vor allem die verbaute Onyx-38-D3-Gabel den Modellen der Fahrwerksgiganten in nichts nach. Der Coil-Dämpfer von DVO könnte hingegen etwas mehr Einstellungsmöglichkeiten vertragen.

Für 2999 Euro ist die Ausstattung grundsolide. Die Sram-DB4-Bremsen tanzen hier etwas aus der Reihe. An einem Parkbike wäre etwas mehr Bremspower doch recht hilfreich.

Auch ungewohnt: Die Shimano-Cues-Schaltung bietet nur zehn statt der üblichen zwölf Gänge. Im Park fällt das jedoch kaum ins Gewicht – schließlich übernimmt der Lift die Arbeit.

Fahreindruck Merida One-Sixty FR 400

Also: Abfahrt! Hier zeigt sich das Bike sehr wendig und verspielt. Das mag allerdings auch daran liegen, dass uns Merida das One-Sixty zum Testzeitraum nur in Größe M zur Verfügung stellen konnte.

Der üppige Federweg passt ins Bild und sorgt keineswegs für irgendeine Form von Trägheit. Also lieber Bremse auf und das Rad einfach machen lassen – beziehungsweise von einer in die nächste Kurve werfen. Dann bekommt man Traktion satt geboten und dank tiefem Schwerpunkt ein leicht von links nach rechts zu dirigierendes Rad.

Auf der Jumpline will das One-Sixty an jedem Absprung regelrecht hoch hinaus schanzen. Nur unter Bremslast verhärtet das Heck dann allerdings spürbar und schluckt Bremswellen, Wurzeln, Steine nur wenig sensibel weg. Generell steht der Dämpfer recht tief im Federweg und erreicht somit zügig die Endprogression. Verstellen lässt sich leider nur die Zugstufe (Rebound), eine hilfreiche Druckstufenverstellung bietet der DVO Jade X nicht. Trotz der Kritik ist das Merida eine echte Spaßmaschine. Wer ein günstiges Parkbike für Jumpline und Flowtrail sucht, wird beim One-Sixty FR fündig. Wer auf Downhillstrecken maximale Traktion sucht, dürfte allerdings mit einem höherwertigen Dämpfer noch mehr Performance aus dem Hinterbau herausholen.

Das mochten die Tester

 komfortables Fahrwerk sorgt für viel Traktion

 robuste Ausstattung

 lebendiges Fahrverhalten

 gripstarke Reifen

Das mochten die Tester weniger

 Hinterbau verhärtet im Anbremsen

 DB-4-Bremsen mangelt es an Bremspower

Fazit