Neben Dämpfungslockout, Variostütze und Schaltwerken, deren Gänge selbst unter Last perfekt sitzen, gibt es eine weitere Komponente, die die Uphill-Performance maximieren kann. Dürfen wir vorstellen? Der Reverse Seatswitch. Mit ihm lässt sich die Sattelneigung während der Fahrt anpassen, wodurch man für jede Situation die passende Sitzposition behalten soll.
Kurz & knapp: Reverse Seatswitch
- Sattelneigungsversteller für das (E-) MTB
- 2-Positionen
- 6 Grad Verstellwinkel
- Preis: 169,90 Euro (noch von V1, folgt)

Auf steilen Kletterpassagen überrascht der Grip, den man durch die andere Sattelposition gewinnt. Auf der Ebene bleibt der Sattel durch die flache Position aber dennoch bequem. Am Bio-Bike verbringe ich nur wenig Zeit in steilen, technischen Anstiegen, wodurch ich die Uphill-Traktion nicht unbedingt benötige. Einen echten Mehrwert bringt der Seatswitch jedoch an E-Bikes.
Der Seatswitch wird anstelle einer normalen Klemmung unter dem Sattel eingebaut. Anschließend montiert man den Sattel mit den zwei abnehmbaren Klemmbacken. Ein einfacher Umbau, auch für jeden Gelegenheits-Schrauber. Durch einen Hebel, welcher unter der Sattelnase hervorschaut, betätigt man den Winkelversteller. Dadurch lässt sich je nach Ausgangsstellung der Sattel um 6 Grad nach vorn, oder nach hinten neigen. Es gibt also zwei Positionen. Eine lässt sich für steile Anstiege und Kletterpassagen einstellen, die andere für flacheres Gelände auf dem Weg zum Trail.

Über einen unscheinbaren Hebel lässt sich die Sattelnase senken und den Sattel wieder in Ausgangsstellung bringen.
Der Reverse Seatswitch im Test
In der Praxis zeigt sich: So unnötig die Idee im ersten Moment vielleicht klingen mag, das Konzept ist es keineswegs. In steilen Anstiegen wird das Problem des "Vom-Sattel-Rutschens" nahezu vollständig eliminiert. Durch die aufrechtere Sitzposition in Kombination mit dem steil angestellten Sattel verlagert sich zudem deutlich mehr Gewicht auf das Hinterrad. Der zusätzliche Druck sorgt für spürbar mehr Traktion. Kletter-Challenges lassen sich mit diesem kleinen Hilfsmittel somit deutlich leichter bewältigen.
Warum man jedoch nicht dauerhaft mit dieser Sattelneigung fährt, merkt man spätestens dann, wenn das Vorderrad wieder in die Ebene zeigt. Von einer ergonomischen Sitzhaltung kann dann keine Rede mehr sein. Glücklicherweise bietet der Seatswitch zwei Positionen: Ein kurzer Druck auf den Hebel genügt, und der Sattel richtet sich wieder waagerecht aus. Aufatmen – den Rückenschmerzen gerade noch entkommen. Ein Kompromiss bei der Sattelneigung ist damit nicht nötig. Man sitzt jederzeit bequem, egal ob in der Ebene oder im steilsten Anstieg.
Alles klingt also bestens – da muss es doch einen Haken geben. Wie so oft bei Fahrradkomponenten liegt dieser im Preis. Schlappe 169,90 Euro kostet der Neigungsversteller. Mithilfe von Shims lässt er sich an einer Vielzahl von Sattelstützen montieren; eine vollständige Kompatibilitätsliste stellt der süddeutsche Komponentenhersteller auf seiner Website bereit. Für das Modelljahr 2026 hat Reverse das ursprüngliche Design des Seatswitch überarbeitet: Der Gummischutz fällt nun größer aus, zudem ist der Bolzen der Sattelaufnahme jetzt zusätzlich durch Schrauben gesichert.












