Im Dauertest: Die neuen Fulcrum Sharq GR-Gravellaufräder

Test: Fulcrum Sharq GR Gravel-Laufräder
Aerodynamischer Vorteil auf der Schotterpiste

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ArtikeldatumVeröffentlicht am 25.09.2026
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Fulcrum Sharq GR Laufräder Gravel Detail Felge
Foto: Christian Brunker/GRAVELBIKE

Gemütliche Runde durch den Wald? Gravel ist mittlerweile deutlich mehr als das, der Performance-Gedanke hat Einzug gehalten – und mit ihm immer mehr Rennformate. Und auch wer nicht an einer Startlinie steht, möchte auf seiner Gravel-Hausrunde mitunter gerne flott unterwegs sein. Kurzum: Im Gravelbereich hat sich in den vergangenen Jahren einiges getan – und auch die Hersteller haben reagiert.

Fulcrum Sharq GR und Soniq GR: Die Hersteller-Infos

So hat Fulcrum Anfang 2026 die neuen Sharq GR- und Soniq GR-Laufräder vorgestellt, die speziell für Gravel-Rennen entwickelt wurden, bei denen Fahrer mit breiten Reifen und hohem Tempo über raues Terrain unterwegs sind. Diese sollen laut Fulcrum nicht die bisherigen Sharq- und Soniq-Modelle ersetzen, sie seien vielmehr eine logische Weiterentwicklung – eine gezielte Ergänzung für eine klar definierte Disziplin. Frei nach Fulcrums Philosophie: "Es gibt keine Kompromisse und keine Notlösungen". Jedes Produkt werde so entwickelt, dass es in seinem spezifischen Einsatzbereich maximale Leistung und Zuverlässigkeit biete. Heißt: ein Laufrad, das hohe Geschwindigkeiten auf rauem Untergrund unterstützt, mehr Kontrolle, Präzision und einem messbaren aerodynamischen Vorteil bieten soll.

Das Herzstück des Projekts sei die neue 2-Wave-Felge mit 30 mm Maulweite und Mini-Hook, die perfekt mit breiten Reifen harmoniere. Sie optimiere deren Form, Aufstandsfläche und Stabilität. Das variable Felgenprofil mit 47/52 mm Höhe optimiere zudem die Luftströmung, verringere Seitenwindempfindlichkeit und reduziere den aerodynamischen Widerstand.

Perfekt abgestimmt auf moderne 47–50 mm Gravel-Reifen biete das System maximale Performance im Rennen und volle Kontrolle im Alltag. ISO-konforme, breitere Reifen sind laut Fulcrum ebenfalls kompatibel, genauso wie bestimmte 45 mm-Reifen. Obwohl diese Größe derzeit nicht ISO abgedeckt sei, habe Fulcrum sie nach internen und herstellerseitigen Tests freigegeben (eine fortlaufend aktualisierte Liste der validierten 45 mm Reifen ist auf fulcrumwheels.com zu finden).

Die breite 30 mm Felge schaffe zudem mehr Volumen und damit mehr Freiheit beim Reifendruck, so lasse sich das Setup besonders fein anpassen – für optimale Geschwindigkeit, maximale Kontrolle und stabilen Grip unter allen Bedingungen. Fulcrum betont: Der auf der Felge angegebene maximale Druck von 3,5 bar dürfe dabei nicht überschritten werden.

Fulcrum Sharq GR Laufräder Gravel Detail Hinterrad
Christian Brunker/GRAVELBIKE

Zwei Modelle, Eine Vision

Sharq GR und Soniq GR folgen derselben Entwicklungsphilosophie und haben dasselbe Leistungsziel, setzen jedoch unterschiedliche technische Lösungen ein, um verschiedene Anforderungen abzudecken, sagt Fulcrum.

Das Sharq GR sei Fulcrums leistungsstärkstes Gravel‑Race‑Modell: FF100‑Carbonfaser, Naben mit Cup‑&‑Cone‑Lagern, flache A3RO‑Speichen und 2:1‑Einspeichmuster für maximale Reaktionsfreudigkeit, Präzision und aerodynamische Vorteile – und das bei einem Gesamtgewicht von 1.550 g.

Das Soniq GR verwendee FF80‑Carbon, das weniger rennorientiert als FF100 sei, aber trotzdem hervorragende Gesamtleistung biete. Dazu kommen Naben mit gedichteten Industrielagern und einstellbarem Lagerspiel sowie runde Speichen, das Gesamtgewicht belaufe sich auf 1.695 g.

Beide Modelle verfügen laut Fulcrum über die 2‑Way‑Fit‑Technologie mit nicht gebohrtem Felgenbett, sind somit tubeless‑ready ohne Felgenband und bieten eine perfekt dichte, robustere Struktur für langfristige Zuverlässigkeit.

Kurz&knapp: Sharq GR

  • 2‑Wave-Felge, 47–52 mm
  • 30 mm Maulweite
  • 2-WAY FIT Tubeless (ungebohrtes Bett)
  • Cup-&-Cone-Lager
  • Entwickelt in Italien – Produziert in der EU
  • 1.550 g
  • 1990 Euro UVP

Kurz&knapp: Soniq GR

  • 2‑Wave-Felge, 47–52 mm
  • 30 mm Maulweite
  • 2-WAY FIT Tubeless (ungebohrtes Bett)
  • 1.595 g
  • 1490 Euro (UVP)
Fulcrum Sharq GR Laufräder Gravel mit Rose Backroad Standbild
Christian Brunker/GRAVELBIKE

Der GRAVELBIKE-Praxistest

Wir von GRAVELBIKE hatten die Möglichkeit, die neuen Sharq GR intensiv über die vergangenen Monate zu testen. Wichtig zu wissen – wie auch Fulcrum betont: die Sharq GR sind für Reifenbreiten von 47 bis 52 mm ausgelegt, 45 mm sind die Mindestbreite für ausgewählte Modelle. Diese sollten in die meisten aktuellen Gravelbikes passen, bei älteren Modellen kann es aber eng werden. Daher solltet ihr vor dem Kauf unbedingt checken, ob ihr in eurem Gravelbike 45er fahren könnt. Bei den Reifen können wir Pirellis neue Cinturato Gravel RM empfehlen. Die zählen in der 700x45C-Version zu den von Fulcrum freigegebenen Reifen und haben uns mit ihrem guten Verhältnis aus Traktion auf Schotter und geringem Rollwiderstand überzeugt.

Zunächst die Waage: Wir haben das Set mit 1567 Gramm gewogen (VR: 722 g, HR: 845 g) – und damit im Toleranzbereich der Herstellerangabe. Die Montage der Reifen im Tubeless-Setup gelang problemlos, Probleme in Sachen Dichtigkeit waren nicht zu verzeichnen. Das Setup mit den Pirellis hielt von Anfang an sehr gut die Luft, nachpumpen mussten wir selten.

Das geringe Gewicht der Sharq GR war von den ersten Metern an spürbar und machte unserem Test-Gravelbike (Rose Backroad) richtig Beine. Fast ohne es zu merken, waren wir gefühlt auf den gleichen Strecken ein paar km/h schneller – das kann aber auch an der schnellen Optik dank der hohen Felgen gelegen haben. Aber langsam und gemütlich rollen – das können andere Laufräder besser. Die Sharq gieren einfach nach Speed. Gleichzeitig tragen sie einen guten Teil zur Fahrstabilität bei – gerade auf schnellen Abfahrten vermitteln sie viel Sicherheit und Laufruhe. Andererseits lenken sie sich agil genug, um verwinkelte Passagen präzise auszusteuern.

Kurzum: Wer ein bisschen Geld in ein starkes und spürbares Upgrade seines Gravelbikes investieren möchte, macht mit den Sharq GR definitiv nichts falsch.