Egal, ob für den Urlaub oder den Transport von A nach B: Fahrradträger für die Anhängerkupplung – so dein Auto eine hat – sind in unseren Augen die beste Möglichkeit, dein Bike mitzunehmen. Der bislang beste, den wir je im Alltag nutzen konnten, war der Thule Epos – ein 1200 Euro teurer High-End-Träger, der uns unter anderem wegen seiner flexiblen Teleskoparme vollends überzeugte. Doch pünktlich zu den Urlaubsplanungen haben wir vom Konkurrenten Spinder eine spannende und dramatisch günstigere Neuheit in die Redaktion gestellt bekommen: den Spinder SX2. Schauen wir uns den doch mal näher an.
Wer hat hier von wem abgekupfert?
Sind das Zwillinge? Das könnte unbedarften beim Anblick von Spinders SX2 und Thules Epos durch den Kopf wabern. Und tatsächlich – die Konzepte sind sich sehr verwandt. Sowohl der High-End-Träger Epos von Thule, als auch der deutlich günstigere Spinder SX2 setzen auf fast identische Greifarm-Konzepte. Statt über einen U-Bügel, an dem die Greifarme für die Fahrräder befestigt werden, setzen Thule und Spinder auf Teleskoparme mit integrierter Klemme, jeweils einer pro Rad. Wer wie wir anfangs glaubte, der Spinder sei eine schlichte Kopie des Thule-Trägers, irrt. Mindestens seit 2011 hatten die Niederländer mit dem Modell Falcon und später mit dem Explore solche Träger-Konzepte bereits im Verkauf. Dennoch will Thule satte 1100 Euro für seinen Fahrradträger haben, der Spinder kostet mit 600 Euro knapp die Hälfte.
Kurz & knapp: Spinder SX2
- Falt- und abklappbarer Fahrradträger für die AHK
- 17 Kilo schwer, max. 60 Kilo Zuladung
- Teleskopstangen halten die Räder, ähnlich Thule Epos
- hält zwei Räder, um eine Schiene per Zubehör erweiterbar
- Reifenbreite bis 80 mm, Radstand bis 1350 mm
- Preis: 599 Euro (Hier im Partnershop kaufen)
Erstkontakt: Typische Zuladung, langer Radstand

Wir scheuchen den Spinder SX2 nun auf Achse durch die Gezeiten.
Der erste Blick gilt den technischen Daten: Das Eigengewicht von (angegebenen!) 17 Kilo sowie 60 Kilo Zuladung sind klassenübliche Werte, die maximal mögliche Reifenbreite von 80 mm, der Radstand von 1350 mm und der breite Schienenabstand von 27 cm sind modern und halten auch aktuelle E-MTBs sicher.
Verarbeitung: halb so teuer und nur halb so gut?
Widmen wir uns den verwendeten Materialien und der Verarbeitung. Spinder setzt auf einen Mix aus Stahl, Alu und Plastik – was ebenfalls typisch für moderne Fahrradträger für die Anhängerkupplung ist. Unser Test-Exemplar war auf den ersten Blick hin mustergültig verarbeitet, das glänzend-glatte Plastik wirkt auf uns aber nicht ganz so wertig wie das vom Thule-Konkurrenten. Schade: Der Steckeranschluss für den Bordstrom wird nur gesteckt und nicht per Drehung arretiert.
Handhabung: fast so gut wie Thules Epos?

Die Drehung des Haltekopfs lässt sich über ineinandergreifende Zähne variieren.
Die Teleskopstützen sind im Gegensatz zum Epos etwas verdreht in den Träger eingelassen und bei den ersten Testfahrten noch etwas steif und unbeweglich. Die Schellen sind in der Drehung per ineinandergreifenden Zähnen einstellbar, die Höhe wird über je eine Klemme arretiert – das ist alles etwas aufwendiger als beim doppelt so teuren Thule-Konkurrenten. Der Abklappmechanismus funktionierte mit nass-rutschiger Schuhsohle bislang prima, auch der Falt-Mechanismus zum Verstauen war bar jeder Kritik. Sehr löblich: Die Bänder für Reifen und Rahmen haben softe Gummis zum Schonen filigraner Carbonteile – das ist leider kein Standard. Die Klemmkraft für den Kugelkopf stellt man aber leider nicht werkzeuglos ein – hier muss per 18er Schlüssel eine Schraube samt Kontermutter gelöst werden und entsprechend angezogen werden. Das nervigste dabei: So wie wir das sehen, muss der Spinder dabei vom Kugelkopf und am besten auf der Seite liegen, da die Schraube von oben von einer Verkleidung verdeckt wird.
Test-Fazit aus dem Alltag: So gut ist der Spinder SX2!
Auf die erste Nutzung hin macht der Spinder SX2 einen einwandfreien Eindruck. Klapp- und Falt-Mechanismus funktionieren prima, die Teleskopstangen lassen sich ähnlich, aber nicht ganz so einfach wie die des Thule Epos benutzen. Die Verarbeitung gefiel uns beim Erstkontakt, auch wenn sie vielleicht nicht ganz so wertig wirkt, wie das Produkt aus Schweden. Der Träger wandert nun auf Achse buchstäblich durch Europa – das Fazit nach über 5000 Kilometern findet ihr weiter unten!
sehr gut verarbeitet
klapp- und faltbar
flexible Teleskoparme ...
... bislang noch etwas unbeweglich
und nicht ganz so schnell zu bedienen wie Thule Epos
Klemmung nur per Werkzeug verstellbar
Ich konnte den Spinder nun rund 5000 Kilometer durch Deutschland und die angrenzenden Nachbarländer bewegen und bin durchaus angetan. Der Abklappmechanismus funktioniert hervorragend, die Faltfunktion spart zudem in der Garage merklich Platz. Das Greifarm-Konzept finde ich trotz nicht perfekter Bedienung gelungen – am Ende ist es in jedem Fall einfacher, als diese klassische und supernervige Hufeisen-Montage. Ich muss aber auch zugeben, dass der Epos deutlich flotter beladen ist. Mich stört die Justage der Klemme per Schlüssel hingegen gar nicht, auch wenn sie wirklich so unhandlich ist, wie im Vergleich bemängelt. Der Grund ist einfach: Bislang war das nur zweimal nötig. Einmal bei Erstmontage und neulich kurz vor Urlaubsantritt. Mein Fazit? Ich würde nie über 1000 Euro für einen Träger ausgeben, allein deshalb würde ich zum Spinder greifen.
Europas größter Fahrradträger-Test: 27 Modelle!
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