Fahrrad-Kaufberatung: Welches Rad passt zu mir?

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Fahrrad-Kaufberatung: Welches Rad passt zu mir?

ArtikeldatumVeröffentlicht am 06.02.2026
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Ein Mann wählt ein Fahrrad in einem Laden aus.
Foto: Getty Images / golero

Ein neues Fahrrad zu kaufen, ist heute komplexer denn je. Die Auswahl reicht von klassischen Cityrädern über sportliche Gravelbikes bis hin zu E-Bikes für nahezu jeden Einsatzzweck. Dazu kommen unterschiedliche Rahmenformen, Schaltungen, Bremsen und Preisklassen. Wer unvorbereitet in den Kauf startet, läuft Gefahr, ein Rad zu wählen, das am Ende nicht zu den eigenen Bedürfnissen passt. Diese Kaufberatung hilft dabei, die wichtigsten Fragen vorab zu klären – und eine fundierte Entscheidung zu treffen.

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Der wichtigste Faktor: der Einsatzzweck

Bevor es um Marken, Technik oder Budget geht, sollte klar sein, wo und wie du das Fahrrad hauptsächlich nutzen wirst. Der Einsatzzweck bestimmt nahezu alle weiteren Entscheidungen.

Alltag und Stadtverkehr: Wer das Fahrrad überwiegend für kurze Strecken, Einkäufe oder den Weg zur Arbeit nutzt, benötigt vor allem Komfort, Übersicht und Alltagstauglichkeit. Eine aufrechte Sitzposition, Schutzbleche, Lichtanlage und ein Gepäckträger sind hier wichtiger als sportliche Eigenschaften.

➡️ Hier passt ein Citybike/Urbanbike oder E-Bike.

Pendeln und längere Wege: Für regelmäßige Strecken über mehrere Kilometer spielen Effizienz und Zuverlässigkeit eine größere Rolle. Leicht laufende Reifen, eine etwas sportlichere Sitzposition und wartungsarme Komponenten können den Alltag spürbar erleichtern.

➡️ Diese Kriterien erfüllen Trekkingräder oder viele E-Bikes.

Sportliche Nutzung: Wer trainieren, schnell unterwegs sein oder lange Strecken fahren möchte, profitiert von leichten Rahmen, sportlicher Geometrie und einer direkten Kraftübertragung. Komfort tritt hier oft hinter Performance zurück.

➡️ Du suchst nach einem Rennrad oder Gravelbike.

Gelände und Abenteuer: Unbefestigte Wege, Wald- und Schotterstrecken erfordern breite Reifen, stabile Rahmen und zuverlässige Bremsen. Je nach Terrain unterscheiden sich die Anforderungen deutlich.

➡️ Hier passt natürlich das Mountainbike.

Fahrradtypen im Überblick

Damit du einen besseren Eindruck bekommst, was sich hinter den verschiedenen Fahrradkategorien verbirgt, haben wir dir die wichtigsten Typen kompakt zusammengefasst.

🏙️ Trekkingrad: der vielseitige Allrounder

Geero 2+ Touring Retro-Charme
Björn Gerteis

Das Trekkingrad ist eines der vielseitigsten Fahrradkonzepte. Es kombiniert Alltagstauglichkeit mit Tourenfähigkeit und richtet sich an Menschen, die ihr Rad flexibel einsetzen möchten – vom Arbeitsweg bis zur Wochenendtour.

Die Sitzposition ist moderat sportlich, aber nicht extrem. Trekkingräder rollen effizienter als Citybikes, bieten aber weiterhin Komfort durch Federgabeln oder flexible Rahmengeometrien. Die Ausstattung ist meist vollständig, oft mit leistungsstarker Lichtanlage und stabilen Gepäckträgern für Taschen oder Packtaschen.

Je nach Modell kommen Ketten- oder Nabenschaltungen zum Einsatz, teilweise auch wartungsarme Riemenantriebe. Trekkingräder sind in vielen Preisklassen erhältlich und gelten als "solide Dauerläufer".

Geeignet für:

 Pendeln

 längere Ausfahrten und Radreisen

 Nutzer:innen mit nur einem Fahrrad

Eher ungeeignet für:

 sehr sportliche Ambitionen

 anspruchsvolles Gelände

⚡ E-Bike: Unterstützung für mehr Reichweite

Rose Mayor Plus im Test
Moritz Schwertner // www.moritzschwertner.de

E-Bikes erweitern die Möglichkeiten des Radfahrens erheblich. Die elektrische Unterstützung gleicht Leistungsunterschiede aus, erleichtert Steigungen und macht längere Strecken alltagstauglich. Inzwischen gibt es E-Bikes in nahezu allen Fahrradkategorien – vom Cityrad bis zum Mountainbike.

Besonders relevant sind E-Bikes für Pendler:innen, ältere Menschen oder alle, die häufiger mit Gegenwind, Höhenmetern oder Zeitdruck unterwegs sind. Allerdings sind sie schwerer, teurer und wartungsintensiver als klassische Fahrräder.

Die Auswahl des passenden Motors, Akkus und Einsatzbereichs ist hier besonders wichtig.

Geeignet für:

 längere oder hügelige Strecken

 Pendeln ohne Schwitzen

 mehr Mobilität im Alltag

Eher ungeeignet für:

 sehr sportliche Puristen

 kleines Budget

🏞️ Gravelbike: der flexible Grenzgänger

Lapierre Crosshill CF 2025,Gravelbike,Seitenansicht,rotes Holztor
Thomas Terbeck

Gravelbikes sind eine der populärsten Fahrradgattungen der letzten Jahre – und das aus gutem Grund. Sie verbinden die Effizienz eines Rennrads mit der Robustheit eines Tourenrads. Breitere Reifen, stabilere Rahmen und entspanntere Geometrien machen sie vielseitig einsetzbar.

Gravelbikes fühlen sich auf Asphalt genauso wohl wie auf Schotter, Waldwegen oder schlechten Radwegen. Viele Modelle lassen sich mit Schutzblechen, Gepäckträgern und Taschen ausstatten und sind damit auch für Bikepacking und Pendeln geeignet.

Sie sprechen besonders Menschen an, die sich nicht festlegen wollen – weder auf Straße noch Gelände.

Geeignet für:

 abwechslungsreiche Strecken

 Pendeln mit sportlichem Anspruch

 Abenteuer, Touren und Bikepacking

Eher ungeeignet für:

 reines Hochgeschwindigkeits-Training

 sehr technisches Gelände

⛰️ Mountainbike: Kontrolle im Gelände

Agron Beqiri

Mountainbikes sind für den Einsatz abseits befestigter Wege konzipiert. Breite Reifen mit grobem Profil, stabile Rahmen und leistungsstarke Bremsen sorgen für Kontrolle und Sicherheit im Gelände.

Hardtails (mit Federgabel vorne) eignen sich für Waldwege, Schotter und einfache Trails. Fullys (mit Vorder- und Hinterradfederung) sind für anspruchsvolle Trails, Abfahrten und technische Passagen gedacht.

Im Alltag sind Mountainbikes oft ineffizient: Sie rollen schwer, sind laut und meist ohne Alltagsausstattung. Für den Stadtverkehr sind sie daher nur eingeschränkt sinnvoll.

Geeignet für:

 Wald, Trails und Gelände

 sportliche, aktive Nutzung

 Natur- und Abenteuerfans

Eher ungeeignet für:

 tägliches Pendeln

 lange Asphaltstrecken

🏁 Rennrad: Effizienz und Geschwindigkeit

Specialized S-Worx Tarmac SL 8,Rennrad,Seitenansicht
Bjoern Haenssler

Rennräder sind kompromisslos auf Geschwindigkeit und Effizienz ausgelegt. Leichte Rahmen, schmale Reifen und eine stark nach vorn geneigte Sitzposition sorgen für maximale Kraftübertragung und hohe Durchschnittsgeschwindigkeiten.

Komfort spielt hier eine untergeordnete Rolle – Bordsteine, schlechte Wege oder Stopps im Stadtverkehr sind nicht das natürliche Revier eines Rennrads. Moderne Modelle bieten allerdings etwas mehr Reifenfreiheit und bessere Dämpfung als früher.

Rennräder sind ideal für Training, Sport und lange Asphaltstrecken. Im Alltag oder für ungeübte Fahrer:innen können sie jedoch ungewohnt und anstrengend wirken.

Geeignet für:

 sportliches Fahren

 Training und Wettkampf

 lange Strecken auf Asphalt

Eher ungeeignet für:

 Alltag und Pendeln

 schlechte Straßen oder Schotter

Ausstattung: Was ist wirklich wichtig? Schaltung

Nabenschaltungen sind wartungsarm und ideal für den Alltag. Kettenschaltungen bieten eine größere Übersetzungsbandbreite und sind vor allem im sportlichen Bereich verbreitet.

Bremsen: Scheibenbremsen haben sich in nahezu allen Fahrradkategorien durchgesetzt. Sie bieten auch bei Nässe zuverlässige Bremsleistung. Felgenbremsen sind leichter und einfacher, kommen aber zunehmend seltener zum Einsatz. Unser Bremsen-ABC.

Antrieb und Wartung: Kettenantrieb ist bei Bio-Bikes Standard, erfordert jedoch regelmäßige Pflege. Riemenantriebe sind nahezu wartungsfrei, setzen jedoch meist eine Nabenschaltung voraus. Sie kommen bereits häufig bei E-Bikes zum Einsatz.

Reifen: Breite Reifen erhöhen Komfort und Sicherheit, schmale Reifen rollen leichter. Der Trend geht klar zu etwas breiteren Reifen – auch bei Renn- und Gravelbikes. Alles, was du über Fahrradreifen wissen musst.

Die richtige Rahmengröße und Geometrie

Eine passende Rahmengröße ist entscheidend für Komfort, Kontrolle und Effizienz. Sie richtet sich nicht nur nach der Körpergröße, sondern auch nach Schrittlänge und Fahrradtyp. Unterschiedliche Geometrien sorgen für eine aufrechte, entspannte oder sportliche Sitzposition.

Eine Probefahrt ist besonders wichtig, da sich zwei Räder mit gleicher Rahmengröße sehr unterschiedlich anfühlen können. Auch Lenkerbreite, Vorbaulänge und Sattelhöhe beeinflussen die Ergonomie.

Kauf im Fachhandel oder online?

Der Fachhandel bietet Beratung, Probefahrten und Service – besonders für Einsteiger ein großer Vorteil. Online-Käufe sind oft günstiger, setzen aber mehr Eigenwissen voraus. Unabhängig vom Kaufweg sollte das Rad fachgerecht eingestellt werden. Gängige Online-Händler mit großer Auswahl sind:

Alternative Wege zum eigenen Fahrrad: Refurbished, Leasing & Co.

Wer heute ein Fahrrad kaufen möchte, muss nicht immer den vollen Preis für ein neues Modell zahlen. Neben klassischen Käufen bieten sich zunehmend alternative Wege, die flexibel, kostensparend oder nachhaltig sein können. Refurbished-Fahrräder zum Beispiel sind generalüberholte Modelle: Sie wurden technisch komplett geprüft, verschlissene Teile ersetzt und oft optisch aufgearbeitet. Für Käufer:innen bedeutet das, ein qualitativ hochwertiges Rad zu einem deutlich günstigeren Preis zu bekommen – und gleichzeitig Ressourcen zu schonen. Alle Infos zu Refurbished-Fahrrädern gibt's hier.

Leasing-Modelle, wie sie etwa über Arbeitgeber über JobRad, BusinessBike oder Bikeleasing angeboten werden, sind ebenfalls attraktiv, besonders für Berufspendler. Dabei wird das Fahrrad über einen bestimmten Zeitraum gemietet, die monatlichen Raten oft über das Bruttoeinkommen abgerechnet, wodurch Steuern gespart werden können. Am Ende der Laufzeit besteht meist die Option, das Rad zu übernehmen. Hier erfährst du alles über Bike-Leasing.

Weitere Möglichkeiten sind Mietkauf, Abo-Modelle oder Fahrrad-Sharing-Angebote, die sich besonders für Menschen eignen, die ein Fahrrad nur temporär oder projektbezogen nutzen möchten. Diese Modelle bieten Flexibilität, verhindern hohe Einmalzahlungen und ermöglichen es, verschiedene Fahrradtypen auszuprobieren, bevor man sich endgültig festlegt.

FAQ: Welches Fahrrad passt zu mir?

Fazit

Das passende Fahrrad ist kein Zufallsprodukt, sondern das Ergebnis klarer Prioritäten. Wer seinen Einsatzzweck kennt, realistisch einschätzt, wie häufig und wo er fährt, und auf eine passende Geometrie achtet, trifft in der Regel eine gute Entscheidung. Technik und Ausstattung sollten den Alltag erleichtern – nicht komplizierter machen. Ein Fahrrad, das wirklich passt, wird nicht nur öfter genutzt, sondern macht langfristig mehr Freude.