Markus Storck als Laufradbauer
Der deutsche Radhersteller Storck ist nun auch unter die Laufradbauer gegangen: Unter dem Namen Zeitjäger vertreibt Markus Storck Laufräder für Rennrad, Gravel und Mountainbike – wahlweise mit Carbon- oder Stahlspeichen, mit verschiedenen Nabenoptionen, zu Preisen zwischen 999 und 1999 Euro.

Mit Zeitjäger-Laufrädern erschließt sich Markus Storck ein neues Geschäftsfeld - der Name ist neutral gewählt, um nicht all denjenigen eine zusätzliche Hürde aufzubauen, die kein Storck-Rad ihr eigen nennen.
Um welche Qualitätsstufe es sich handelt, erkennt man – wie bei Storcks Kompletträdern – an den Namenszusätzen Comp, Pro oder Platinum. Preislich in der Mitte angesiedelt ist die Pro-Kategorie für 1499 Euro pro Laufradsatz – hier haben wir die Version fürs Gravelbike getestet: den Zeitjäger Pro 45G.
Zeitjäger Pro 45G: grundlegende Infos
Der Zeitjaeger Pro 45 G positioniert sich laut Storck als moderner Gravel- und Allroad-Laufradsatz für alle, die auf wechselndem Untergrund nicht zwischen Tempo, Kontrolle und Haltbarkeit wählen wollen. Herzstück ist eine 45 Millimeter hohe Carbonhakenfelge, die mit 32 Millimetern Außenbreite und 24 Millimetern Innenmaulweite bewusst auf einen Spagat zielt: aerodynamische Vorteile und ruhiger Lauf auf Asphalt, zugleich ein stabiles, breit abgestütztes Reifenprofil für Schotterpassagen und lange Touren.

Die Carbonhakenfelge ist mit 33mm Außenbreite, 24mm Maulweite und 45mm Höhe ordentlich dimensioniert - andere Hersteller setzen bei Gravellaufrädern mittlerweile auf deutlich größere Maulweiten, andererseits sind die Zeitjäger Pro 45G so auch für Endurance-Renner und Reifenbreiten um 32 Millimeter attraktiv.
Der Hersteller setzt auf eine robuste Konstruktion mit präzise aufgebautem Speichenbild: vorn wie hinten kommen jeweils 24 Speichen zum Einsatz, was auf direkte Kraftübertragung und einen kontrollierten, verlässlichen Aufbau im Allroad-Einsatz abzielt. Am Hinterrad sowie auf der Bremsscheibenseite des Vorderrads sind die Speichen zweifach gekreuzt, vorne rechts stehen die Speichen radial. Hochwertige Lager und eine Road-07-Naben (schwarz) sollen den Eindruck eines souveränen, effizienten Vortriebs unterstreichen – egal ob auf feinem Gravel, kompaktem Terrain oder im zügigen Straßentempo.
Natürlich sind die Laufräder Tubeless-Ready, die empfohlene Reifenbreite liegt zwischen 30 und 48 Millimetern, was das Spektrum von schnellen Allroad-Reifen bis hin zu komfortorientierten Gravel-Pneus abdeckt. Bei der Antriebskompatibilität gibt es zwei Varianten: eine HG-Version für Shimano 11-/12-fach sowie eine XDR-Version für SRAM 12- oder 13-fach.

Die Hinterradnabe ist über 24 Speichen, je 2-fach gekreuzte Speichen von Pilar mit der Felge verbunden. Der Freilauf knattert ordentlich und lässt sich per Hand abziehen.
Der Laufradsatz ist ausschließlich für Scheibenbremsen vorgesehen und passt mit den Einbaumaßen 100 Millimeter vorn und 142 Millimeter hinten in gängige Gravel- und Road-Disc-Rahmen. Das Setgewicht für Vorder- und Hinterrad gibt Storck mit 1444 Gramm an, das maximale Systemgewicht beträgt 110 Kilogramm.
Erster Praxistest
Für mehrere Wochen hatten wir Gelegenheit, die Zeitjäger Pro 45G in der Praxis ausgiebig zu nutzen und im Labor unter die Lupe zu nehmen. Kleiner Schönheitsfehler gleich zu Beginn: An Vorder- und Hinterrad verweist ein kleiner Aufkleber auf den Speichenhersteller Pilar, klebt dabei aber so hartnäckig, dass man ihn ohne Schere oder andere Hilfsmittel nicht abkriegt und dann auch Kleberreste von der betroffenen Speiche entfernen muss.
Ein Blick auf die Waage zeigt danach, dass Storck etwas großzügig gerechnet hat – oder zumindest ohne Felgenbänder gewogen hat: Statt 1444 Gramm wog der Zeitjäger Pro 45G bei uns exakt 1498 Gramm, wobei 698 Gramm auf das Vorder- und 800 Gramm auf das Hinterrad entfallen. Das ist immer noch sehr angenehm, zumal angesichts der großzügigen Felgendimensionen mit 32 Millimetern Außenweite, 24 Millimeter Maulweite und 45 Millimetern Felgenhöhe. Tatsache ist aber auch, dass andere Hersteller mitunter leichtere Gravellaufräder hinkriegen in teils noch größeren Dimensionen – denn 24 Millimeter Maulweite sind heutzutage fast schon konservativ-schmal gerechnet im Vergleich zu den 26, 27, 28 oder gar 32 Millimetern Maulweite, die so mancher Konkurrent an den Start bringt.

An der Vorderradnabe stehen die Speichen rechtsseitig radial.
Nichts zu meckern gibt es hingegen beim Aufbau: Die Laufräder kamen mittig und rund zentriert. Den Freilauf kann man übrigens einfach von Hand abziehen und gegen ein anderes Modell tauschen, sofern nötig. Die Zahnscheiben knattern ordentlich, die Klingel kann man getrost abschrauben. Auch die Montage der Reifen geht leicht von der Hand – ausprobiert haben wir Modelle von Schwalbe und Continental.
Im Sattel fällt das Fazit weitgehend positiv aus: Einem Focus Atlas 6.9 machten die Zeitjäger Pro 45G spürbar Beine – war das Rad mit eher schweren Alu-Laufrädern von Hause aus auf der gutmütigen, fast schon trägen Seite angesiedelt, fährt es sich mit den Zeitjäger-Laufrädern deutlich sportlicher und schneller. Diese beschleunigen flink, halten hohes Tempo sehr gut und lenken sich präzise. Bergab ist auch bei Geschwindigkeiten jenseits der 50 km/h keine Unruhe zu spüren, allenfalls sehr böig am Vorderrad zerrender Wind verlangte mal nach einer festen Hand am Lenker. Auch die Lager laufen sauber und ohne Kratzen.

Optisch machen die Zeitjäger Pro 45G definitiv was her, hier an einem Focus Atlas 6.9.
Skeptisch kann man auf das maximal zulässige Systemgewicht blicken: 110 Kilogramm sind schnell erreicht, zumal bei einem Gravelbike und umso mehr, wenn man auf Bikepacking-Tour gehen und das Rad mit entsprechendem Gepäck beladen will. Wenn, wie beim Test-Setup, allein schon das Alu-Gravelbike über 10 Kilogramm auf die Waage bringt, kann es je nach Körpergröße, Statur und Dauer der Reise, sprich: Gepäckmenge recht schnell eng werden.
Unser Testfazit

"Storck Engineering" vermeldet ein Aufdruck auf der Felge, daneben sind auch die Dimensionen der Felge vermerkt.





