Wer sich auf dem Rennrad oder Gravelbike abseits der Hauptverkehrsstraßen bewegt, stößt mit so mancher App an deren Grenzen. Beispiel: Trotz Gravelbike-Profil wird auf Hauptstraßen geroutet. Ein echter Geheimtipp in der Szene ist daher seit Jahren Mapy.com (früher Mapy.cz). Die Plattform des tschechischen Internet-Giganten Seznam ist schon seit 1998 auf dem Markt und nutzt für die weltweite Navigation hochdetaillierte OpenStreetMap-Daten. Besonders bei Outdoor-Fans punktet die App durch extrem genaue topografische Karten und clevere Offline-Funktionen. Nun spendieren die Entwickler der Anwendung ein kräftiges Update, das speziell Radfahrern das Leben erleichtern soll.
Keine bösen Überraschungen mehr beim Untergrund
Die geplante Route sieht auf der Karte perfekt aus, doch plötzlich endet der schönste Rennrad-Asphalt in einem tiefen Schlammloch oder auf faustgroßem Schotter. Genau diese Lücke in der Vorbereitung wolle Map nun schließen. Ab sofort liefert die App ausführliche Informationen zur Schwierigkeit und Befahrbarkeit einzelner Streckenabschnitte. So soll schon bequem zu Hause am PC erkannt werden können, ob der Weg zum persönlichen fahrerischen Können und vor allem zum eigenen Fahrrad passt.

Mit dem Update sollen böse Überraschungen beim Streckenprofil der Vergangenheit angehören.
Wer etwa mit dem Trekkingrad fahre, wählt das Profil "Radtouren". Die Software bevorzugt dann automatisch befestigte Wege und meidet Hauptstraßen. Mountainbiker hingegen schalten ins MTB-Profil und bekommen laut Mapy auf einen Blick gezeigt, wo technisch anspruchsvolle Trails warten. Ebenso gibt es ein entsprechendes Gravel-Profil.
Um das Planungs-Paket abzurunden, blendet die Software jetzt auch aktuelle Wetterdaten wie Temperatur, Niederschlag und Wind direkt entlang der geplanten Route ein.

Wetterfee Mapy? Eine präzisere Wettervorhersage entlang der geplanten Route soll nun möglich sein.
Synchronisation, GPX-Export und spontane Ausflüge
Die am Rechner geplante Tour synchronisiere sich automatisch mit der Smartphone-App oder der Smartwatch (Apple Watch & Wear OS). Wer lieber einen Radcomputer nutzt, kann die Strecke einfach als klassische GPX-Datei exportieren, um sie beispielsweise auf ein Garmin-Gerät zu ziehen.
Auch für Entdecker hat Mapy ein nettes Feature an Bord: die Funktion "Ausflüge in die Umgebung". Hier gibst du einfach deinen Startpunkt und die gewünschte Distanz ein, und der Algorithmus spuckt dir automatisch geprüfte Rundtouren inklusive Höhenprofil und Sehenswürdigkeiten aus. Letztere (wie Biergärten, Aussichtspunkte oder Museen) lassen sich auch während einer laufenden Navigation spontan per Klick hinzufügen, woraufhin die App die Route sofort neu berechnet.
Was kostet der Spaß?
Die Grundfunktionen von Mapy.com sind erfreulicherweise kostenlos. In der Gratis-Version lässt sich sogar eine vollwertige Offline-Karte für ein komplettes Land herunterladen. Wer mehr will, greift zur Premium-Version für faire 18,99 Euro im Jahr. Dafür gibt es unbegrenzten Offline-Speicherplatz für weltweite Regionen. Ein cooles Extra für Premium-Nutzer: Die Planungsgeschwindigkeit lässt sich individuell anpassen. Fährst du also schneller als die standardmäßigen 18 km/h, berechnet die App deine Tagesetappen und Ankunftszeiten realistisch auf dein eigenes Tempo bezogen.





