Gravelschuhe obliegen einer besonderen Beanspruchung beim Schottern. Auf der einen Seite wollen wir die kompromisslose Kraftübertragung, die Steifigkeit und das geringe Gewicht eines reinen Rennradschuhs, um auf endlosen Schotterpisten ordentlich Zug auf die Kette zu bringen. Auf der anderen Seite benötigen wir die Robustheit, den Grip und den Komfort eines astreinen Mountainbike-Schuhs – spätestens dann, wenn uns steile, lose Rampen oder unwegsames Terrain in unfreiwillige Tragepassagen zwingen.
Ein moderner Gravelschuh darf also kein fauler Kompromiss sein, denn er ist schließlich das Bindeglied zwischen Mensch und Gravelbike. Genau hier möchte Fizik mit dem Ferox 2 Carbon ansetzen und mit Passform, Materialien und Robustheit punkten.

Die Sohle ist steif und effizient bei der Kraftübertragung und bietet sehr guten Grip. Beim Laufen wurde sie im Test jedoch als zu hart empfunden.
Kurz & knapp: Fizik Ferox 2 Carbon
- Material: PU-laminiertes Mesh-Obermaterial
- Sohle: Voll-Carbon mit Gummiprofil
- Gewicht (inkl. SPD-Cleats):
- Verschlusssystem: Klettverschluss (Powerstrap) und 1 × BOA Li2 Fit System
- Größen: 36–48 (37–47 auch in halben Größen)
- Farben: vier Farbkombinationen stehen zur Auswahl
- Preis: 329 Euro
Vorstellung Fizik Ferox 2 Carbon
Die Italiener schicken mit dem Ferox 2 Carbon ein weiterentwickeltes Modell ins Gravel-Rennen, das für schnelle Gravel-Einsätze, Cyclocross und Cross-Country geeignet sein soll. Schon auf dem Papier macht der Schuh klar, dass er auf satte Kraftübertragung gepolt ist: Die neu entwickelte X1 Voll-Carbon-Außensohle soll besonders steif sein, das Gewicht mit rund 295 Gramm trotzdem erfreulich niedrig sein.
Um den modernen Anforderungen aktueller Fahrradgeometrien gerecht zu werden, hat Fizik laut eigener Aussage dem Ferox 2 eine völlig neue, natürlichere anatomische Form verpasst. Die gerade Achsausrichtung und ein reduzierter Drop sollen den Fuß stabilisieren und für eine effizientere, natürlichere Tretbewegung sorgen, während eine erweiterte Zehenbox den Komfort bei langen Rides erhöhen soll.

Die Socken-Konstruktion umschmiegt den Fuß, aufgewirbelte Steinchen bleiben draußen. Zudem ist sie im Bereich der Ferse weich gepolstert.
Beim Obermaterial setzt Fizik auf ein transparentes, reißfestes PU-laminiertes Mesh. Das Besondere daran seien die kombinierten Belüftungszonen mit gezieltem Schutz, es sei zudem wasserabweisend und sauge sich bei Schlamm- oder Regenschlachten nicht mit unnötigem Gewicht voll. Im Inneren sorgt eine sockenartige Konstruktion aus perforiertem "Airprene" für eine druckfreie Passform.
Fizik setzt beim Verschlusssystem auf bewährte Konstruktionen. Der robuste Klettverschluss (Powerstrap) über dem Rist soll den Fuß selbst bei höchsten Trittfrequenzen fest im Schuh verankern. Ergänzt wird dieser durch ein BOA-Li2-System am Vorderfuß, das eine millimetergenaue Feineinstellung erlaubt.

Halt: Durch den Powerstrap und dem 1 × BOA Li2 Fit-Drehverschluss lässt sich der Gravelsschuh gut an die Anatomie des eigenen Fußes anpassen.
Für die unvermeidlichen Geh-Passagen beim Graveln verfügt die Carbonsohle über eine breite, flache Konstruktion mit griffigen Stollen und einer vollständigen Gummibeschichtung, die sich schützend bis in den Mittelfußbereich zieht.
Ob der Ferox 2 Carbon auf dem Schotter wirklich so stabil, effizient und schnell ist, wie es die Daten versprechen, hat unsere Testfahrerin im harten Testalltag herausgefunden.
Auf der Schotterpiste: Die Testeindrücke
Der Fizik Ferox 2 Carbon in der Farbkombi Light Grey/Mint mit dezenten Lila-Akzenten ist prädestiniert für lange Sommertage auf Schotter und Asphalt. Die helle Optik wirkt modern und sportlich, drängt sich aber nicht auf. Im Sattel zeigt sich sofort: Dank der leichten Carbonsohle ist der Vortrieb extrem direkt – jedes Watt landet spürbar auf dem Pedal. Top.
Wo an dieser Stelle jedoch kompromissloser Vortrieb herrscht, müssen allerdings auch Abstriche gemacht werden: Zwar liefert die Sohle maximale Kraftübertragung, bietet beim Gehen aber so gut wie keinen Flex. Längere Hike-a-Bike-Passagen machen mit dem Ferox 2 schlicht keinen Spaß.

Das Obermaterial besteht aus einem transparenten, reißfesten PU-laminierten Mesh. Die Belüftung und der Schutz des Fußes an der Frontpartie sind top. Die Reinigung des hellen Materials aber aufwendiger. Andere Farben stehen jedoch zur Auswahl.
Die Kombi aus geringem Gewicht und Top-Belüftung überzeugt auf ganzer Linie. Das luftige Obermaterial kühlt die Füße selbst an heißen Tagen effektiv. Starkes Detail: Die sockenähnliche Konstruktion umschließt den Knöchel satt und komfortabel. Das liefert nicht nur extrem guten Halt, sondern hält auch Staub und fiese kleine Steinchen zuverlässig draußen. Selbst auf ruppigen Rüttelpisten fixiert das straffe Verschlusssystem den Fuß bombenfest im Schuh.
Thema Material: Erwartungsgemäß ist das helle Obermaterial schmutzempfindlicher. An trockenen Sommertagen ist die Optik ein Traum, nach Schlammschlachten wird das Putzen jedoch aufwendig.
Beim Fitting gilt: Die Passform ist sportlich-schmal. Generell fällt der Ferox 2 gut eine Nummer kleiner aus – wer zwischen zwei Größen schwankt, sollte definitiv die größere wählen.

Tipp: Wer zwischen zwei Schuhgrößen steht, nimmt die größere. Die Schuhe fallen tendenziell etwas kleiner aus.
Fazit
Kraftübertragung
leichtes Tragegefühl
Verschlusssystem
Belüftung
Socken-Konstruktion
guter Grip
helle Obermaterial reinigungsintensiver
Sohle beim Gehen zu steif





